Der am 19. Oktober 2026 veröffentlichte Jahresabschluss der 100. WestWind Windpark GmbH & Co. KG umfasst das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2025.
Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Kirchdorf und ist beim Amtsgericht Walsrode unter der Registernummer HRA 202661 eingetragen.
Der Jahresabschluss wurde am 24. Juni 2026 festgestellt. Als Unterzeichnerin wird Michaela Meindertsma genannt. Persönlich haftende Gesellschafterin ist die Westwind Verwaltungs GmbH.
Die veröffentlichten Zahlen geben Einblick in die Vermögens- und Finanzierungsstruktur des Unternehmens. Allerdings handelt es sich um einen verkürzten Abschluss, der keine detaillierte Gewinn- und Verlustrechnung enthält.
Eine vollständige Beurteilung der Ertragslage ist deshalb nicht möglich.
Bilanzsumme sinkt um rund 500.000 Euro
Die Bilanzsumme der Gesellschaft verringerte sich von 6.234.922,60 Euro Ende 2024 auf 5.734.317,86 Euro zum 31. Dezember 2025.
Das entspricht einem Rückgang um 500.604,74 Euro beziehungsweise rund 8 Prozent.
Die Entwicklung wird maßgeblich durch das Anlagevermögen bestimmt.
Dieses ging von 5.507.001 Euro auf 5.087.652 Euro zurück.
Der Rückgang beträgt 419.349 Euro beziehungsweise rund 7,6 Prozent.
Bei Windparkgesellschaften ist eine solche Entwicklung nicht grundsätzlich ungewöhnlich.
Windenergieanlagen gehören zu den kapitalintensiven Vermögensgegenständen und werden über ihre voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben.
Die Gesellschaft erklärt im Anhang, dass die planmäßigen Abschreibungen linear vorgenommen wurden.
Ob der gesamte Rückgang des Anlagevermögens ausschließlich auf Abschreibungen zurückzuführen ist, lässt sich aus den veröffentlichten Angaben jedoch nicht abschließend feststellen.
Auch andere Veränderungen des Anlagevermögens könnten eine Rolle spielen.
Die wichtigsten Bilanzkennzahlen im Überblick
| Kennzahl | 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| Bilanzsumme | 5.734.318 € | 6.234.923 € |
| Anlagevermögen | 5.087.652 € | 5.507.001 € |
| Umlaufvermögen | 620.403 € | 713.322 € |
| Forderungen gegen Gesellschafter | 211.048 € | 186.471 € |
| Eigenkapital | 939.021 € | 1.035.000 € |
| Rückstellungen | 172.485 € | 212.779 € |
| Verbindlichkeiten | 4.529.852 € | 4.886.514 € |
| Verbindlichkeiten bis zu einem Jahr | 405.910 € | 396.033 € |
| Verbindlichkeiten über fünf Jahre | 2.657.788 € | 3.024.327 € |
Beträge gerundet. Grundlage ist die veröffentlichte Bilanz zum 31. Dezember 2025.
Eigenkapital sinkt um knapp 96.000 Euro
Besondere Aufmerksamkeit verdient die Entwicklung des Eigenkapitals.
Zum Jahresende 2024 verfügte die Gesellschaft über ein bilanzielles Eigenkapital von 1.035.000 Euro.
Ein Jahr später waren es nur noch 939.020,75 Euro.
Das entspricht einem Rückgang um 95.979,25 Euro beziehungsweise rund 9,3 Prozent.
Die Eigenkapitalquote verringerte sich von rund 16,6 Prozent auf etwa 16,4 Prozent.
Damit blieb der Anteil des Eigenkapitals an der gesamten Bilanzsumme zwar nahezu stabil, die absolute Eigenkapitalbasis wurde jedoch kleiner.
Für die wirtschaftliche Stabilität eines Unternehmens ist das Eigenkapital von zentraler Bedeutung.
Es dient als rechnerischer Puffer, um mögliche Verluste aufzufangen.
Je geringer dieser Puffer im Verhältnis zu den Verpflichtungen ausfällt, desto stärker können sich unerwartete Belastungen auswirken.
Allerdings darf der Rückgang des Eigenkapitals nicht automatisch mit einem Jahresverlust gleichgesetzt werden.
Auch Ausschüttungen, Entnahmen oder andere gesellschaftsrechtliche Kapitalbewegungen können zu einer Verringerung führen.
