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NeXtWind Windpark Beteiligung 21: Verbindlichkeiten steigen auf 1,78 Millionen Euro – Eigenkapital sinkt deutlich

NeXtWind Windpark Beteiligung 21: Verbindlichkeiten steigen auf 1,78 Millionen Euro – Eigenkapital sinkt deutlich

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Fast unveränderte Bilanzsumme – aber deutliche Verschiebungen

Die NeXtWind Windpark Beteiligung 21 GmbH & Co. KG mit Sitz in Berlin hat ihren Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2025 veröffentlicht.

Die Offenlegung erfolgte am 20. Oktober 2026 im Unternehmensregister.

Das Unternehmen ist beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg unter der Registernummer HRA 62736 eingetragen.

Die Bilanzsumme betrug zum 31. Dezember 2025 insgesamt 5.550.356,69 Euro. Im Vorjahr waren es 5.549.493,07 Euro.

Damit erhöhte sich die Bilanzsumme lediglich um 863,62 Euro.

Auf den ersten Blick deutet dies auf eine nahezu unveränderte Vermögenslage hin.

Ein genauerer Blick auf die Passivseite zeigt jedoch erhebliche Veränderungen.

Während das Eigenkapital deutlich zurückging, stiegen die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stark an.

Diese gegenläufigen Entwicklungen sind der auffälligste Befund des Jahresabschlusses.

Eigenkapital sinkt um knapp 1,56 Millionen Euro

Zum Jahresende 2025 weist die Gesellschaft ein Eigenkapital von 3.763.495,60 Euro aus.

Ein Jahr zuvor hatte dieser Wert noch 5.320.206,17 Euro betragen.

Das entspricht einem Rückgang um 1.556.710,57 Euro beziehungsweise rund 29,3 Prozent.

Die Eigenkapitalquote sank damit von rund 95,9 Prozent auf etwa 67,8 Prozent.

Die Gesellschaft verfügt bilanziell weiterhin über einen erheblichen Eigenkapitalbestand. Die Entwicklung zeigt jedoch, dass sich das Verhältnis zwischen Eigen- und Fremdkapital innerhalb eines Jahres deutlich verschoben hat.

Bemerkenswert ist, dass die Veränderung vollständig bei den Kapitalanteilen der Kommanditisten ausgewiesen wird.

Der Bilanzgewinn beziehungsweise Bilanzverlust beträgt sowohl 2025 als auch 2024 null Euro.

Daraus lässt sich allerdings nicht schließen, dass die Gesellschaft in beiden Jahren weder Gewinne noch Verluste erwirtschaftet hat.

Bei einer Personengesellschaft können Jahresergebnisse über die Kapitalkonten der Gesellschafter abgebildet werden.

Ob der Rückgang des Eigenkapitals auf Verluste, Entnahmen, Umbuchungen oder andere Veränderungen zurückzuführen ist, lässt sich aus der vorliegenden Bilanz und dem Anhang nicht eindeutig bestimmen.

Hierfür wären weitere Angaben zur Entwicklung der Kapitalkonten und zur Gewinn- und Verlustrechnung erforderlich.

Verbindlichkeiten steigen um fast 688 Prozent

Besonders auffällig ist der Anstieg der Verbindlichkeiten.

Ende 2024 beliefen sich diese auf 226.286,90 Euro.

Zum 31. Dezember 2025 standen dagegen 1.782.361,09 Euro in der Bilanz.

Das entspricht einem Zuwachs um 1.556.074,19 Euro.

Die Verbindlichkeiten haben sich damit nahezu verachtfacht.

Prozentual ergibt sich ein Anstieg von rund 687,7 Prozent.

Ein derartiger Zuwachs ist für die wirtschaftliche Analyse bedeutsam, auch wenn daraus allein noch keine finanzielle Krise abgeleitet werden kann.

Entscheidend ist insbesondere, gegenüber wem die Verbindlichkeiten bestehen, wann sie zurückgezahlt werden müssen und welche finanziellen Mittel dafür verfügbar sind.

Sämtliche Verbindlichkeiten bestehen gegenüber verbundenen Unternehmen

Der Anhang liefert hierzu eine wichtige Information.

