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Haute Cuisine ohne Sternenstress: Star-Koch Marc Veyrat verbannt Michelin-Tester aus seinem Restaurant
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Haute Cuisine ohne Sternenstress: Star-Koch Marc Veyrat verbannt Michelin-Tester aus seinem Restaurant

sergeitokmakov (CC0), Pixabay

Manche Menschen träumen davon, einmal im Leben einen Michelin-Stern zu ergattern. Marc Veyrat hingegen? Der hätte am liebsten eine einstweilige Verfügung gegen das ganze System. Der französische Starkoch hat offiziell verkündet, dass die Inspektoren des legendären Restaurantführers sein neues Lokal nicht betreten dürfen – und er hat es sogar mit einem kleinen Schild an der Tür unmissverständlich klargemacht.

„Ich bin 75, ich will keine Prüfungen mehr ablegen!“ erklärte Veyrat. Verständlich – denn nach seiner letzten Begegnung mit Michelin, als sein Restaurant La Maison des Bois 2019 degradiert wurde, dürfte er auf eine erneute Begegnung mit den mysteriösen Testessern im Anzug gerne verzichten.

„Cheddar-Gate“: Die tragische Geschichte eines missverstandenen Soufflés

Der Streit zwischen Veyrat und Michelin ist legendär. Alles begann mit einem harmlosen Soufflé, das angeblich Cheddar enthalten haben soll – ein Vorwurf, der in Frankreich fast einem Hochverrat gleichkommt. Veyrat bestand darauf, dass er ausschließlich edlen französischen Käse wie Reblochon und Beaufort verwendet hatte und vermutete, dass die Tester die gelbliche Färbung mit Safran verwechselt haben.

Doch Michelin ließ sich nicht erweichen. Veyrat verklagte den Guide, forderte die Entfernung seines Restaurants aus dem Buch, eine symbolische Entschädigung von einem Euro und eine offizielle Erklärung für die Abwertung. Das Ergebnis? Niederlage auf ganzer Linie – und noch dazu musste er auch die Gerichtskosten zahlen.

Seitdem hält Veyrat nicht viel von Michelin. „Die sind inkompetent“, stellt er heute noch fest. Doch anstatt sich aufzuregen, hat er eine elegantere Lösung gefunden: Ein neues Restaurant – ganz ohne den Stress der Sternejagd.

Neues Restaurant, neue Regeln – aber gleiche Preise

Veyrats neuer Tempel der gehobenen Küche, das Le Restaurant Marc Veyrat, liegt im schicken Skiort Megève. Wer hier speisen möchte, sollte allerdings nicht nur Lust auf gehobene Kulinarik, sondern auch einen gut gefüllten Geldbeutel mitbringen: 450 Euro pro Person kostet das Menü.

Dafür bekommt man allerdings nicht nur feinste französische Küche – man bekommt auch Veyrat selbst serviert! Der Chefkoch ist persönlich vor Ort, plaudert mit den Gästen und sorgt für eine ganz besondere Atmosphäre. Viele Besucher kommen nach eigenen Angaben nicht nur wegen der Speisen, sondern auch, um ihm die Hand zu schütteln.

„Ich meine das nicht egoistisch, aber ich bin halt ein Teil der Architektur.“ Ja klar, wer braucht schon Designermöbel, wenn man Marc Veyrat im Raum stehen hat?

Kann Michelin sich wirklich fernhalten?

Obwohl Veyrat seinen neuen Laden zur Michelin-freien Zone erklärt hat, gibt es ein kleines Problem: Michelin hält sich bekanntlich nicht an Hausverbote. Die geheimen Inspektoren könnten also trotzdem unerkannt erscheinen – wahrscheinlich mit falschem Schnurrbart und dunkler Sonnenbrille – und das Restaurant in den nächsten Guide aufnehmen.

Genau das ist bereits 2019 in Südkorea passiert, als der Besitzer des Restaurants Eo sich ausdrücklich gegen eine Aufnahme wehrte – und trotzdem im Guide landete. Veyrat könnte also auch diesmal wieder unfreiwillig dabei sein.

Veyrat vs. Fast Food: Vom Soufflé-Krieg zur Burger-Schlacht

Obwohl Veyrat den Michelin-Stress hinter sich lassen will, hat er keineswegs vor, sich aufs Altenteil zurückzuziehen. Neben seiner neuen Restaurant-Philosophie plant er, ein Buch zu schreiben und eine Kampagne gegen Junkfood zu starten.

„Ich habe keine Zeit, alt zu werden!“ ruft er voller Energie. Verständlich – mit 450-Euro-Menüs, Medienauftritten und einem persönlichen Kleinkrieg gegen die Fast-Food-Industrie bleibt wohl kaum Zeit für den Ruhestand.

Seine Frau regelt das Sonntagsmenü – zum Schnäppchenpreis von 220 Euro

Doch Veyrat ist nicht allein in seinem kulinarischen Feldzug. Seine Frau Christine, die liebevoll als „die geliebte Hexe“ bezeichnet wird, sorgt sonntags für eine ganz besondere Note: Sie kocht über offenem Feuer nach alten Rezepten – für bescheidene 220 Euro pro Kopf.

Das Restaurant ist erst seit Kurzem geöffnet, doch laut Veyrat läuft es bereits „fantastisch“. Und warum auch nicht? Wenn man mit Essen nicht nur den Gaumen, sondern auch den eigenen Stolz befriedigen kann, gibt es immer Kundschaft.

Fazit: Ein Restaurant ohne Sterne – aber garantiert nicht ohne Drama

Ob sich Michelin wirklich fernhält oder sich doch noch ins Restaurant schleicht, bleibt abzuwarten. Aber eines ist sicher: Marc Veyrat hat bewiesen, dass man auch ohne Sterne glänzen kann – man muss nur laut genug über den Guide schimpfen.

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