Da die veröffentlichte Bilanz keine detaillierten Angaben zum Jahresergebnis enthält, bleibt offen, wodurch der Eigenkapitalrückgang konkret verursacht wurde.
Verbindlichkeiten sinken um rund 357.000 Euro
Positiv ist zunächst die Entwicklung der gesamten Verbindlichkeiten.
Diese verringerten sich von 4.886.513,60 Euro auf 4.529.852,11 Euro.
Der Rückgang beträgt 356.661,49 Euro beziehungsweise rund 7,3 Prozent.
Die Gesellschaft weist damit zum Jahresende 2025 geringere Verbindlichkeiten aus als ein Jahr zuvor.
Allerdings bleibt die Fremdfinanzierung erheblich.
Die Verbindlichkeiten entsprechen rund 79 Prozent der Bilanzsumme.
Unter Einbeziehung der Rückstellungen und passiven latenten Steuern liegt der Anteil der nicht durch Eigenkapital finanzierten Bilanzpositionen bei rund 83,6 Prozent.
Eine solche Finanzierungsstruktur kann bei Windenergieprojekten vorkommen, da die Errichtung von Anlagen hohe Anfangsinvestitionen erfordert.
Entscheidend ist jedoch, ob die Gesellschaft während der Betriebsphase ausreichend Einnahmen erwirtschaftet, um Zinsen, Tilgungen und sonstige Verpflichtungen dauerhaft zu bedienen.
Hierzu enthält der vorliegende Jahresabschluss keine ausreichenden Angaben.
Langfristige Schulden von mehr als vier Millionen Euro
Die Gesellschaft weist Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr in Höhe von 4.123.942,22 Euro aus.
Davon entfallen 2.657.788,30 Euro auf Verpflichtungen mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren.
Damit besteht ein erheblicher Teil der Finanzierung über einen längeren Zeitraum.
Grundsätzlich kann dies für Windparkgesellschaften sinnvoll sein.
Langfristige Finanzierungen ermöglichen es, hohe Investitionskosten über viele Jahre aus den laufenden Stromerlösen zurückzuführen.
Allerdings bedeutet eine lange Laufzeit auch, dass die Gesellschaft über einen entsprechend langen Zeitraum wirtschaftlich leistungsfähig bleiben muss.
Die Höhe der Stromproduktion, die erzielten Vermarktungserlöse und die laufenden Betriebskosten sind dafür entscheidende Faktoren.
Zu diesen Punkten enthält die veröffentlichte Bilanz keine konkreten Angaben.
Kurzfristige Verbindlichkeiten steigen leicht
Während die gesamten Verbindlichkeiten zurückgingen, erhöhten sich die kurzfristigen Verpflichtungen.
Zum 31. Dezember 2025 bestanden Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr in Höhe von 405.909,89 Euro.
Im Vorjahr waren es 396.032,90 Euro.
Das entspricht einem Anstieg um rund 9.877 Euro.
Dem steht ein Umlaufvermögen von 620.402,50 Euro gegenüber.
Rechnerisch übersteigt das Umlaufvermögen damit die kurzfristigen Verbindlichkeiten um rund 214.493 Euro.
Dieser Vergleich ist grundsätzlich positiv.
Allerdings ist das Umlaufvermögen nicht vollständig mit frei verfügbaren Bankguthaben gleichzusetzen.
Es kann auch Forderungen und andere Vermögensgegenstände umfassen, deren tatsächliche Verfügbarkeit von der Zahlung durch die jeweiligen Schuldner abhängt.
Da die Bilanz keine gesonderte Aufschlüsselung der liquiden Mittel enthält, lässt sich die unmittelbare Zahlungsfähigkeit aus diesen Angaben nicht abschließend beurteilen.
Forderungen gegen Gesellschafter steigen auf 211.000 Euro
Eine weitere auffällige Position betrifft die Forderungen gegenüber Gesellschaftern.
Diese erhöhten sich von 186.470,99 Euro auf 211.047,58 Euro.
Das entspricht einem Anstieg um 24.576,59 Euro beziehungsweise rund 13,2 Prozent.
Damit weist die Gesellschaft zum Jahresende Forderungen von mehr als 211.000 Euro gegenüber ihren eigenen Gesellschaftern aus.
Für die wirtschaftliche Bewertung ist diese Position interessant.
Denn Forderungen gegen Gesellschafter sind nicht dasselbe wie liquide Mittel.
Sie stellen Ansprüche dar, deren tatsächlicher Wert davon abhängt, ob und wann die geschuldeten Beträge beglichen werden.
