Der Jahresabschluss 2025 der Windpark Wohnste III GmbH & Co. KG zeigt auf den ersten Blick eine solide Bilanzstruktur. Die Gesellschaft verfügt über vergleichsweise wenig Fremdkapital und weist weiterhin 820.000 Euro Eigenkapital aus. Gleichzeitig sind die liquiden Mittel deutlich gesunken, die Rückstellungen kräftig gestiegen und die Forderungen gegenüber Gesellschaftern haben stark zugenommen. Aus Anlegersicht ergibt sich damit ein insgesamt stabiles, aber nicht völlig spannungsfreies Bild.
Die Bilanzsumme verringerte sich zum 31. Dezember 2025 von rund 1,19 Millionen Euro auf 1,09 Millionen Euro. Der Rückgang geht vor allem auf Abschreibungen im Sachanlagevermögen und eine geringere Liquiditätsposition zurück.
Das Anlagevermögen sank von rund 276.900 Euro auf 184.800 Euro. Besonders deutlich reduzierte sich das Sachanlagevermögen: von etwa 127.300 Euro auf nur noch 35.200 Euro. Die Finanzanlagen blieben dagegen mit rund 149.600 Euro unverändert.
Liquide Mittel gehen um mehr als 150.000 Euro zurück
Auffällig ist vor allem die Entwicklung der Bankguthaben. Diese verringerten sich innerhalb eines Jahres von 712.044 Euro auf 559.064 Euro. Das entspricht einem Rückgang um knapp 153.000 Euro.
Die Gesellschaft verfügt damit weiterhin über eine komfortable Liquiditätsreserve. Allerdings zeigt der Rückgang, dass 2025 erhebliche Mittel abgeflossen sind.
Gleichzeitig erhöhten sich die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände von rund 173.800 Euro auf 313.400 Euro.
Bemerkenswert ist dabei insbesondere eine Forderung gegenüber Gesellschaftern von 156.524,64 Euro. Im Vorjahr bestand eine solche Forderung noch nicht.
Wechsel bei den Gesellschafterpositionen
Die Entwicklung gegenüber den Gesellschaftern ist aus Anlegersicht besonders interessant. Ende 2024 bestanden noch Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern von rund 106.600 Euro.
Zum Jahresende 2025 waren diese vollständig verschwunden. Stattdessen weist die Gesellschaft nun Forderungen gegenüber den Gesellschaftern von mehr als 156.000 Euro aus.
Damit hat sich die Position innerhalb eines Jahres praktisch umgekehrt.
Aus dem veröffentlichten Jahresabschluss geht allerdings nicht hervor, aus welchem konkreten wirtschaftlichen Vorgang diese Forderungen entstanden sind. Deshalb lässt sich allein aus der Bilanz nicht beurteilen, ob es sich beispielsweise um Ausschüttungen, Verrechnungskonten oder andere gesellschaftsrechtliche Vorgänge handelt.
Eigenkapital bleibt stabil
Positiv fällt die Eigenkapitalentwicklung auf. Die Kapitalanteile der Kommanditisten liegen unverändert bei 820.000 Euro.
Bei einer Bilanzsumme von rund 1,09 Millionen Euro ergibt sich damit eine sehr hohe bilanzielle Eigenkapitalquote von rund 76 Prozent.
Zum Vergleich: Viele Windpark-Projektgesellschaften sind aufgrund ihrer langfristigen Projektfinanzierungen wesentlich stärker fremdfinanziert.
Ein Bilanzgewinn oder Bilanzverlust wird nicht ausgewiesen. Ob und in welcher Höhe die Gesellschaft 2025 einen Jahresüberschuss erwirtschaftet hat, lässt sich aus den veröffentlichten Bilanzangaben nicht erkennen.
Verbindlichkeiten brechen deutlich ein
Sehr positiv entwickelt haben sich die Verbindlichkeiten. Sie reduzierten sich von rund 218.400 Euro auf lediglich 64.100 Euro.
Damit sank dieser Posten innerhalb eines Jahres um mehr als 70 Prozent.
Sämtliche Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr. Langfristige Bankdarlehen bestehen laut Jahresabschluss nicht. Auch dinglich gesicherte Verbindlichkeiten werden mit 0 Euro angegeben.
