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Airbnb zieht die Grenze: Gäste sollen trotz Reinigungsgebühr nicht mehr Betten abziehen und Geschirr spülen müssen

raphaelsilva (CC0), Pixabay

Wer eine Ferienwohnung über Airbnb bucht, kennt das Problem: Neben dem Übernachtungspreis fällt häufig eine zusätzliche Reinigungsgebühr an. Trotzdem verlangen manche Gastgeber, dass ihre Gäste vor der Abreise noch verschiedene Arbeiten erledigen. Geschirr abwaschen, Betten abziehen oder die Unterkunft für die anschließende Reinigung vorbereiten – solche Vorgaben können den letzten Urlaubstag erheblich beeinträchtigen.

Damit soll zumindest bei bestimmten Aufgaben Schluss sein. Airbnb hat seine Richtlinien für Hausregeln angepasst und schränkt ein, welche Arbeiten Gastgeber ihren Gästen beim Check-out auferlegen dürfen.

Nach den neuen Vorgaben sollen Vermieter insbesondere nicht mehr verlangen dürfen, dass Gäste vor der Abreise das Geschirr abwaschen oder die Bettwäsche abziehen. Erlaubt bleiben demnach nur Aufgaben, die Airbnb als zumutbar einstuft.

Für Reisende ist das eine wichtige Änderung. Denn wer eine Unterkunft einschließlich einer Reinigungsgebühr bucht, darf erwarten, dass die eigentliche Endreinigung nicht zusätzlich auf ihn abgewälzt wird.

Reinigungsgebühr bezahlen und trotzdem putzen? Airbnb reagiert auf ein Ärgernis

Die Reinigungsgebühr ist bei vielen Ferienwohnungen ein fester Bestandteil des Gesamtpreises. Sie soll typischerweise Kosten abdecken, die für die Reinigung und Vorbereitung der Unterkunft nach einem Aufenthalt entstehen.

Für Gäste war es deshalb häufig schwer nachvollziehbar, weshalb sie zusätzlich noch Aufgaben übernehmen sollten, die normalerweise zur Arbeit einer Reinigungskraft gehören.

Besonders ärgerlich können solche Anforderungen sein, wenn sie erst nach der Buchung oder kurz vor der Abreise deutlich werden.

Airbnb zieht nun eine klarere Grenze zwischen angemessenem Verhalten der Gäste und eigentlichen Reinigungsarbeiten.

Die Plattform begründet die Änderung damit, dass Reisenden keine Tätigkeiten abverlangt werden sollten, für die üblicherweise Reinigungspersonal zuständig ist.

Damit rückt Airbnb die Erwartungen seiner Kunden stärker in den Mittelpunkt.

Was Gäste künftig nicht mehr erledigen müssen sollen

Nach der beschriebenen neuen Richtlinie dürfen Gastgeber ihren Gästen insbesondere das Abwaschen von Geschirr und das Abziehen der Betten nicht mehr als verpflichtende Check-out-Aufgaben vorgeben.

Das ist für viele Urlauber eine spürbare Erleichterung.

Gerade am Abreisetag herrscht häufig Zeitdruck. Koffer müssen gepackt, Kinder versorgt und Zugverbindungen oder Flugzeiten eingehalten werden.

Wer zusätzlich eine umfangreiche Aufgabenliste abarbeiten soll, empfindet die Ferienwohnung möglicherweise weniger als Erholungsangebot und mehr als Unterkunft mit zusätzlichen Arbeitspflichten.

Die neue Regelung soll verhindern, dass Gastgeber solche Reinigungsarbeiten verbindlich auf Gäste übertragen.

Allerdings bedeutet die Änderung nicht, dass Urlauber eine Ferienwohnung völlig ungeordnet oder mutwillig verschmutzt zurücklassen dürfen.

Ein pfleglicher Umgang mit der Unterkunft bleibt selbstverständlich erforderlich.

Was weiterhin zumutbar sein kann

Airbnb unterscheidet nach der neuen Richtlinie zwischen Reinigungsarbeiten und zumutbaren Aufgaben beim Verlassen einer Unterkunft.

Welche einzelnen Tätigkeiten im Detail noch zulässig sind, lässt sich aus der vorliegenden Kurzmeldung nicht vollständig entnehmen.

Deshalb wäre es verfrüht, pauschal zu behaupten, dass beispielsweise jede Form der Müllentsorgung oder jede sonstige Check-out-Anweisung künftig verboten sei.

Entscheidend sind die konkreten Vorgaben der Plattform und die Frage, ob eine Aufgabe tatsächlich als angemessen eingestuft wird.

Unabhängig davon dürfen Gastgeber weiterhin erwarten, dass Gäste sorgsam mit der Einrichtung umgehen, Schäden vermeiden und vereinbarte Check-out-Zeiten einhalten.

Die neue Richtlinie ist daher kein Freibrief für nachlässiges Verhalten, sondern eine Begrenzung überzogener Reinigungspflichten.

Was bedeutet die Änderung für Gastgeber?

Für Vermieter von Ferienwohnungen bedeutet die neue Regelung, dass sie ihre Hausregeln und Check-out-Anweisungen überprüfen sollten.

Wer bisher verbindlich verlangt hat, dass Gäste vor der Abreise die Bettwäsche entfernen oder sämtliches Geschirr abwaschen, muss diese Vorgaben an die Plattformrichtlinie anpassen.

Das kann auch Auswirkungen auf die Organisation der Endreinigung haben.

Gastgeber müssen gegebenenfalls mehr Zeit für das Reinigungspersonal einplanen oder ihre bisherigen Arbeitsabläufe verändern.