Die gesamten Verbindlichkeiten in Höhe von 1.782.361,09 Euro bestehen gegenüber verbundenen Unternehmen.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber anderen Gläubigern sowie sonstige Verbindlichkeiten werden in der veröffentlichten Übersicht mit null Euro ausgewiesen.

Damit handelt es sich bei den ausgewiesenen Schulden um konzerninterne Verpflichtungen.

Solche Finanzierungsbeziehungen können bei Beteiligungsgesellschaften verschiedene Funktionen erfüllen.

Beispielsweise können sie der Finanzierung von Beteiligungserwerben, der Bereitstellung von Liquidität oder der konzerninternen Verrechnung dienen.

Welche konkreten Vereinbarungen im vorliegenden Fall bestehen, geht aus dem Jahresabschluss jedoch nicht hervor.

Auch lässt sich nicht feststellen, ob die Verbindlichkeiten verzinslich sind oder ob besondere Rückzahlungsvereinbarungen bestehen.

Der konzerninterne Charakter ist dennoch für die Bewertung wichtig.

Denn die finanzielle Situation einer Beteiligungsgesellschaft kann stark von den Vereinbarungen und Zahlungsströmen innerhalb der Unternehmensgruppe abhängen.

1,54 Millionen Euro innerhalb eines Jahres fällig

Noch bedeutsamer als die absolute Höhe der Verbindlichkeiten ist ihre Laufzeitstruktur.

Laut Anhang haben 1.540.307 Euro der Verbindlichkeiten eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Das entspricht rund 86,4 Prozent der gesamten Verbindlichkeiten.

Weitere 242.054,09 Euro haben eine Restlaufzeit zwischen einem und fünf Jahren.

Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von mehr als fünf Jahren bestehen laut Abschluss nicht.

Damit ist der überwiegende Teil der Verpflichtungen kurzfristig fällig.

Für die Gesellschaft bedeutet dies, dass innerhalb eines Jahres erhebliche Zahlungsverpflichtungen bestehen können.

Allerdings ist zu beachten, dass konzerninterne Verbindlichkeiten möglicherweise verlängert, umgeschuldet oder durch andere konzerninterne Maßnahmen geregelt werden können.

Ob solche Vereinbarungen vorgesehen oder bereits getroffen wurden, lässt sich aus den veröffentlichten Unterlagen nicht entnehmen.

Eine gesicherte Aussage über die tatsächliche Rückzahlungsfähigkeit ist deshalb nicht möglich.

Nur 592 Euro auf Bankkonten

Auf der Aktivseite fällt ein weiterer Wert auf.

Zum 31. Dezember 2025 verfügte die Gesellschaft über liquide Mittel in Höhe von lediglich 592 Euro.

Im Vorjahr war in der Bilanz kein entsprechender positiver Betrag ausgewiesen.

Das gesamte Umlaufvermögen belief sich Ende 2025 auf 1.863,62 Euro.

Davon entfielen 1.271,62 Euro auf Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände.

In diesem Betrag enthalten sind 1.000 Euro eingeforderte, aber noch ausstehende Kapitaleinlagen der Kommanditisten.

Verglichen mit den kurzfristigen Verbindlichkeiten von mehr als 1,54 Millionen Euro erscheint der unmittelbar ausgewiesene Liquiditätsbestand außerordentlich gering.

Allerdings wäre es zu kurz gegriffen, daraus automatisch auf Zahlungsunfähigkeit zu schließen.

Eine Beteiligungsgesellschaft muss nicht zwangsläufig umfangreiche eigene Bankguthaben halten, wenn ihre Finanzierung und Zahlungsabwicklung über andere Konzerngesellschaften organisiert werden.

Ob dies bei NeXtWind Windpark Beteiligung 21 tatsächlich der Fall ist, lässt sich anhand des veröffentlichten Abschlusses nicht beurteilen.

Die Zahlen machen jedoch deutlich, dass die Gesellschaft ihre kurzfristigen Verpflichtungen nicht allein aus dem am Bilanzstichtag ausgewiesenen Bankguthaben erfüllen könnte.

