Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht 2025 einen insgesamt starken, aber keineswegs defensiven Aktienfonds. Der DekaFonds hat im Berichtsjahr mit +18,5 % in beiden Anteilklassen ein sehr gutes Ergebnis erzielt. Auch über drei Jahre wirkt die Historie überzeugend: rund 15 % p.a.. Das spricht zunächst für ein erfolgreiches aktives Management. Gleichzeitig wird aber deutlich, dass diese Rendite mit einem hohen Aktienmarktrisiko, einer sehr starken Deutschland-Ausrichtung und einer deutlich konzentrierten Portfoliostruktur erkauft wird.
Der Fonds investiert nahezu vollständig in Aktien. Zum Stichtag lagen 95,6 % des Fondsvermögens in Aktien, der wirtschaftliche Investitionsgrad wurde durch Derivate sogar noch leicht angehoben. Für Anleger bedeutet das: Der Fonds ist kein Ausgleichsbaustein, sondern ein klarer Renditebaustein für offensive Depots. In schwächeren Marktphasen ist entsprechend mit deutlichen Rückschlägen zu rechnen. Das bestätigt auch die Risikostruktur: Der Fonds nutzt Futures und Optionen aktiv zur Steuerung, und der ausgewiesene durchschnittliche Value-at-Risk von 10,06 % unterstreicht, dass die Schwankungsbreite substanziell ist.
Positiv ist, dass das Fondsmanagement 2025 erkennbar nicht rein indexnah agiert hat, sondern mit Sektor- und Einzeltitelauswahl Mehrwert schaffen wollte. Besonders hilfreich waren laut Bericht Positionen wie Renk und Fresenius sowie die Zurückhaltung im Softwaresektor. Auch die Schwerpunktsetzung auf Industrie, Pharma/Gesundheit und Halbleiter passt zu einem Umfeld, in dem Konjunkturhoffnungen, KI-Investitionen und selektive Bewertungsaufholung eine Rolle spielten. Das wirkt nachvollziehbar und inhaltlich konsistent.
Allerdings ist die Struktur des Fonds aus Investorensicht auch mit Klumpenrisiken verbunden. Rund 83 % des Vermögens stecken in deutschen Aktien. Dazu kommen hohe Einzelgewichte wie Allianz (7,15 %), Siemens (6,97 %), Airbus (6,62 %), Siemens Energy (5,20 %), Deutsche Telekom (4,47 %), SAP (4,46 %) und Deutsche Bank (4,23 %). Das ist für einen aktiv gemanagten Deutschlandfonds zwar nicht ungewöhnlich, erhöht aber die Abhängigkeit von wenigen Titeln und vom wirtschaftlichen und politischen Umfeld in Deutschland. Wer bereits anderweitig stark in deutsche Aktien investiert ist, würde mit diesem Fonds sein Heimatmarkt-Risiko eher noch verstärken als diversifizieren.
Ein weiterer Punkt ist die Branchengewichtung. Industrie, Versicherungen, Pharma und Technologie dominieren. Dagegen wurden Autos und Software eher zurückhaltend gesteuert. Diese aktive Positionierung war 2025 teilweise vorteilhaft, kann aber in einem Marktumschwung auch gegen den Fonds laufen. Der Fonds ist daher nicht nur ein Deutschlandfonds, sondern auch ein Produkt mit klarer Managementmeinung. Das ist eine Chance, aber eben auch ein Risiko.
Auf der Kostenseite fällt das Bild gemischt aus. Die laufenden Kosten von 1,44 % bzw. 1,45 % sind für heutige Verhältnisse relativ hoch, vor allem im Vergleich zu günstigen passiven Deutschland- oder DAX-/HDAX-ETFs. Hinzu kommt bei der Anteilklasse CF ein Ausgabeaufschlag von 5,26 %, was für Neuanleger ein klarer Nachteil sein kann, sofern dieser tatsächlich voll anfällt. Zwar wurde 2025 keine Performance Fee belastet, grundsätzlich ist sie bei CF aber möglich. Aus Investorensicht heißt das: Der Fonds muss dauerhaft spürbaren Mehrwert gegenüber einfachen Indexlösungen liefern, damit sich die Gebühren rechtfertigen. Die gute 2025er Rendite hilft dabei, ist aber noch kein Beweis für dauerhafte Überlegenheit.
Leicht kritisch zu sehen sind auch die Netto-Mittelabflüsse im Berichtsjahr. Trotz guter Performance verzeichnete der Fonds unter dem Strich Mittelrücknahmen. Das ist kein Alarmsignal, aber ein Hinweis darauf, dass Anlegergelder nicht automatisch dem guten Jahr gefolgt sind. Positiv ist wiederum die Fondsgröße von rund 6,0 Mrd. Euro, die Stabilität und Marktrelevanz signalisiert.
Bei den Erträgen zeigt sich, dass der Fonds nicht primär über laufende Ausschüttungen überzeugt, sondern vor allem über Kursgewinne. Die Ausschüttung der CF-Klasse betrug 3,50 Euro je Anteil, also im Verhältnis zum Anteilwert eher moderat. Wer laufende Erträge sucht, wird hier weniger bedient als Anleger, die auf Kurssteigerungen setzen.
Nachhaltigkeitsseitig ist der Fonds kein klassisches ESG-Produkt mit explizit nachhaltigem Anlageziel. Positiv ist aber, dass PAI-Aspekte berücksichtigt werden und Ausschlüsse bzw. Schwellenwerte angewendet werden. Gleichzeitig stellt der Bericht klar, dass die Investitionen nicht an den EU-Kriterien ökologisch nachhaltiger Wirtschaftsaktivitäten ausgerichtet sind. Für nachhaltig strikt orientierte Anleger dürfte das daher eher nicht ausreichen.
Mein Anlegerfazit: Der DekaFonds war 2025 operativ und performanceseitig überzeugend. Das Management hat im Berichtsjahr sichtbar Mehrwert erzeugt, und die mittelfristige Wertentwicklung ist ordentlich. Der Fonds eignet sich vor allem für Anleger, die gezielt auf deutsche bzw. deutsch geprägte Aktien setzen, ein aktives Management wünschen und dafür höhere Kosten akzeptieren. Weniger passend ist er für Anleger, die breite internationale Diversifikation, niedrige Gebühren oder ein defensiveres Risikoprofil suchen.
Unterm Strich ist der DekaFonds ein chancenstarker, aber konzentrierter Deutschland-Aktienfonds: attraktiv für überzeugte Aktienanleger mit Risikobereitschaft, jedoch nur bedingt als alleiniger Kernbaustein eines langfristig breit diversifizierten Vermögensaufbaus geeignet.