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Mehrere Insolvenzanträge mangels Masse abgewiesen: Gericht bescheinigt zahlreichen Berliner und Brandenburger Firmen völlige Vermögenslosigkeit

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay

Die wirtschaftliche Lage zahlreicher Unternehmen in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg hat sich weiter verschärft. Gleich mehrere Amtsgerichte haben in den vergangenen Tagen Insolvenzanträge mangels Masse abgewiesen. Diese Entscheidungen machen deutlich: Für eine wachsende Zahl kleiner und mittelständischer Unternehmen reichen nicht einmal mehr die verbleibenden Mittel aus, um ein geordnetes Insolvenzverfahren durchzuführen.

Aktenzeichen 6.60 IN 226/24 – Jiggy Food GmbH, Kleinmachnow

Das Amtsgericht Potsdam lehnte am 9. Juli 2025 den Antrag der Jiggy Food GmbH auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens ab. Geschäftsführer Ocke Pinks hatte den Antrag bereits am 10. Dezember 2024 gestellt. Laut Gutachten des Sachverständigen vom 8. Juli 2025 existiert keinerlei Aktivmasse mehr – der Wert wurde mit 0 Euro beziffert. Ein Kostenvorschuss wurde nicht erbracht. Die Entscheidung beruht auf §§ 25, 26 Insolvenzordnung (InsO).

Aktenzeichen 3615 IN 2698/25 – LaBrOs System- und Prototypenbau UG, Berlin

Auch die beim Amtsgericht Charlottenburg registrierte LaBrOs UG musste die bittere Realität akzeptieren. Das Gericht wies am 11. Juli 2025 den Eigenantrag mangels Masse ab. Eine Eröffnung des Verfahrens über das eigene Vermögen war aus Sicht des Gerichts aussichtslos. Damit ist auch hier eine geordnete Schuldenregulierung vom Tisch.

Aktenzeichen 3613 IN 596/25 & 36o IN 8148/24 – Onyxo GmbH, Berlin

Besonders bemerkenswert ist der Fall der Onyxo GmbH. Gleich zwei Insolvenzanträge – einer von Gläubigerseite, einer durch die Gesellschaft selbst – wurden vom Amtsgericht Charlottenburg am 30. Juni 2025 abgelehnt. Beide Beschlüsse ergingen mit der Begründung, dass keine Insolvenzmasse vorhanden sei. Die Gesellschaft, geführt von Geschäftsführerin Özlem Isik, war zuletzt unter der prominenten Adresse Potsdamer Platz 1 geschäftsansässig. Die Doppelnatur der Anträge unterstreicht die Dramatik: Weder Gläubiger noch Schuldner sahen eine Perspektive für Fortführung oder Abwicklung.

Aktenzeichen 3615 IN 1617/25 – PIB Technology GmbH, Berlin

Ebenso musste die PIB Technology GmbH mit Geschäftsführer Sebastian Drost erkennen, dass ein Insolvenzverfahren ohne finanzielle Basis nicht tragfähig ist. Auch in diesem Fall blieb es bei der Abweisung durch das Charlottenburger Insolvenzgericht.

Fazit

Die Serie an abgewiesenen Insolvenzanträgen dokumentiert nicht nur eine finanzielle Notlage, sondern auch das endgültige wirtschaftliche Scheitern der betroffenen Unternehmen. Die Abweisung mangels Masse bedeutet regelmäßig, dass selbst Gläubiger leer ausgehen und keine Rückflüsse erwarten können. Für die betroffenen Geschäftsführer kann dies zudem haftungsrechtliche Konsequenzen haben – insbesondere, wenn kein rechtzeitiger Insolvenzantrag gestellt oder keine ordnungsgemäße Buchführung nachgewiesen wurde.

Zugleich zeigt sich, wie wichtig eine frühzeitige Restrukturierung und Beratung ist, bevor ein Unternehmen zahlungsunfähig wird. Denn ist die Masse erst auf Null geschrumpft, ist auch die letzte Chance auf einen Neuanfang im Rahmen des Insolvenzrechts vertan.

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