Finanzanlagen von 5,55 Millionen Euro bilden nahezu das gesamte Vermögen

Die Vermögensseite der Bilanz wird nahezu vollständig von Finanzanlagen bestimmt.

Diese werden sowohl für 2025 als auch für 2024 mit exakt 5.548.493,07 Euro ausgewiesen.

Damit entfallen rund 99,97 Prozent der Bilanzsumme auf Finanzanlagen.

Der Anhang erläutert, dass Beteiligungen zu Anschaffungskosten bewertet werden.

Die Gesellschaft ist somit nach den veröffentlichten Zahlen in erster Linie als Beteiligungsgesellschaft einzuordnen.

Sie hält finanzielle Beteiligungswerte, während eigene Sachanlagen in der Bilanz nicht ausgewiesen werden.

Das ist ein wesentlicher Unterschied zu einer Windparkgesellschaft, die Windenergieanlagen unmittelbar als technisches Anlagevermögen bilanziert.

Für die wirtschaftliche Bewertung der NeXtWind Windpark Beteiligung 21 GmbH & Co. KG ist daher besonders wichtig, wie werthaltig ihre Beteiligungen sind.

Sind die Beteiligungen tatsächlich 5,55 Millionen Euro wert?

Der Bilanzansatz der Finanzanlagen beträgt rund 5,55 Millionen Euro.

Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass sich diese Beteiligungen jederzeit zu diesem Preis verkaufen ließen.

Nach den angegebenen Bewertungsgrundsätzen werden Beteiligungen zu Anschaffungskosten angesetzt.

Bei einer dauerhaften Wertminderung können handelsrechtliche Abschreibungen erforderlich sein.

Ob entsprechende Wertminderungsrisiken bestehen, lässt sich aus den veröffentlichten Angaben nicht erkennen.

Der Jahresabschluss nennt weder die einzelnen Beteiligungsunternehmen noch deren aktuelle wirtschaftliche Ergebnisse.

Auch Informationen zu möglichen Ausschüttungen, Marktwerten oder künftigen Erträgen der Beteiligungen fehlen.

Damit bleibt die tatsächliche wirtschaftliche Werthaltigkeit des wesentlichen Vermögenspostens anhand der vorliegenden Unterlagen nur eingeschränkt beurteilbar.

Dies ist keine Feststellung einer Wertminderung, sondern eine Grenze der öffentlich verfügbaren Informationen.

Warum sinkt das Eigenkapital fast genauso stark, wie die Schulden steigen?

Eine Besonderheit des Jahresabschlusses liegt in der Größenordnung der Veränderungen.

Das Eigenkapital verringerte sich um 1.556.710,57 Euro.

Gleichzeitig stiegen die Verbindlichkeiten um 1.556.074,19 Euro.

Die beiden Veränderungen liegen somit nur 636,38 Euro auseinander.

Die Bilanzsumme blieb nahezu konstant.

Das deutet rechnerisch auf eine erhebliche Verschiebung innerhalb der Finanzierung der Gesellschaft hin.

Denkbar wären beispielsweise Veränderungen von Gesellschafterkonten oder konzerninternen Finanzierungspositionen.

Aus den vorliegenden Angaben lässt sich jedoch nicht nachweisen, welcher konkrete Geschäftsvorfall die Veränderungen verursacht hat.

Insbesondere wäre es nicht gerechtfertigt, ohne weitere Unterlagen zu behaupten, dass Eigenkapital unmittelbar in ein Darlehen umgewandelt wurde.

Die auffällige Parallelität der Zahlen macht die Entwicklung der Gesellschafterkonten und der konzerninternen Verbindlichkeiten allerdings zu einem wichtigen Punkt für eine vertiefte Analyse.

Konzernzugehörigkeit: NeXtWind Capital Ltd. in London

Die NeXtWind Windpark Beteiligung 21 GmbH & Co. KG gehört nach eigenen Angaben zum Konzern der NeXtWind Capital Ltd. mit Sitz in London.

Der Jahresabschluss wird in den Konzernabschluss dieses Unternehmens einbezogen.

