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FINMA warnt vor Algo Trade AI: Kein Handelsregistereintrag trotz Zürcher Adresse

ndemello (CC0), Pixabay

Bei Online-Trading-Angeboten ist besondere Vorsicht geboten, wenn hinter einem professionellen Internetauftritt kein eindeutig identifizierbares und beaufsichtigtes Unternehmen steht. Ein aktueller Fall betrifft Algo Trade AI und die Internetseite algo-trade-ai.com. Die Schweizer Finanzmarktaufsicht FINMA führt das Angebot auf ihrer Warnliste.

Nach den veröffentlichten Angaben tritt Algo Trade AI mit der Adresse Bahnhofstrasse 12, 8001 Zürich, Schweiz, auf. Einen Handelsregistereintrag gibt die FINMA jedoch nicht an. Auch ein konkreter Unternehmenssitz wird in dem Warnlisteneintrag nicht ausgewiesen.

Gerade bei Finanz- und Tradingangeboten ist die Identität des Vertragspartners von entscheidender Bedeutung. Anleger sollten nachvollziehen können, mit welcher juristischen Person sie einen Vertrag schließen, wo diese registriert ist und ob für die angebotenen Finanzdienstleistungen eine erforderliche Bewilligung vorliegt.

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA führt eine öffentliche Warnliste. Dort erscheinen Unternehmen und Internetangebote, bei denen Hinweise auf eine möglicherweise bewilligungspflichtige Tätigkeit ohne entsprechende FINMA-Bewilligung bestehen. Ein Eintrag auf der Warnliste bedeutet dabei nicht automatisch, dass ein Betrug rechtskräftig festgestellt wurde. Er ist für Anleger jedoch ein erhebliches Warnsignal.

Im Fall von Algo Trade AI sind insbesondere die Kombination aus einer angegebenen Adresse im Zürcher Bankenviertel und dem fehlenden Handelsregistereintrag auffällig. Eine renommierte Geschäftsadresse allein sagt nichts darüber aus, ob ein Anbieter dort tatsächlich seinen Geschäftssitz unterhält oder zur Erbringung von Finanzdienstleistungen berechtigt ist.

Hinzu kommt eine weitere internationale Warnung: Auch die neuseeländische Financial Markets Authority (FMA) hat „AlgoTrade AI Ltd“ beziehungsweise die Domain algo-trade-ai.com im Zusammenhang mit mutmaßlich gefälschten Investmentplattformen genannt. Damit liegen Warnhinweise von Finanzaufsichtsseite aus mehr als einem Land vor.

Für Anleger erhöht sich dadurch der Prüfungsbedarf erheblich.

Besondere Vorsicht ist grundsätzlich geboten, wenn eine Tradingplattform hohe oder vermeintlich sichere Gewinne verspricht, Anleger telefonisch zu immer höheren Einzahlungen gedrängt werden oder eine Auszahlung plötzlich von weiteren Zahlungen abhängig gemacht wird. Typische Begründungen können angebliche Steuern, Provisionen, Versicherungen, Sicherheitsleistungen oder Freischaltgebühren sein.

Solche Forderungen sollten nicht ungeprüft erfüllt werden.

Wer bereits Geld an Algo Trade AI überwiesen hat, sollte zunächst sämtliche Unterlagen sichern. Dazu gehören Überweisungsbelege, Kreditkartenabrechnungen, Empfängerkonten, Namen angeblicher Berater, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Chatverläufe sowie Screenshots des vermeintlichen Tradingkontos. Bei Kryptowährungszahlungen sollten zusätzlich Wallet-Adressen und Transaktions-IDs dokumentiert werden.

Auch vermeintliche Gewinne auf einem Online-Dashboard sollten Anleger nicht mit tatsächlich vorhandenem Vermögen verwechseln. Zahlen, Kurse und Kontostände innerhalb einer Plattform lassen sich technisch darstellen. Entscheidend ist, ob das Guthaben tatsächlich existiert und ohne ungewöhnliche zusätzliche Bedingungen ausgezahlt werden kann.

Wer eine Überweisung erst vor kurzer Zeit vorgenommen hat, sollte zudem möglichst schnell seine Bank beziehungsweise den beteiligten Zahlungsdienstleister kontaktieren und prüfen lassen, ob eine Zahlung noch gestoppt oder zurückgerufen werden kann. Bei einem konkreten Betrugsverdacht kommt außerdem eine Strafanzeige in Betracht.

Anleger sollten ebenfalls vorsichtig sein, wenn sie nach einem möglichen Verlust plötzlich von angeblichen Anwälten, Behörden, Blockchain-Ermittlern oder sogenannten Recovery-Unternehmen kontaktiert werden, die versprechen, verlorenes Geld gegen eine Vorauszahlung zurückzuholen. Auch solche Angebote können Teil einer weiteren Betrugsmasche sein.

Vor einer Investition lässt sich das Risiko deutlich reduzieren. Anleger sollten nicht nur den Namen einer Plattform googeln, sondern insbesondere überprüfen, welches Unternehmen tatsächlich Vertragspartner ist, unter welcher Handelsregisternummer es geführt wird und welche Aufsichtsbehörde eine gegebenenfalls notwendige Erlaubnis erteilt hat.

Im Fall von Algo Trade AI liefert der FINMA-Eintrag einen besonders wichtigen Hinweis: Für das Angebot wird zwar eine Adresse in 8001 Zürich genannt, zugleich ist jedoch kein Handelsregistereintrag angegeben.

Die FINMA-Warnung ist keine gerichtliche Feststellung eines Betrugs. Für potenzielle Anleger ist sie dennoch ein deutliches Signal, vor einer Überweisung besonders sorgfältig zu prüfen, wem sie ihr Geld anvertrauen.

Bis die Identität, Registrierung und gegebenenfalls erforderliche aufsichtsrechtliche Zulassung des tatsächlichen Betreibers zweifelsfrei geklärt sind, sollten Anleger bei Algo Trade AI äußerste Vorsicht walten lassen.

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