Ein erneuter Ausbruch des Feuervulkans (Volcán de Fuego) hat in Guatemala einen Großeinsatz der Katastrophenschutzbehörden ausgelöst. Gewaltige Aschewolken, glühende Lavafragmente und austretende Gase bedrohen zahlreiche Gemeinden im Umfeld des Vulkans. Mehrere Dörfer mussten vorsorglich evakuiert werden, während für drei Verwaltungsbezirke die höchste Alarmstufe ausgerufen wurde. Die Behörden beobachten die Entwicklung rund um die Uhr, da sich die Lage jederzeit weiter verschärfen könnte.
Der rund 40 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Guatemala-Stadt gelegene Volcán de Fuego zählt zu den aktivsten Vulkanen Mittelamerikas. Sein jüngster Ausbruch sorgt erneut für große Sorge bei den Menschen in der Region. Nach Angaben des nationalen Katastrophenschutzes Conred schleudert der Vulkan derzeit eine mehrere Kilometer hohe Säule aus Asche, vulkanischen Gasen und glühenden Gesteinsfragmenten in den Himmel.
Die Eruptionswolke erreicht nach offiziellen Angaben eine Höhe von etwa vier bis fünf Kilometern. Gleichzeitig gehen Experten davon aus, dass sich vulkanische Asche über weite Teile der Umgebung ausbreiten könnte. Windrichtung und Wetterlage entscheiden darüber, welche Regionen besonders stark betroffen sind.
Höchste Alarmstufe für mehrere Regionen
Angesichts der zunehmenden vulkanischen Aktivität haben die Behörden für drei Verwaltungsbezirke die höchste Alarmstufe Rot ausgerufen. Damit können Evakuierungen schneller angeordnet und Einsatzkräfte gezielt in gefährdete Gebiete entsandt werden.
Erste Dörfer in unmittelbarer Nähe des Vulkans wurden bereits geräumt. Bewohner brachten sich gemeinsam mit Rettungskräften in Sicherheit. Schulen und öffentliche Einrichtungen wurden teilweise geschlossen, um die Bevölkerung vor möglichen Gefahren zu schützen.
Gefahr durch Asche, Lava und pyroklastische Ströme
Nicht nur die Asche stellt eine Gefahr dar. Besonders gefürchtet sind sogenannte pyroklastische Ströme – extrem heiße Gemische aus Gas, Asche und Gesteinsmaterial, die mit hoher Geschwindigkeit die Vulkanhänge hinabrasen können. Diese Naturgewalt zählt zu den gefährlichsten Begleiterscheinungen eines Vulkanausbruchs.
Hinzu kommen herabfallende Lavafragmente sowie eine starke Belastung der Luft durch vulkanische Gase. Bereits dünne Ascheschichten können Straßen unpassierbar machen, Dächer beschädigen und den Flugverkehr beeinträchtigen.
Behörden überwachen die Entwicklung
Der guatemaltekische Katastrophenschutz beobachtet die Aktivität des Vulkans kontinuierlich. Messstationen erfassen Erdbeben, Gasemissionen und Veränderungen im Krater, um frühzeitig auf eine weitere Eskalation reagieren zu können.
Rettungskräfte stehen bereit, weitere Evakuierungen durchzuführen, falls sich die Eruption verstärken sollte. Gleichzeitig werden Notunterkünfte vorbereitet, um betroffene Familien aufnehmen zu können.
Einer der aktivsten Vulkane Lateinamerikas
Der Volcán de Fuego gehört zu den aktivsten Vulkanen der Erde. Kleinere und größere Ausbrüche treten regelmäßig auf und prägen das Leben der Bevölkerung in der Region seit Jahrhunderten.
Besonders tragisch war der Ausbruch im Juni 2018. Damals kamen nach offiziellen Angaben mehr als 190 Menschen ums Leben, Hunderte weitere wurden vermisst. Glühend heiße pyroklastische Ströme zerstörten ganze Ortschaften und machten die Katastrophe zu einer der schwersten Naturkatastrophen in der jüngeren Geschichte Guatemalas.
Die Erinnerungen an dieses Ereignis sind bis heute präsent und erklären, warum die Behörden bereits bei ersten Anzeichen verstärkter vulkanischer Aktivität konsequent handeln.
Unsichere Entwicklung
Wie sich der aktuelle Ausbruch weiter entwickelt, ist derzeit nicht absehbar. Vulkanologen weisen darauf hin, dass sich Eruptionen innerhalb weniger Stunden deutlich verstärken, aber auch wieder abschwächen können.
Für die Menschen rund um den Feuervulkan bedeutet dies weiterhin höchste Wachsamkeit. Solange die Aktivität anhält, bleiben die Einsatzkräfte im Dauereinsatz und überwachen die Situation, um die Bevölkerung möglichst frühzeitig vor weiteren Gefahren zu warnen.