Mehrere Unternehmen aus der Bau- und Bauelementebranche sind von Abweisungen ihrer Insolvenzanträge mangels Masse betroffen. Die Beschlüsse stammen von verschiedenen Insolvenzgerichten und wurden zwischen dem 13. und 18. August 2026 gefasst. Eine Abweisung mangels Masse bedeutet, dass nach Einschätzung des jeweiligen Insolvenzgerichts nicht genügend Vermögen vorhanden ist, um zumindest die Kosten eines regulären Insolvenzverfahrens zu decken.
Bauunternehmen 2 Brüder GmbH aus Essen
Das Amtsgericht Essen hat den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Bauunternehmen 2 Brüder GmbH durch Beschluss vom 13. August 2026 mangels Masse abgewiesen. Das Verfahren wird unter dem Aktenzeichen 163 IN 67/25 geführt.
Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Essen und ist beim Amtsgericht Essen unter HRB 32268 eingetragen. Geschäftsführer ist Erol Özdemir.
Der Insolvenzantrag war bereits am 18. Juni 2025 beim Gericht eingegangen und stammte von einer Gläubigerin. Zwischen Antragstellung und der Entscheidung über die Abweisung lagen damit rund 14 Monate. Mit der Abweisung kommt es nicht zur Eröffnung eines regulären Insolvenzverfahrens.
DAS BAUDUO UG aus Lüdenscheid
Auch die DAS BAUDUO UG (haftungsbeschränkt) aus Lüdenscheid verfügt nach der gerichtlichen Entscheidung nicht über eine ausreichende Masse zur Finanzierung eines Insolvenzverfahrens. Das Amtsgericht Hagen hat den Eigenantrag des Unternehmens am 18. August 2026 mangels Masse abgewiesen. Das Aktenzeichen lautet 100 IN 21/26.
Die Gesellschaft ist beim Amtsgericht Iserlohn unter HRB 10929 eingetragen und wird von Geschäftsführer Maximilian Seuster vertreten. Der Eigenantrag war am 16. Februar 2026 beim Insolvenzgericht eingegangen.
Als Geschäftszweig nennt die Insolvenzbekanntmachung unter anderem den Einbau von Fenstern, Türen und Toren sowie den Innenausbau. Damit ist das Unternehmen unmittelbar dem Bau- und Ausbaugewerbe zuzuordnen.
FlexBau GmbH aus Leinfelden-Echterdingen
Der Insolvenzantrag gegen die FlexBau GmbH aus Leinfelden-Echterdingen wurde ebenfalls mangels Masse abgewiesen. Zuständig ist das Amtsgericht Esslingen. Das Verfahren trägt das Aktenzeichen 13 IN 809/25.
Die FlexBau GmbH hat ihre Geschäftsanschrift in der Esslinger Straße 7 in 70771 Leinfelden-Echterdingen und ist beim Amtsgericht Stuttgart unter HRB 795946 eingetragen. Geschäftsführer ist Petrit Azemaj.
Bei diesem Verfahren handelte es sich nicht um einen Eigenantrag. Nach dem Gerichtsbeschluss wurde der Antrag von einer Gläubigerin gestellt. Das Gericht kam zu dem Ergebnis, dass die vorhandene Masse für die Eröffnung des Insolvenzverfahrens nicht ausreicht.
Löwenzahn Bauunternehmung GmbH aus Mannheim
Auch über die Löwenzahn Bauunternehmung GmbH wird kein reguläres Insolvenzverfahren eröffnet. Das Amtsgericht Mannheim hat den Antrag eines Gläubigers auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens mangels Masse abgewiesen. Das Verfahren wird unter dem Aktenzeichen 4 IN 2098/25 geführt.
Das Unternehmen hat seinen Sitz in Mannheim und ist beim Amtsgericht Mannheim unter HRB 740856 eingetragen. Als Geschäftsführer wird Ümüt Özdemir genannt, dessen Aufenthalt in der gerichtlichen Bekanntmachung als unbekannt bezeichnet wird.
Bereits der Firmenname weist die Gesellschaft als Unternehmen der Baubranche aus. Weitergehende Angaben zum konkreten Unternehmensgegenstand enthält die vorliegende Insolvenzbekanntmachung allerdings nicht.
MC-Bauelemente GmbH & Co. KG aus Leichlingen
Die MC-Bauelemente GmbH & Co. KG aus Leichlingen ist ebenfalls von einer Abweisung mangels Masse betroffen. Das Amtsgericht Köln hat den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 18. August 2026 abgewiesen. Das Aktenzeichen lautet 70e IN 116/26.
Die Gesellschaft ist beim Amtsgericht Köln unter HRA 37332 eingetragen. Persönlich haftende Gesellschafterin ist die TORTEC-NRW Beteiligungs-GmbH, die wiederum durch Geschäftsführerin Merima Cekala vertreten wird.
Anders als bei mehreren anderen Fällen dieser Liste hatte die MC-Bauelemente GmbH & Co. KG selbst Insolvenzantrag gestellt. Der Antrag vom 27. April 2026 ging am 12. Mai 2026 beim Gericht ein. Da die vorhandene Masse nicht zur Deckung der Verfahrenskosten ausreicht, wurde auch dieser Eigenantrag abgewiesen.
OG Tiefbau GmbH aus Osnabrück
Bei der OG Tiefbau GmbH aus Osnabrück wurde der Insolvenzantrag ebenfalls mangels Masse abgewiesen. Die Entscheidung des Amtsgerichts Osnabrück erging am 17. August 2026 gemäß § 26 Abs. 1 InsO. Das Verfahren trägt das Aktenzeichen 60 IN 57/25.
Die Gesellschaft ist beim Amtsgericht Osnabrück unter HRB 215708 eingetragen. Als Geschäftsführer werden Fatih Mehmet Yörück und Ricardo Schubert genannt.
Die OG Tiefbau GmbH ist ihrem Unternehmensnamen entsprechend dem Tiefbau zuzuordnen. Aus der hier vorliegenden Insolvenzbekanntmachung ergibt sich allerdings kein ausführlicher Handelsregistergegenstand, sodass sich weitergehende Aussagen zur konkreten Geschäftstätigkeit allein auf Grundlage der übermittelten Angaben nicht treffen lassen.
Bei allen sechs Unternehmen ist entscheidend: Das Insolvenzverfahren wurde nicht eröffnet. Die Anträge wurden vielmehr mangels einer die Verfahrenskosten deckenden Masse abgewiesen. Gerade für Gläubiger ist dies regelmäßig eine ungünstige Entwicklung, weil damit kein reguläres Insolvenzverfahren mit einem Insolvenzverwalter und einer gemeinschaftlichen Verwertung und Verteilung der Insolvenzmasse durchgeführt wird.