Aus der Bilanz geht nicht hervor, aus welchen konkreten Vorgängen diese Forderungen entstanden sind.
Denkbar wären unterschiedliche gesellschaftsrechtliche oder finanzielle Sachverhalte.
Eine konkrete Ursache lässt sich aus den veröffentlichten Angaben jedoch nicht ableiten.
Ebenso wenig gibt es anhand der Bilanz einen Beleg dafür, dass die Forderungen zweifelhaft oder nicht werthaltig sind.
Für Gesellschafter und wirtschaftlich Interessierte wäre dennoch eine nähere Erläuterung hilfreich.
Insbesondere wäre von Bedeutung, wann die Forderungen fällig sind, ob sie verzinst werden und welche Zahlungsvereinbarungen bestehen.
Umfangreiche Sicherheiten zugunsten der Gläubiger
Besonders bemerkenswert sind die Angaben zur Besicherung der Verbindlichkeiten.
Nach dem veröffentlichten Anhang beträgt der Gesamtbetrag der durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesicherten Verbindlichkeiten 4.490.480,70 Euro.
Damit ist ein sehr großer Teil der gesamten bilanzierten Verbindlichkeiten besichert.
Rechnerisch entspricht dieser Betrag rund 99,1 Prozent der zum Jahresende 2025 ausgewiesenen Verbindlichkeiten.
Für Kreditgeber sind solche Sicherheiten grundsätzlich ein Instrument zur Begrenzung ihres Ausfallrisikos.
Bei Windparkfinanzierungen können beispielsweise Windenergieanlagen, Forderungen aus Stromerlösen oder andere Rechte als Sicherheiten dienen.
Welche konkreten Sicherungsgegenstände im vorliegenden Fall betroffen sind, wird im Anhang allerdings nicht näher aufgeschlüsselt.
Für Gesellschafter ist die Sicherheitenstruktur relevant, weil im Krisenfall gesicherte Gläubiger regelmäßig eine andere wirtschaftliche Position haben können als ungesicherte Gläubiger oder Eigenkapitalgeber.
Die Besicherung bedeutet jedoch nicht, dass die Gesellschaft ihre Verbindlichkeiten nicht ordnungsgemäß bedient.
Sie ist zunächst Bestandteil der vereinbarten Finanzierungsstruktur.
Eine Unstimmigkeit in der Darstellung verdient Klärung
Bei der Auswertung fällt eine Besonderheit auf.
Der Anhang nennt für die durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesicherten Verbindlichkeiten einen Betrag von 4.490.480,70 Euro.
Dieser Betrag entspricht exakt der im Vorjahr ausgewiesenen Summe der langfristigen Verbindlichkeiten.
Die aktuellen langfristigen Verbindlichkeiten werden dagegen mit 4.123.942,22 Euro angegeben.
Das muss nicht bedeuten, dass die Angabe zur Besicherung fehlerhaft ist.
Gesicherte Verbindlichkeiten können grundsätzlich auch kurzfristige Anteile enthalten.
Dennoch wäre eine nähere Erläuterung sinnvoll, wie sich der angegebene Sicherungsbetrag zusammensetzt.
Gerade bei langfristig finanzierten Windenergieprojekten ist Transparenz über die Art und Höhe der Sicherheiten für eine fundierte wirtschaftliche Beurteilung wichtig.
Rückstellungen sinken um rund 40.000 Euro
Die Rückstellungen verringerten sich von 212.779 Euro auf 172.485 Euro.
Dies entspricht einem Rückgang um 40.294 Euro beziehungsweise rund 18,9 Prozent.
Die Gesellschaft erläutert im Anhang, dass Rückstellungen für erkennbare Risiken und ungewisse Verbindlichkeiten gebildet wurden.
Besonders erwähnt wird die Rückstellung für den späteren Rückbau der Windkraftanlage.
Diese wurde auf Grundlage aktueller Kostenschätzungen angepasst.
Die Höhe der eigentlichen Rückbaurückstellung wird im veröffentlichten Anhang allerdings nicht gesondert genannt.
Daher lässt sich nicht feststellen, welcher Anteil der gesamten Rückstellungen auf Rückbauverpflichtungen entfällt.
Ebenso wenig ist ersichtlich, ob der Rückgang der Rückstellungen überwiegend mit einer veränderten Rückbaukostenschätzung oder mit anderen Sachverhalten zusammenhängt.