Das unterscheidet die Gesellschaft deutlich von vielen klassischen Windparkgesellschaften, deren Anlagen häufig über langfristige Bankkredite finanziert werden.
Rückstellungen steigen auf mehr als 200.000 Euro
Auf der anderen Seite erhöhten sich die Rückstellungen deutlich. Sie stiegen von rund 153.200 Euro auf knapp 201.000 Euro.
Eine wesentliche Rolle spielen dabei Verpflichtungen für den späteren Rückbau der Windkraftanlagen. Diese Rückstellungen berücksichtigen nach Angaben des Unternehmens eine jährliche Preissteigerung von zwei Prozent und werden entsprechend ihrer Laufzeit abgezinst.
Zusätzlich besteht für die Rückbauverpflichtung zugunsten der Grundstückseigentümer eine Avalbürgschaft der Norddeutschen Landesbank über 90.000 Euro.
Die Geschäftsführung geht nach eigenen Angaben derzeit nicht davon aus, dass daraus eine Inanspruchnahme entsteht.
Windpark offenbar in später Phase des Anlagenzyklus
Der niedrige Buchwert des Sachanlagevermögens von nur noch rund 35.000 Euro deutet darauf hin, dass die Windkraftanlagen bilanziell bereits weitgehend abgeschrieben sind.
Das kann für Anleger durchaus interessant sein: Hohe Abschreibungen belasten dann künftig die Gewinn- und Verlustrechnung weniger stark.
Gleichzeitig steigt bei älteren Windenergieanlagen typischerweise die Bedeutung von Wartung, Reparaturen und möglichen Ersatzinvestitionen. Genau hierzu enthält der veröffentlichte Abschluss allerdings keine näheren Angaben.
Beteiligung am Umspannwerk bleibt bestehen
Neben den Windenergieanlagen hält die Gesellschaft eine Beteiligung am Umspannwerk Ahrensmoor GbR. Diese wird im Anlagevermögen mit anteiligen Vermögensgegenständen erfasst.
Die Finanzanlagen belaufen sich unverändert auf rund 149.600 Euro.
Damit besitzt die Gesellschaft neben ihrem eigentlichen Windpark zusätzliche Infrastrukturwerte, die für den Netzanschluss beziehungsweise die Stromvermarktung von Bedeutung sein können.
Keine eigenen Arbeitnehmer
Wie bei vielen Windparkgesellschaften gibt es keine eigenen Beschäftigten. Die Gesellschaft beschäftigte im Geschäftsjahr 2025 durchschnittlich null Arbeitnehmer.
Die Geschäftsführung liegt bei Helmut Ehlen, Jan Ehlen und seit Anfang 2025 zusätzlich Rainer Dammann. Persönlich haftende Gesellschafterin ist die Windpark Wohnste Verwaltungs GmbH.
Was bedeutet der Abschluss für Anleger?
Aus Anlegersicht wirkt die Bilanz zunächst vergleichsweise solide. Die Gesellschaft besitzt eine hohe Eigenkapitalquote, nur geringe Verbindlichkeiten und weiterhin mehr als eine halbe Million Euro liquide Mittel.
Kritisch zu beobachten sind jedoch drei Entwicklungen: der deutliche Rückgang der Bankguthaben, der Anstieg der Rückstellungen und insbesondere die neu entstandenen Forderungen gegenüber Gesellschaftern von mehr als 156.000 Euro.
Diese Position verdient zusätzliche Erklärung, weil sie einen erheblichen Teil des Umlaufvermögens ausmacht.
Gleichzeitig fehlen im veröffentlichten Abschluss wichtige Angaben zur operativen Entwicklung. Es werden weder Stromproduktion noch Umsätze, Strompreise, Betriebskosten oder Jahresergebnis genannt. Deshalb lässt sich nicht beurteilen, wie profitabel der Windpark 2025 tatsächlich gearbeitet hat.
Unterm Strich zeigt Windpark Wohnste III eine starke Bilanz mit geringer Verschuldung – zugleich aber einen deutlichen Mittelabfluss und neue Forderungen gegenüber Gesellschaftern. Für Anleger dürfte deshalb weniger die Verschuldung als vielmehr die Frage entscheidend sein, wie nachhaltig der operative Cashflow der inzwischen weitgehend abgeschriebenen Anlagen noch ist.