Dark Mode Light Mode

Bundesliga und DAZN gehen gegen illegale Streams vor: Gericht ordnet Sperre von livetv.sx an

JESHOOTS-com (CC0), Pixabay

Ein bedeutender Erfolg im Kampf gegen Internet-Piraterie: Die Deutsche Fußball Liga und der Streaminganbieter DAZN haben vor Gericht einen wichtigen Sieg gegen illegale Sport-Streams erzielt. Im Mittelpunkt steht die bekannte Plattform „livetv.sx“, die seit Jahren als eine der größten Quellen für unerlaubte Fußball-Übertragungen im deutschsprachigen Raum gilt.

Durch eine gerichtliche Entscheidung wurde nun die Sperrung der Webseite angeordnet. Für die Rechteinhaber ist dies ein wichtiger Schritt im Kampf gegen digitale Piraterie, die der Sportbranche jedes Jahr Milliardenschäden zufügen soll.

Seit mehr als 13 Jahren aktiv

Die Plattform livetv.sx existiert bereits seit über einem Jahrzehnt und war insbesondere bei Fußballfans bekannt, die Bundesliga-Spiele, internationale Wettbewerbe und andere Sportereignisse kostenlos verfolgen wollten. Nach Einschätzung von Rechteinhabern soll die Seite für einen erheblichen Teil der illegalen Streams im deutschsprachigen Raum verantwortlich gewesen sein.

Die Sperrung gilt deshalb als Signalwirkung gegen Anbieter, die urheberrechtlich geschützte Inhalte ohne Lizenz verbreiten.

DAZN spricht von organisiertem Vorgehen krimineller Netzwerke

DAZN sieht in dem Verfahren einen wichtigen Etappensieg, warnt jedoch gleichzeitig davor, den Kampf gegen illegale Streaming-Angebote zu unterschätzen.

Alice Mascia, CEO von DAZN DACH, erklärte, dass illegale Streaming-Portale häufig von professionell organisierten Gruppen betrieben würden, die international agieren und ihre technische Infrastruktur ständig verändern, um Sperrmaßnahmen zu umgehen.

Nach ihren Angaben seien klassische Abschaltungen einzelner Webseiten oft nur kurzfristig wirksam, da neue Domains oder Server schnell nachrücken könnten. Entscheidend seien deshalb koordinierte Maßnahmen zwischen Rechteinhabern, Plattformen und Behörden.

Milliardenverluste durch Sport-Piraterie

Nach Schätzungen entstehen der Sportindustrie weltweit Schäden von bis zu 28 Milliarden US-Dollar pro Jahr durch illegale Streams und Piraterie-Angebote. Besonders betroffen sind dabei Streaminganbieter, Ligen und Vereine, die hohe Summen für Übertragungsrechte investieren.

Für Anbieter wie DAZN steht dabei nicht nur der wirtschaftliche Schaden im Mittelpunkt. Laut Unternehmensangaben gefährde illegales Streaming langfristig auch Investitionen in Produktionen, Innovationen und die Qualität des Zuschauererlebnisses.

Auch die Deutsche Fußball Liga verfolgt seit Jahren verstärkt Maßnahmen gegen Piraterie, um die Vermarktung der Bundesliga-Rechte zu schützen.

Nutzer geraten ebenfalls in Gefahr

Besonders eindringlich warnte DAZN vor den Risiken für Nutzer illegaler Streaming-Portale. Viele Zuschauer würden unterschätzen, welchen Gefahren sie sich beim Besuch solcher Seiten aussetzen.

Dazu gehören unter anderem:

  • Schadsoftware und Viren
  • Datendiebstahl
  • betrügerische Werbung
  • Weitergabe persönlicher Daten
  • mögliche Nutzung gestohlener Informationen im Darknet

Hinzu kommen mögliche rechtliche Konsequenzen, die je nach Land unterschiedlich ausfallen können.

Clearingstelle spielte zentrale Rolle

Verfolgt wurde der Fall von der Clearingstelle Urheberrecht im Internet, kurz CUII. Die Organisation untersucht rechtswidrige Online-Angebote und koordiniert Maßnahmen gegen Urheberrechtsverletzungen im Netz.

Unterstützt wurde das Verfahren durch Daten und Hinweise von DAZN sowie der Deutsche Fußball Liga.

Kampf gegen Streaming-Piraterie dürfte weitergehen

Trotz des Erfolgs rechnen Experten damit, dass der Kampf gegen illegale Sport-Streams noch lange andauern wird. Betreiber entsprechender Plattformen reagieren häufig schnell auf Sperren und wechseln Domains oder Serverstandorte.

Dennoch zeigt der aktuelle Fall, dass koordinierte juristische Maßnahmen zunehmend Wirkung entfalten können. Für Rechteinhaber ist die Sperrung von livetv.sx deshalb nicht nur ein symbolischer Erfolg, sondern auch ein wichtiges Signal an die Szene der Streaming-Piraterie.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Sky Lounge Warnemünde GmbH: Sicherungsmaßnahmen im Insolvenzverfahren aufgehoben

Next Post

Zindstein Werte-Sammler 2025: Starke Rendite, aber mit Klumpenrisiken und hohen Kosten