Allerdings gehört die Vorbereitung einer Unterkunft für die nächsten Gäste grundsätzlich zu den Aufgaben, die ein Vermieter bei der Kalkulation seines Angebots berücksichtigen muss.

Wenn dafür eine gesonderte Reinigungsgebühr erhoben wird, sollte für Reisende nachvollziehbar sein, welche Leistungen damit abgegolten werden.

Dürfen Vermieter weiterhin Reinigungsgebühren verlangen?

Ja. Aus der beschriebenen Änderung folgt kein allgemeines Verbot von Reinigungsgebühren.

Airbnb schränkt vielmehr bestimmte Anforderungen an Gäste ein, die zusätzlich zu einer solchen Gebühr gestellt werden.

Für Verbraucher bleibt deshalb wichtig, den Gesamtpreis einer Unterkunft zu vergleichen.

Eine auf den ersten Blick günstige Übernachtung kann durch Reinigungsgebühren und weitere Preisbestandteile deutlich teurer werden.

Gerade bei kurzen Aufenthalten fällt eine einmalige Reinigungsgebühr im Verhältnis zum Übernachtungspreis besonders stark ins Gewicht.

Vor einer Buchung sollten Reisende deshalb nicht nur den ausgewiesenen Preis pro Nacht betrachten, sondern auch den tatsächlich zu zahlenden Gesamtbetrag.

Was können Gäste tun, wenn der Gastgeber trotzdem das Abwaschen verlangt?

Wer nach der Buchung eine Check-out-Liste erhält, die verpflichtend das Abwaschen von Geschirr oder das Abziehen der Bettwäsche vorsieht, sollte zunächst auf die aktualisierten Airbnb-Regeln hinweisen.

Sinnvoll ist es, die betreffende Nachricht oder Anweisung zu dokumentieren und die Kommunikation möglichst über die Plattform zu führen.

Lässt sich die Angelegenheit nicht direkt mit dem Gastgeber klären, können Gäste den Kundenservice von Airbnb einschalten.

Dabei sollten sie sachlich schildern, welche Arbeiten verlangt werden und weshalb diese nach ihrer Auffassung gegen die Plattformrichtlinien verstoßen.

Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen einer unverbindlichen Bitte und einer verpflichtenden Anweisung.

Ein Gastgeber kann möglicherweise um Unterstützung bitten. Ob daraus jedoch eine verbindliche Pflicht entstehen darf, richtet sich nach den geltenden Plattformregeln und den konkreten Buchungsbedingungen.

Können Gäste wegen nicht erledigter Reinigungsarbeiten zusätzlich zur Kasse gebeten werden?

Hier ist Vorsicht bei pauschalen Aussagen geboten.

Wenn eine Aufgabe nach den Airbnb-Richtlinien nicht verpflichtend verlangt werden darf, spricht viel dafür, dass ein Gastgeber allein aus ihrer Nichterledigung nicht ohne Weiteres eine zusätzliche Zahlung herleiten kann.

Ob im Einzelfall dennoch ein berechtigter Anspruch besteht, hängt allerdings von den tatsächlichen Umständen ab.

Normale Gebrauchsspuren und übliche Reinigungsarbeiten sind anders zu beurteilen als außergewöhnliche Verschmutzungen oder nachweisbare Schäden.

Wer beispielsweise Einrichtungsgegenstände beschädigt oder eine Unterkunft in einem erheblich verschmutzten Zustand hinterlässt, kann sich nicht allein auf die neue Check-out-Regelung berufen.

Die Einschränkung bestimmter Hausregeln bedeutet daher nicht, dass jede zusätzliche Forderung wegen eines tatsächlich verursachten Schadens ausgeschlossen wäre.

Plattformregeln und gesetzliche Verbraucherrechte sind nicht dasselbe

Aus rechtlicher Sicht ist außerdem wichtig, zwischen den internen Regeln von Airbnb und den gesetzlichen Rechten der Vertragsparteien zu unterscheiden.

Die neue Richtlinie legt fest, welche Anforderungen Gastgeber innerhalb des Airbnb-Angebots an ihre Gäste stellen dürfen.

Ob eine bestimmte vertragliche Klausel darüber hinaus nach deutschem Recht wirksam wäre, ist eine eigenständige rechtliche Frage.

Sie kann unter anderem davon abhängen, welche Vereinbarungen getroffen wurden, wann die Bedingungen mitgeteilt wurden und ob sie einer rechtlichen Inhaltskontrolle standhalten.

Die neue Airbnb-Regelung ersetzt deshalb keine individuelle rechtliche Prüfung. Sie verbessert aber die Position der Gäste innerhalb des Buchungssystems, weil sich diese bei unzulässigen Check-out-Anforderungen auf die Plattformvorgaben berufen können.

Ein Schritt zu mehr Transparenz bei Ferienwohnungen

Die Entscheidung von Airbnb greift ein Problem auf, das viele Reisende seit Jahren beschäftigt: Welche Leistungen sind mit dem Buchungspreis und der Reinigungsgebühr eigentlich bezahlt?

Eine Ferienwohnung unterscheidet sich zwar in manchen Punkten von einem Hotel. Gäste übernehmen dort häufig bestimmte alltägliche Aufgaben selbst.

Trotzdem sollte vor der Buchung klar sein, welche Pflichten tatsächlich bestehen.

Wenn umfangreiche Reinigungsarbeiten erst am Ende des Aufenthalts verlangt werden, kann dies zu Enttäuschung und Streit führen.

Klare Regeln schaffen deshalb Vorteile für beide Seiten.

Gäste wissen besser, was von ihnen erwartet werden darf. Gastgeber wiederum können ihre Abläufe und Hausregeln so gestalten, dass Missverständnisse vermieden werden.

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