Die Windpark Aldenhövel GmbH & Co. KG hat im Geschäftsjahr 2025 ihre Bilanz weiter konsolidiert. Zum 31. Dezember 2025 weist die Gesellschaft eine Bilanzsumme von 9.800.972,38 Euro aus. Ein Jahr zuvor waren es noch 10.358.994,50 Euro.
Damit ist die Bilanzsumme innerhalb eines Jahres um rund 558.000 Euro beziehungsweise gut fünf Prozent gesunken.
Der Rückgang ist vor allem auf das Anlagevermögen zurückzuführen. Dieses verringerte sich von 8.604.698 Euro auf 7.690.426 Euro. Da das Anlagevermögen vollständig aus Sachanlagen besteht, zeigt sich hier insbesondere der Effekt laufender Abschreibungen auf die Windenergieanlagen.
Nach Angaben im Jahresabschluss werden die Sachanlagen linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Der Buchwert reduzierte sich 2025 um 914.272 Euro.
Das ist die auffälligste Veränderung auf der Aktivseite.
Gleichzeitig entwickelte sich das Umlaufvermögen in die entgegengesetzte Richtung. Es stieg von 1.700.921,32 Euro auf 2.053.910,35 Euro.
Das entspricht einem Zuwachs von rund 353.000 Euro beziehungsweise etwa 21 Prozent.
Besonders deutlich legten die liquiden Mittel zu. Zum Jahresende 2025 verfügte die Gesellschaft über Bankguthaben und vergleichbare Zahlungsmittel von 1.602.844,98 Euro. Ende 2024 waren es 1.361.341,64 Euro.
Damit stieg die Liquidität innerhalb eines Jahres um rund 241.500 Euro beziehungsweise knapp 18 Prozent.
Auch die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände nahmen zu. Sie erhöhten sich von 339.579,68 Euro auf 451.065,37 Euro.
Das entspricht einem Plus von rund 111.500 Euro oder knapp 33 Prozent.
Von diesen Forderungen entfielen 2.346,25 Euro auf Gesellschafter. Im Vorjahr waren es lediglich 984,40 Euro. Absolut bleibt dieser Betrag jedoch gering.
Die Entwicklung des Umlaufvermögens ist bemerkenswert, weil sie zeigt, dass die Gesellschaft trotz sinkender Bilanzsumme liquide Mittel aufbauen konnte.
Auf der Passivseite fällt vor allem der Rückgang der Verbindlichkeiten ins Auge.
Zum 31. Dezember 2025 weist die Windparkgesellschaft Verbindlichkeiten von 7.004.822,88 Euro aus. Ein Jahr zuvor waren es 7.605.145,50 Euro.
Damit wurden die Schulden innerhalb eines Jahres um rund 600.300 Euro beziehungsweise knapp acht Prozent reduziert.
Besonders deutlich ging der langfristige Anteil zurück.
Die Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sanken von 6.069.974 Euro auf 5.374.798 Euro. Das entspricht einem Abbau von rund 695.000 Euro.
Diese Entwicklung deutet auf laufende Tilgungen der langfristigen Finanzierung hin.
Im Gegenzug stiegen die kurzfristigen Verbindlichkeiten leicht an. Verpflichtungen mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr erhöhten sich von 1.535.171,50 Euro auf 1.630.024,88 Euro.
Das entspricht einem Plus von rund 94.900 Euro.
Damit verschiebt sich ein Teil der Verschuldung in den kurzfristigen Bereich. Bei langfristig finanzierten Windparkprojekten ist eine solche Entwicklung nicht ungewöhnlich, wenn fällige Tilgungsanteile aus dem langfristigen in den kurzfristigen Bereich übergehen.
Besonders interessant ist der Vergleich mit den liquiden Mitteln.
Den kurzfristigen Verbindlichkeiten von rund 1,63 Millionen Euro stehen Bankguthaben von rund 1,60 Millionen Euro gegenüber. Hinzu kommen kurzfristige Forderungen von rund 451.000 Euro.
Rein bilanziell verfügt die Gesellschaft damit über ein vergleichsweise komfortables kurzfristiges Vermögenspolster.
Allerdings bestehen zusätzlich Rückstellungen von 296.149,50 Euro. Im Vorjahr waren es 253.849 Euro.
Die Rückstellungen stiegen damit um rund 42.300 Euro beziehungsweise knapp 17 Prozent.
Nach Angaben des Unternehmens enthalten sie unter anderem noch nicht veranlagte Steuern sowie sonstige ungewisse Verpflichtungen. Eine detaillierte Aufschlüsselung wird im vorliegenden Jahresabschluss nicht veröffentlicht.
Das Eigenkapital blieb unverändert bei 2,5 Millionen Euro.
Dieser Betrag entspricht vollständig den Kapitalanteilen der Kommanditisten. Ein Bilanzgewinn oder Bilanzverlust wird nicht ausgewiesen.
Auch im Vorjahr lag das Eigenkapital bei exakt 2,5 Millionen Euro.
Durch die gesunkene Bilanzsumme hat sich die rechnerische Eigenkapitalquote dennoch verbessert. Ende 2025 lag sie bei rund 25,5 Prozent. Im Vorjahr waren es etwa 24,1 Prozent.
Damit verfügt die Gesellschaft über eine deutlich höhere Eigenkapitalquote als einige andere typische Projektgesellschaften im Windenergiebereich.
Gleichzeitig bleibt das Unternehmen stark fremdfinanziert. Rund 7 Millionen Euro Verbindlichkeiten stehen 2,5 Millionen Euro Eigenkapital gegenüber.
Ein wesentlicher Teil der Finanzierung ist dabei besichert.
