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Nach Stromausfall in Berlin: Städte fordern nationale „Blackout-Reserve“ vom Bund

Alexandra_Koch (CC0), Pixabay

Der massive Stromausfall im Südwesten Berlins hat eine bundesweite Debatte über die Sicherheit kritischer Infrastruktur ausgelöst. Als Reaktion fordert der Deutsche Städtetag von der Bundesregierung den Aufbau einer nationalen Notfallreserve mit mobilen Kraftwerken – um im Ernstfall ganze Stadtviertel mit Strom und Wärme versorgen zu können.

Forderung nach mobilen Kraftwerken

„Für großflächige und mehrtägige Stromausfälle wie jetzt in Berlin müssen wir größer denken als bisher“, erklärte Christian Schuchardt, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, gegenüber der Rheinischen Post. Zwar sei die Notstromversorgung einzelner Einrichtungen wie Krankenhäuser wichtig, doch mit mobilen Kraftwerken könnten ganze Quartiere in Notsituationen versorgt werden. Diese sogenannte Blackout-Reserve solle in der Verantwortung des Bundes liegen.

Anschlag zeigt Verwundbarkeit

Der Stromausfall, verursacht durch einen mutmaßlichen Brandanschlag auf ein Umspannwerk, hatte rund 45.000 Haushalte und über 2200 Unternehmen betroffen – erst nach vier Tagen war die Versorgung wieder vollständig hergestellt. Das Ausmaß des Schadens macht für viele sichtbar, wie angreifbar zentrale Versorgungsstrukturen in Deutschland sind.

Kritik an unzureichender Vorbereitung

Auch der Deutsche Beamtenbund (dbb) unterstützt die Forderung nach mehr Vorsorge. Vorsitzender Volker Geyer warnte: „Was in Berlin passiert ist, kann jederzeit auch in Köln, Stuttgart oder München geschehen.“ Es sei eine Illusion zu glauben, dass Deutschland auf Krisen dieser Art ausreichend vorbereitet sei. Als strukturelles Problem benannte Geyer die zunehmende Privatisierung kritischer Infrastrukturen – etwa bei Energie, Telekommunikation oder Verkehr.

Forderung nach mehr Mitteln für Bevölkerungsschutz

Neben der Blackout-Reserve fordert der Städtetag auch eine dauerhafte Aufstockung der Mittel für den Bevölkerungsschutz – nicht als kurzfristige Förderprogramme, sondern als fest verankerte Haushaltspositionen auf Bundes- und Landesebene.

Hintergrund: Stromausfall durch Sabotage

Am vergangenen Samstag war es im Berliner Stadtteil Zehlendorf zu einem gezielten Brandanschlag auf ein Umspannwerk gekommen. Eine linksextreme Gruppe hatte sich kurz darauf zu der Tat bekannt. Die Polizei ermittelt wegen möglicher weiterer Bedrohungen gegen das Berliner Stromnetz. Auch andernorts gab es zuletzt Vorfälle, wie den Fund eines Brandsatzes in Erkrath, der einem Umspannwerk galt.

Fazit: Der Berliner Stromausfall gilt vielen Kommunen als Weckruf. Um in Zukunft handlungsfähig zu bleiben, soll der Bund mehr Verantwortung übernehmen – und eine technische Reserve für den Ernstfall schaffen.

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