Ein Richter im US-Bundesstaat Idaho hat am 17. Juli die langjährige Nachrichtensperre im Fall des mutmaßlichen Vierfachmörders Bryan Kohberger aufgehoben. Damit könnten in den kommenden Tagen neue Informationen über einen der aufsehenerregendsten Kriminalfälle der letzten Jahre bekannt werden.
Keine Sperre mehr – weil es keinen Prozess mehr geben wird
Richter Steven Hippler erklärte, dass die Sperre – die seit 2023 galt und Kommunikation von Beteiligten mit den Medien untersagte – nicht mehr erforderlich sei. Grund: Kohberger hatte Anfang Juli überraschend ein Geständnis abgelegt und sich in einem Deal mit der Staatsanwaltschaft auf viermal lebenslange Haft ohne Aussicht auf vorzeitige Entlassung eingelassen. Damit wird es keinen öffentlichen Prozess geben.
Die Sperre war von zahlreichen Medienorganisationen juristisch angefochten worden, unter anderem wegen möglicher Verstöße gegen das US-Grundrecht auf Pressefreiheit.
Grausames Verbrechen erschütterte den Campus
Kohberger, ein ehemaliger Kriminologie-Student, hatte die Tötung von vier Studierenden der University of Idaho im November 2022 gestanden. Die Opfer – Madison Mogen (21), Kaylee Goncalves (21), Xana Kernodle (20) und Ethan Chapin (20) – wurden brutal in einem Studentenhaus in der Nähe des Campus erstochen. Der Fall schockierte die kleine Universitätsstadt Moscow im Norden Idahos.
Ermittler kamen dem Täter durch eine Kombination aus DNA-Spuren, Mobilfunkdaten und Überwachungsvideos auf die Spur. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Kohberger die Tat minutiös geplant hatte.
Familien gespalten über Deal – Öffentlichkeit will Antworten
Der Deal zur Vermeidung der Todesstrafe hat in den Familien der Opfer zu Kontroversen geführt. Während einige Angehörige erleichtert sind, den Strapazen eines Prozesses zu entgehen, kritisieren andere, dass Kohberger nie öffentlich zur Rechenschaft gezogen wird.
Die Aufhebung der Nachrichtensperre könnte nun neue Details über das Tatmotiv, die Ermittlungen und die Psyche des Täters ans Licht bringen. Die öffentliche und mediale Aufmerksamkeit bleibt hoch – eine offizielle Anhörung zur Strafvollstreckung ist für Ende Juli angesetzt.