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Camper-Vermieter Vanever stellt nach Insolvenz den Betrieb ein – Hunderte Urlauber bleiben ohne Fahrzeug

MemoryCatcher (CC0), Pixabay

Mitten in der Hauptreisezeit trifft eine Insolvenz zahlreiche Campingurlauber. Die FreeVenture GmbH aus München, Betreiberin der Camper-Vermietung Vanever, hat einen Insolvenzantrag gestellt und ihren Geschäftsbetrieb zum 16. August 2026 vollständig eingestellt. Seitdem werden keine Camper mehr an Kunden übergeben.

Besonders problematisch ist die Situation für Urlauber, die ihre Reise bereits bezahlt haben. Nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters Rolf G. Pohlmann sind etwa 700 bis 1.000 Buchungen betroffen. Viele Kunden stehen damit kurzfristig ohne das gebuchte Fahrzeug da.

428 Camper an zwölf Standorten

Vanever verfügte zuletzt über 428 Camper an zwölf Standorten in Deutschland und Österreich. Von der Insolvenz sind außerdem 35 Beschäftigte betroffen. 27 von ihnen arbeiteten an eigenen Stationen des Unternehmens.

Das Geschäftsmodell unterschied sich von klassischen Autovermietungen. Vanever kaufte einen großen Teil seiner Fahrzeuge nicht selbst, sondern mietete Camper für die jeweilige Saison von Partnerunternehmen an. Anschließend wurden die Fahrzeuge unter dem eigenen Namen an Urlauber vermietet.

Genau diese Konstruktion wurde dem Unternehmen nun zum Verhängnis.

Wichtigster Fahrzeuglieferant kündigte Vertrag

Ein Zusammenschluss mehrerer Camper-Hersteller war der wichtigste Fahrzeuglieferant des Unternehmens. Dieser kündigte nach Angaben des Berichts Ende Juli 2026 wegen offener Forderungen den Vertrag.

Damit verlor Vanever den Zugriff auf einen wesentlichen Teil der für die Vermietung benötigten Fahrzeuge. Ohne diese Camper konnte das Unternehmen bereits bestehende Buchungen nicht mehr erfüllen.

Der vorläufige Insolvenzverwalter entschied deshalb, den Geschäftsbetrieb vollständig einzustellen. Eine weitere Vermietung sei wirtschaftlich und rechtlich nicht mehr verantwortbar gewesen.

Nachfrage nach Camper-Reisen eingebrochen

Die Probleme haben sich offenbar bereits im Frühjahr 2026 verschärft. Geschäftsführer Philipp Jacke führt die Schwierigkeiten unter anderem auf eine deutlich schwächere Nachfrage zurück.

Das Unternehmen hatte zuvor stark auf Wachstum gesetzt. Nach Darstellung des Geschäftsführers hätten geopolitische Entwicklungen, stark gestiegene Kraftstoffpreise und die allgemein schwächere wirtschaftliche Lage das Buchungsverhalten der Kunden erheblich verändert.

Damit trafen mehrere Probleme gleichzeitig aufeinander: geringere Nachfrage, hohe Kosten und schließlich der Verlust des wichtigsten Fahrzeuglieferanten.

Was passiert mit bereits bezahlten Reisen?

Für betroffene Urlauber hängt viel davon ab, wie sie ihre Reise bezahlt haben.

Wer direkt bei Vanever gebucht und den Reisepreis per Banküberweisung im Voraus bezahlt hat, kann das Geld nicht einfach zurückholen. Nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens können die Betroffenen ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter zur Insolvenztabelle anmelden.

Ob und wie viel Geld sie tatsächlich zurückerhalten, hängt davon ab, wie viel Insolvenzmasse vorhanden ist und wie hoch die Forderungen sämtlicher Gläubiger ausfallen. Eine vollständige Erstattung ist daher keineswegs sicher.

Kreditkarten- und PayPal-Kunden sollten schnell handeln

Bessere Möglichkeiten könnten Kunden haben, die mit Kreditkarte oder PayPal bezahlt haben. Der vorläufige Insolvenzverwalter empfiehlt ihnen, sich unverzüglich an den jeweiligen Zahlungsdienstleister zu wenden und zu prüfen, ob die Zahlung rückgängig gemacht werden kann.

Bei Kreditkartenzahlungen kommt beispielsweise ein sogenanntes Chargeback-Verfahren infrage. Entscheidend sind allerdings die Voraussetzungen des jeweiligen Zahlungsanbieters.

Eine besondere Situation besteht laut dem Bericht bei Buchungen über Check24. Die Kundengelder sollen dort zunächst verwahrt worden sein. Deshalb könnten diese Kunden bessere Chancen haben, ihr Geld zurückzuerhalten.

Für Urlauber kommt die Insolvenz zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt

Besonders bitter ist der Zeitpunkt der Betriebseinstellung. Mitte August befinden sich zahlreiche Bundesländer noch in den Sommerferien. Kunden, die ihren Camper lange im Voraus reserviert und bereits vollständig bezahlt haben, müssen nun möglicherweise innerhalb weniger Tage ein Ersatzfahrzeug finden.

In der Hochsaison kann das nicht nur schwierig, sondern auch erheblich teurer sein.

Die Insolvenz der FreeVenture GmbH zeigt zugleich ein besonderes Risiko des Geschäftsmodells: Vanever war bei der Vermietung in erheblichem Umfang von Fahrzeugen seiner Partner abhängig. Als der wichtigste Lieferant wegen offener Forderungen den Vertrag kündigte, fehlte dem Unternehmen letztlich die Grundlage, um die bereits gebuchten Camper-Reisen durchzuführen.

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