Der Gesamtbetrag der bilanzierten Verbindlichkeiten, die durch Pfandrechte oder vergleichbare Sicherheiten abgesichert sind, beträgt 6.115.297,09 Euro.
Als Sicherheiten nennt die Gesellschaft insbesondere die Sicherungsübereignung der Windenergieanlagen, beschränkt persönliche Dienstbarkeiten zugunsten des finanzierenden Kreditinstituts, die Abtretung von Ansprüchen sowie die Verpfändung von Bankguthaben.
Damit sind wesentliche Vermögenswerte und Zahlungsströme des Windparks in die Finanzierung eingebunden.
Das ist für projektfinanzierte Windparks typisch: Kreditinstitute sichern sich nicht nur über die technischen Anlagen selbst ab, sondern auch über Nutzungsrechte, Forderungen und Liquiditätskonten.
Von besonderer Bedeutung ist außerdem der Anteil sehr langfristiger Verbindlichkeiten.
Der Gesamtbetrag der Verpflichtungen mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren beträgt 3.388.620 Euro.
Bemerkenswert ist, dass dieser Betrag gegenüber dem Vorjahr unverändert geblieben ist.
Das könnte darauf hindeuten, dass der Schuldenabbau 2025 vor allem Verbindlichkeiten mit mittleren Laufzeiten betroffen hat. Aus den veröffentlichten Angaben allein lässt sich dies jedoch nicht abschließend feststellen.
Auch Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern spielen eine Rolle.
Sie erhöhten sich von 731.929,54 Euro auf 757.232,01 Euro.
Das entspricht einem Anstieg um rund 25.300 Euro beziehungsweise knapp 3,5 Prozent.
Damit gehen Bank- und sonstige Verbindlichkeiten insgesamt zurück, während die Verpflichtungen gegenüber Gesellschaftern leicht steigen.
Welche konkrete Form diese Gesellschafterverbindlichkeiten haben und zu welchen Konditionen sie bestehen, wird im Anhang nicht näher erläutert.
Neben den bilanzierten Schulden bestehen weitere finanzielle Verpflichtungen.
Die Gesellschaft weist rund 120.000 Euro an sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus. Diese resultieren aus Pachtzahlungen für die Überlassung von Standortflächen.
Solche Verpflichtungen sind für Windparkgesellschaften von besonderer Bedeutung, weil die Anlagen häufig auf langfristig gepachteten Flächen betrieben werden.
Die Pachtkosten erscheinen nicht als klassische Verbindlichkeit in der Bilanz, stellen aber dennoch zukünftige Zahlungsverpflichtungen dar.
Auch deshalb reicht ein Blick auf die reine Bilanzsumme nicht aus, um die gesamte finanzielle Belastung eines Windparks zu beurteilen.
Die Gesellschaft selbst beschäftigt keine Arbeitnehmer.
Die durchschnittliche Zahl der Beschäftigten lag 2025 bei null.
Das spricht dafür, dass Betrieb, Wartung, kaufmännische Verwaltung und weitere Aufgaben ganz oder teilweise durch externe Dienstleister oder verbundene Unternehmen übernommen werden. Der Jahresabschluss macht hierzu jedoch keine näheren Angaben.
Die Windpark Aldenhövel GmbH & Co. KG hat ihren Sitz in Lüdinghausen und ist beim Amtsgericht Coesfeld unter der Handelsregisternummer 7931 eingetragen.
Die Geschäftsführung wird über die Windpark Aldenhövel Verwaltungsgesellschaft mbH ausgeübt. Unterzeichnet wurde der Jahresabschluss von Peter Finke, Georg Resing und Stephan Röckmann.
Der Jahresabschluss wurde am 29. Mai 2026 festgestellt.
Unter dem Strich zeigt die Bilanz 2025 eine Gesellschaft, die ihre langfristige Verschuldung deutlich reduziert und gleichzeitig ihre Liquidität verbessert hat.
Die gesamten Verbindlichkeiten sanken um rund 600.000 Euro. Besonders stark gingen die langfristigen Verpflichtungen zurück. Gleichzeitig erhöhte sich der Bestand an Bankguthaben um mehr als 240.000 Euro.
Das ist eine durchaus bemerkenswerte Kombination.
Auf der anderen Seite verliert das Sachanlagevermögen durch Abschreibungen weiter an Buchwert. Innerhalb eines Jahres ging es um mehr als 900.000 Euro zurück.
Für einen Windpark ist diese Entwicklung grundsätzlich erwartbar. Entscheidend ist, ob die Anlagen trotz sinkender Buchwerte ausreichend Stromerträge erwirtschaften, um laufende Kosten, Tilgungen und Pachtzahlungen zu bedienen.
Genau dazu liefert die veröffentlichte Bilanz jedoch keine detaillierten Informationen.
Auch aus dem unveränderten Eigenkapital und dem fehlenden Bilanzgewinn lässt sich die operative Profitabilität nicht unmittelbar ablesen. Dafür wären insbesondere die Gewinn- und Verlustrechnung sowie Angaben zur Ergebnisverwendung notwendig.
Der Jahresabschluss zeigt dennoch einen klaren Trend: Die Finanzierung wird schrittweise zurückgeführt, während die Gesellschaft zum Jahresende über mehr liquide Mittel verfügt als noch zwölf Monate zuvor.
Für die kommenden Jahre wird deshalb interessant sein, ob der Windpark diesen Schuldenabbau fortsetzen kann und gleichzeitig seine Liquiditätsposition stabil hält.
Denn genau darin liegt langfristig die entscheidende Frage für viele ältere Windparkgesellschaften: Wie schnell sinken die Finanzierungslasten – und wie viel wirtschaftlicher Spielraum bleibt, wenn die Anlagen bilanziell immer weiter abgeschrieben werden?