Im Norden Indiens hat ein verheerender Erdrutsch ein schweres Unglück ausgelöst. In der bergigen Region des Unionsstaates Himachal Pradesh wurde ein Reisebus von den herabstürzenden Schlammmassen erfasst und mitgerissen. Nach Angaben der Behörden kamen dabei mindestens 15 Menschen ums Leben, darunter neun Männer, vier Frauen und zwei Kinder.
Der Bus war laut örtlicher Polizeiangaben auf einer Landstraße in der Nähe des Bezirks Bilaspur unterwegs, als sich nach mehreren Tagen anhaltender Monsunregenfälle der Erdrutsch löste. Augenzeugen berichten, dass der Fahrer keine Chance hatte, dem plötzlichen Erdmassenstrom zu entkommen. Das Fahrzeug wurde von den tonnenschweren Schlammmassen erfasst und teilweise verschüttet.
Rettungskräfte waren sofort im Einsatz, um Überlebende aus dem zerstörten Bus zu befreien. „Der Bus wurde fast vollständig von Erde, Gestein und umgestürzten Bäumen bedeckt“, erklärte ein Sprecher der Katastrophenschutzbehörde. Nach ersten Schätzungen befanden sich 20 bis 25 Passagiere an Bord. Mehrere Verletzte wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht, einige von ihnen befinden sich in kritischem Zustand.
Himachal Pradesh ist aufgrund seiner bergigen Landschaft besonders anfällig für Erdrutsche während der Regenzeit. Experten machen neben den extremen Wetterbedingungen auch Abholzung und unkontrollierte Bautätigkeit für die steigende Zahl solcher Katastrophen verantwortlich.
Ministerpräsident Sukhvinder Singh Sukhu sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus und kündigte finanzielle Unterstützung für die Hinterbliebenen an. Die Regierung von Himachal Pradesh ordnete eine Untersuchung der Sicherheitsmaßnahmen im Straßenverkehr an – insbesondere in gefährdeten Regionen.
In den vergangenen Jahren haben die immer intensiveren Regenfälle in Nordindien wiederholt zu verheerenden Erdrutschen geführt, die ganze Dörfer zerstörten. Meteorologen warnen, dass der Klimawandel die Häufigkeit solcher extremen Wetterereignisse in den kommenden Jahren weiter erhöhen dürfte.