Die Versorgung im Pflegeheim wird in Thüringen für viele ältere Menschen zunehmend unbezahlbar. Der Landesseniorenrat schlägt Alarm: Ein Heimplatz sei längst zum „Luxusgut“ geworden, so Geschäftsführer Jan Steinhaußen. Die stetig steigenden Eigenanteile bezeichnet er als „Katastrophe“, die nicht nur Existenzen bedroht, sondern Seniorinnen und Senioren regelrecht in die Armut treibt.
Die Zahlen sind alarmierend: Ein Pflegeheimplatz kostet in Thüringen im Schnitt 3.000 Euro im Monat – deutlich mehr, als die meisten Rentner zur Verfügung haben. Laut Deutscher Rentenversicherung beziehen gerade einmal 0,2 Prozent der Seniorinnen und Senioren in Thüringen eine Rente von 2.800 Euro oder mehr. Für die große Mehrheit klafft damit eine kaum zu überbrückende Lücke zwischen Pflegekosten und Einkommen.
Der Landesseniorenrat sieht in dieser Entwicklung eine massive sozialpolitische Schieflage. „Pflege ist eine Grundfrage der Würde und Teilhabe im Alter – keine Frage des Geldbeutels“, so Steinhaußen. Die aktuelle Situation zwinge viele Familien in finanzielle Notlagen, andere wiederum schieben die Heimunterbringung aus Angst vor den Kosten so lange wie möglich hinaus – oft auf Kosten der pflegebedürftigen Person selbst.
Die Forderung an Politik und Gesellschaft ist deutlich: Strukturelle Entlastungen sind dringend nötig – sei es durch höhere Zuschüsse, einen Ausbau alternativer Wohn- und Pflegeformen oder eine Reform der Finanzierungssysteme. Denn: Würdevolles Altern darf kein Privileg für Wenige sein.