Für die Bewertung der Gesellschaft ist dies von Bedeutung.

Die Einzelbilanz zeigt ausschließlich die Vermögens-, Finanzierungs- und Verpflichtungspositionen der Berliner Beteiligungsgesellschaft.

Sie vermittelt dagegen keinen vollständigen Überblick über die wirtschaftliche Situation der gesamten NeXtWind-Gruppe.

Dafür wäre insbesondere der Konzernabschluss erforderlich.

Auch die Tatsache, dass Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen, macht die Konzernperspektive relevant.

Die finanzielle Stabilität einer einzelnen Beteiligungsgesellschaft kann von konzerninternen Vereinbarungen und Finanzierungsentscheidungen beeinflusst werden.

Aus der Konzernzugehörigkeit folgt jedoch nicht automatisch, dass die Muttergesellschaft sämtliche Verpflichtungen der Tochtergesellschaft garantiert.

Eine solche Garantie ist dem vorliegenden Jahresabschluss nicht zu entnehmen.

Keine eigenen Arbeitnehmer

Die Gesellschaft beschäftigte im Geschäftsjahr 2025 durchschnittlich keine Arbeitnehmer.

Bei einer Beteiligungsgesellschaft ist dies nicht ungewöhnlich.

Verwaltungs- und Geschäftsführungsaufgaben können durch die Komplementärgesellschaft oder externe Dienstleister wahrgenommen werden.

Als persönlich haftende Gesellschafterin nennt der Abschluss die NeXtWind Komplementär GmbH.

Die Geschäftsführung wurde im Berichtszeitraum beziehungsweise zu den angegebenen Zeitpunkten durch Prof. Dr. Werner Süss, Lars Benjamin Meyer, Ewald Woste, Dr. Urban Thomas Viktor Keussen und Lisa-Sophie Kleiß wahrgenommen.

Die veröffentlichten Angaben enthalten dabei unterschiedliche Ein- und Austrittsdaten.

Der Jahresabschluss wurde am 30. Juli 2026 unterzeichnet und am 17. September 2026 festgestellt.

Was sagt der Jahresabschluss über die wirtschaftliche Lage aus?

Die Bilanz zeigt eine Gesellschaft mit einem weiterhin erheblichen Eigenkapitalbestand und nahezu unveränderten Finanzanlagen.

Gleichzeitig hat sich die Finanzierungsstruktur deutlich verändert.

Der Eigenkapitalanteil ist gesunken, während die konzerninternen Verbindlichkeiten stark gestiegen sind.

Der überwiegende Teil dieser Verbindlichkeiten ist kurzfristig fällig.

Dem stehen nur geringe unmittelbar ausgewiesene liquide Mittel gegenüber.

Diese Kombination verdient Aufmerksamkeit.

Allerdings fehlen für eine umfassende wirtschaftliche Beurteilung mehrere entscheidende Informationen.

Insbesondere liegen keine detaillierten Angaben zur Ertragslage, zu den Zahlungsströmen, zu den Bedingungen der konzerninternen Finanzierung und zur wirtschaftlichen Entwicklung der gehaltenen Beteiligungen vor.

Aus dem Jahresabschluss allein kann deshalb weder auf eine Zahlungsunfähigkeit noch auf eine gesicherte finanzielle Stabilität geschlossen werden.

Die wichtigsten Bilanzzahlen im Überblick

Kennzahl 2025 2024
Bilanzsumme 5.550.356,69 € 5.549.493,07 €
Finanzanlagen 5.548.493,07 € 5.548.493,07 €
Umlaufvermögen 1.863,62 € 1.000,00 €
Liquide Mittel 592,00 € 0,00 €
Eigenkapital 3.763.495,60 € 5.320.206,17 €
Eigenkapitalquote 67,8 % 95,9 %
Rückstellungen 4.500,00 € 3.000,00 €
Verbindlichkeiten 1.782.361,09 € 226.286,90 €
Davon kurzfristig fällig 1.540.307,00 € 226.286,90 €
Davon mit 1–5 Jahren Restlaufzeit 242.054,09 € 0,00 €
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