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Tödliches Nadelöhr nach Umbau: Treppe in Crans-Montana rückt ins Zentrum der Ermittlungen

Nach der verheerenden Brandkatastrophe in der Bar „Le Constellation“ im Schweizer Wintersportort Crans-Montana verdichten sich die Hinweise auf gravierende Sicherheitsmängel. Im Zentrum der laufenden Ermittlungen steht nun insbesondere eine nachträglich umgebaute Treppe, die sich offenbar als tödliches Nadelöhr erwiesen hat.

Wie die italienische Tageszeitung Il Giornale berichtet, wurden 34 der insgesamt 40 Todesopfer am Fuß dieser Treppe gefunden. Der Befund der Ermittler deutet darauf hin, dass sich dort in der Silvesternacht zahlreiche Menschen stauten, als Rauch und Flammen die Bar innerhalb kürzester Zeit erfassten. Der Handlauf der Treppe soll abgerissen gewesen sein und in unmittelbarer Nähe der Leichen gelegen haben – ein mögliches Indiz für Panik, Gedränge und den verzweifelten Versuch zu entkommen.

Die Treppe verbindet das Untergeschoss der Bar mit dem Erdgeschoss und spielte als zentraler Fluchtweg eine entscheidende Rolle. Besonders brisant: Vor einem Umbau im Jahr 2015 war sie rund drei Meter breit. Nach den baulichen Veränderungen maß sie laut Medienberichten nur noch 1,37 Meter. Damit wurde ihre Breite mehr als halbiert – ein Umstand, der in einer Notsituation fatale Folgen gehabt haben könnte.

Neben der Treppe geraten auch weitere bauliche und organisatorische Aspekte ins Visier der Behörden. So hatte die in der Silvesternacht Feuer fangende Schallschutzdecke offenbar erheblich zur rasanten Brandausbreitung beigetragen. Zusätzlich sorgten verschlossene oder blockierte Türen dafür, dass Fluchtwege nicht nutzbar waren.

Am Wochenende räumte Barbetreiber Jacques Moretti gegenüber den Ermittlern ein, dass eine Servicetür von innen verschlossen gewesen sei. Er habe diese Tür in der Brandnacht von außen aufgebrochen und dahinter mehrere leblose Körper entdeckt. Die Tür sei nicht als Notausgang gekennzeichnet gewesen, warum sie verschlossen war, könne er sich nicht erklären.

Ehemalige Angestellte hatten bereits zuvor schwere Vorwürfe erhoben. Ein Notausgang sei regelmäßig verschlossen gewesen, da er in ein anderes Gebäude geführt habe. Dem Personal sei ausdrücklich untersagt worden, diese Tür zu öffnen.

Insgesamt starben 40 Menschen bei der Katastrophe, mehr als 100 wurden teils schwer verletzt. Die Ermittlungen sollen nun klären, ob Fahrlässigkeit oder gar strafbares Verhalten vorliegt. Für die Hinterbliebenen bleibt währenddessen die quälende Frage, ob bauliche Veränderungen und missachtete Sicherheitsauflagen diese Tragödie hätten verhindern können.

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