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Belgien bittet künftig alle Autofahrer zur Kasse: Straßenmaut soll ab 2027 für In- und Ausländer kommen

jorono (CC0), Pixabay

Belgien steht vor einer grundlegenden Änderung seiner Verkehrspolitik. Nach jahrelangen Diskussionen haben sich die Regionen Flandern, Wallonien und Brüssel auf die Einführung einer Straßenmaut für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge geeinigt. Die neue Abgabe soll zum 1. Januar 2027 in Kraft treten und für sämtliche Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 3,5 Tonnen gelten.

Damit würde Belgien zu einer wachsenden Zahl europäischer Staaten gehören, die für die Nutzung ihrer Straßen Gebühren verlangen.

Alle Nutzer sollen sich an den Kosten beteiligen

Die belgischen Regionalregierungen begründen die Einführung der Maut mit dem steigenden Finanzbedarf für den Erhalt der Verkehrsinfrastruktur.

Der wallonische Infrastrukturminister François Desquesnes erklärte, jeder, der die belgischen Straßen nutze, solle einen fairen Beitrag zu deren Unterhaltung leisten. Unterstützung kommt auch aus Flandern. Dort verweist Finanzminister Ben Weyts darauf, dass belgische Autofahrer bei Fahrten ins Ausland ebenfalls in vielen Ländern Mautgebühren entrichten müssten. Deshalb sei es nachvollziehbar, dass auch ausländische Verkehrsteilnehmer künftig zur Finanzierung des belgischen Straßennetzes beitragen.

Auch deutsche Autofahrer betroffen

Von der geplanten Regelung wären nicht nur belgische Fahrzeughalter betroffen.

Auch Urlauber, Geschäftsreisende, Pendler und Transportunternehmen aus Deutschland sowie anderen europäischen Staaten müssten künftig für die Nutzung belgischer Straßen bezahlen. Belgien zählt insbesondere für Reisende in Richtung Nordsee, Frankreich oder Großbritannien zu den wichtigsten Transitländern.

Gerade für Grenzpendler und Vielfahrer könnten dadurch zusätzliche jährliche Kosten entstehen.

Details noch offen

Bislang haben die belgischen Behörden noch keine Angaben zur konkreten Höhe der Maut veröffentlicht. Auch die technische Umsetzung steht noch nicht endgültig fest.

Offen ist unter anderem,

  • ob eine digitale Vignette eingeführt wird,
  • ob die Gebühren streckenabhängig berechnet werden,
  • welche Ausnahmen möglicherweise gelten,
  • und wie die Kontrolle der Zahlung erfolgen soll.

Mit der Einigung der drei Regionen ist jedoch die politische Grundsatzentscheidung gefallen.

Europa setzt zunehmend auf Nutzerfinanzierung

Belgien folgt damit einem europaweiten Trend.

In zahlreichen Ländern wie Österreich, der Schweiz, Tschechien, Slowenien oder Ungarn gehören Maut- oder Vignettensysteme bereits seit Jahren zum Alltag. Andere Staaten setzen auf streckenabhängige Gebühren oder kombinieren unterschiedliche Modelle.

Mit der Einführung einer Pkw-Maut würde Belgien sein bisheriges System grundlegend erweitern und künftig sämtliche Nutzer der Straßen an den Infrastrukturkosten beteiligen.

Autofahrer sollten sich frühzeitig informieren

Bis zum geplanten Start Anfang 2027 bleibt zwar noch Zeit. Dennoch sollten sich Autofahrer, Reiseveranstalter und Unternehmen frühzeitig über die endgültigen Regelungen informieren, sobald Belgien die konkrete Ausgestaltung der Maut veröffentlicht.

Fest steht bereits heute: Wer ab 1. Januar 2027 mit dem Auto durch Belgien fährt, muss voraussichtlich mit zusätzlichen Kosten rechnen. Für Millionen Urlauber und Pendler könnte sich die Fahrt durch das Nachbarland damit künftig spürbar verteuern.

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