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Bundeskartellamt stellt sich gegen Edeka-Übernahme zahlreicher Tegut-Filialen

Mylene2401 (CC0), Pixabay

Die geplante Übernahme zahlreicher Tegut-Supermärkte durch Edeka stößt auf Widerstand des Bundeskartellamts. Nach einer vorläufigen Einschätzung der Wettbewerbsbehörde könnte der Zusammenschluss in mehreren Regionen den Wettbewerb erheblich einschränken. Insbesondere bei 38 der vorgesehenen Filialübernahmen sieht das Kartellamt kartellrechtliche Bedenken.

Auslöser des Verfahrens ist der angekündigte Rückzug des Schweizer Handelskonzerns Migros aus dem deutschen Markt. Das Unternehmen hatte im März bekannt gegeben, sich von seiner Supermarktkette Tegut trennen zu wollen. Gleichzeitig soll auch die traditionsreiche Marke Tegut aufgegeben werden.

Rund 200 Filialen sollen an Edeka gehen

Nach den bisherigen Plänen möchte Edeka rund 200 Tegut-Supermärkte übernehmen und damit sein Filialnetz insbesondere in Mittel- und Süddeutschland deutlich ausbauen. Aus Sicht des Bundeskartellamts könnte der Lebensmittelhändler dadurch in einzelnen regionalen Märkten jedoch eine zu dominante Stellung erlangen.

Die Wettbewerbshüter befürchten, dass Verbraucher in betroffenen Regionen künftig weniger Auswahl zwischen verschiedenen Supermarktketten hätten. Eine geringere Konkurrenz könnte sich langfristig auf Preise, Sortiment und Service auswirken.

38 Standorte besonders kritisch

Besonders kritisch bewertet das Bundeskartellamt die geplante Übernahme von 38 Filialen. Dort sieht die Behörde die Gefahr, dass der Wettbewerb erheblich eingeschränkt würde. Ob Edeka diese Standorte letztlich übernehmen darf, ist daher offen.

Die Einschätzung des Kartellamts ist zunächst vorläufig. Im weiteren Verfahren erhält Edeka Gelegenheit, zu den Bedenken Stellung zu nehmen oder mögliche Lösungen vorzuschlagen. Denkbar wäre beispielsweise, einzelne Filialen von der Übernahme auszunehmen oder an andere Wettbewerber zu veräußern.

Entscheidung mit Signalwirkung

Der Fall unterstreicht die Bedeutung der Fusionskontrolle im deutschen Lebensmittelhandel. Bereits heute dominieren mit Edeka, Rewe, der Schwarz-Gruppe (Lidl und Kaufland) sowie Aldi wenige große Handelsunternehmen den Markt. Das Bundeskartellamt achtet deshalb besonders darauf, dass weitere Übernahmen nicht zu einer übermäßigen Konzentration führen.

Ob Edeka die geplante Übernahme in der vorgesehenen Form umsetzen kann, wird erst nach Abschluss des kartellrechtlichen Prüfverfahrens feststehen. Bis dahin bleibt offen, welche Zukunft die betroffenen Tegut-Standorte erwartet.

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