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Versenkbare Türgriffe im Auto: ADAC warnt vor Sicherheitsrisiken im Ernstfall

ulleo (CC0), Pixabay

Versenkbare Türgriffe gelten bei modernen Fahrzeugen als schick, aerodynamisch und technisch fortschrittlich. Doch gerade nach schweren Unfällen können sie zum Problem werden. Der ADAC warnt davor, dass insbesondere elektrisch betriebene Türgriffe Rettungskräften und Ersthelfern den Zugang zu Fahrzeuginsassen erschweren können. Fällt nach einem Unfall die Stromversorgung aus, lassen sich manche Systeme nicht mehr wie vorgesehen bedienen.

Das Risiko ist besonders groß, wenn ein Fahrzeug nach einem Zusammenstoß in Brand gerät. Dann zählt jede Sekunde. Sind die Türen von außen nicht schnell und intuitiv zu öffnen, kann wertvolle Zeit verloren gehen. Nach Angaben des ADAC können selbst professionelle Rettungskräfte Schwierigkeiten bekommen, wenn versenkte Griffe nicht ausfahren oder sich nicht mechanisch betätigen lassen.

Problematisch sind vor allem Systeme, bei denen die Türgriffe ausschließlich elektrisch bewegt werden. Andere Konstruktionen lassen sich dagegen auch ohne Strom mechanisch herausklappen oder durch kräftigen Druck beziehungsweise Zug bedienen. Aus Sicht des Automobilclubs sollte eine solche mechanische Notöffnung bei allen Fahrzeugen gewährleistet sein.

Die Debatte hat durch mehrere schwere Unfälle zusätzliche Aufmerksamkeit erhalten. In Berichten über reale Unfallsituationen wurde wiederholt beschrieben, dass sich Türen nach einem Crash nicht von außen öffnen ließen. In einzelnen Fällen kamen Menschen ums Leben, während Ersthelfer Schwierigkeiten hatten, Zugang zum Fahrzeuginneren zu bekommen. Dabei ist allerdings wichtig zu unterscheiden: Nicht bei jedem Unfall lässt sich allein aus einem blockierten Türgriff ableiten, dass genau dieser für den tödlichen Ausgang verantwortlich war.

Auch bei Crashtests werden Türsysteme überprüft. Bislang seien bei entsprechenden Tests unter kontrollierten Bedingungen keine grundsätzlichen Auffälligkeiten festgestellt worden. Die Realität eines schweren Verkehrsunfalls kann jedoch deutlich komplexer sein. Verformte Karosserien, unterbrochene Stromversorgung, Feuer oder beschädigte Steuergeräte können dazu führen, dass ein im Labor funktionierendes System im Ernstfall versagt.

Besonders weit geht inzwischen China. Dort sollen neue Fahrzeuge ab 1. Januar 2027 innen und außen über eine mechanische Entriegelungsmöglichkeit verfügen. Bereits zugelassene Modelle sollen bis 2029 entsprechend angepasst werden. Hintergrund sind Sicherheitsbedenken gegenüber vollständig elektrisch arbeitenden Türsystemen.

Eine vergleichbare Regulierung gibt es in Deutschland bislang nicht. Fahrzeuge mit versenkbaren Türgriffen können weiterhin zugelassen werden, sofern sie die bestehenden gesetzlichen Anforderungen erfüllen. Dennoch könnte die chinesische Entscheidung internationale Folgen haben. Da China einer der wichtigsten Automärkte weltweit ist, könnten Hersteller künftig stärker auf mechanische Notlösungen setzen.

Für Autofahrer bedeutet die Diskussion vor allem eines: Wer ein Fahrzeug mit elektrischen Türöffnern besitzt, sollte wissen, wie sich die Türen bei einem Stromausfall manuell entriegeln lassen. Diese Notentriegelung sollte nicht nur dem Fahrer bekannt sein, sondern möglichst auch regelmäßigen Mitfahrern.

Denn ein technisch elegantes Design ist nur dann überzeugend, wenn es auch im Notfall funktioniert. Gerade bei sicherheitsrelevanten Bauteilen wie Türgriffen zeigt sich, dass Komfort und Aerodynamik nicht zulasten einer einfachen mechanischen Bedienbarkeit gehen sollten.

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