Für eine langfristige Betrachtung wäre diese Information relevant.
Denn der Rückbau von Windenergieanlagen kann erhebliche Kosten verursachen, die bei der wirtschaftlichen Planung berücksichtigt werden müssen.
Aktive und passive latente Steuern
Eine Besonderheit des Jahresabschlusses sind die ausgewiesenen latenten Steuern.
Auf der Aktivseite erhöhte sich der Betrag der aktiven latenten Steuern von 9.030 Euro auf 20.900 Euro.
Gleichzeitig verringerten sich die passiven latenten Steuern von 100.630 Euro auf 92.960 Euro.
Latente Steuern entstehen insbesondere durch Unterschiede zwischen handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich wieder ausgleichen.
Sie sind deshalb nicht mit unmittelbar fälligen Steuerzahlungen gleichzusetzen.
Die aktiven latenten Steuern stellen auch kein frei verfügbares Bankguthaben dar.
Welche konkreten Bilanzierungsunterschiede den ausgewiesenen Beträgen zugrunde liegen, geht aus dem vorliegenden Anhang nicht hervor.
Für die Beurteilung der Liquidität sollten diese Positionen daher nicht wie unmittelbar verfügbare finanzielle Mittel behandelt werden.
Keine eigenen Arbeitnehmer
Die Gesellschaft gibt an, im Geschäftsjahr 2025 durchschnittlich keine Arbeitnehmer beschäftigt zu haben.
Bei projektbezogenen Windparkgesellschaften ist dies nicht ungewöhnlich.
Die technische Betriebsführung, Wartung und kaufmännische Verwaltung können durch externe Dienstleister erfolgen.
Das Fehlen eigener Arbeitnehmer erlaubt daher keine unmittelbaren Rückschlüsse auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit.
Für eine umfassende Bewertung wären allerdings die entsprechenden Dienstleistungsverträge und laufenden Kosten von Interesse.
Was die veröffentlichten Zahlen nicht verraten
Der Jahresabschluss enthält wichtige Informationen über Vermögen, Eigenkapital und Verbindlichkeiten.
Für die Beurteilung der tatsächlichen Ertragskraft fehlen jedoch wesentliche Angaben.
Insbesondere werden die Umsatzerlöse aus der Stromproduktion nicht ausgewiesen.
Auch Informationen über das Betriebsergebnis, die Zinsaufwendungen und die tatsächlich geleisteten Tilgungen sind nicht enthalten.
Unklar bleibt außerdem, ob die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2025 Ausschüttungen an Gesellschafter vorgenommen hat.
Gerade diese Informationen wären wichtig, um den Rückgang des Eigenkapitals nachvollziehen zu können.
Eine hohe Verschuldung ist nicht zwangsläufig problematisch, wenn ein Unternehmen stabile Zahlungsüberschüsse erzielt.
Umgekehrt können selbst planmäßig sinkende Verbindlichkeiten die Liquidität belasten, wenn die laufenden Einnahmen nicht ausreichen.
Die vorliegenden Zahlen ermöglichen deshalb eine Analyse der Bilanzstruktur, aber keine abschließende Bewertung der wirtschaftlichen Ertragslage.
Kritische Bewertung: Schuldenabbau positiv, Eigenkapitalentwicklung weniger erfreulich
Der Jahresabschluss 2025 der 100. WestWind Windpark GmbH & Co. KG zeigt ein gemischtes Bild.
Positiv ist, dass die gesamten Verbindlichkeiten um rund 357.000 Euro zurückgegangen sind.
Auch die Rückstellungen haben sich verringert.
Die Gesellschaft weist weiterhin ein positives Eigenkapital von rund 939.000 Euro aus.
Auf der anderen Seite ist das Eigenkapital um knapp 96.000 Euro gesunken.
Die Bilanzsumme hat sich ebenfalls verringert.
Die Finanzierung bleibt mit Verbindlichkeiten von mehr als 4,5 Millionen Euro stark fremdkapitalgeprägt.
Hinzu kommen die umfangreichen Sicherheiten zugunsten der Gläubiger.
Auch die gestiegenen Forderungen gegenüber Gesellschaftern verdienen Aufmerksamkeit, weil sie einen Teil des Umlaufvermögens ausmachen.
Für eine fundierte wirtschaftliche Beurteilung müsste insbesondere geklärt werden, wie sich die Stromerlöse und die laufenden Zahlungsüberschüsse entwickelt haben.