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GSW Windpark Blindow: Eigenkapital sinkt um 420.000 Euro – Bankkredite belasten weiterhin die Bilanz

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Der Jahresabschluss 2025 der GSW Windpark Blindow GmbH & Co. KG gibt Einblick in die Vermögens- und Finanzierungsstruktur der Windparkgesellschaft.

Besonders auffällig ist die unterschiedliche Entwicklung einzelner Bilanzpositionen.

Während sowohl das Anlagevermögen als auch das Eigenkapital deutlich zurückgingen, konnte die Gesellschaft ihre Bankverbindlichkeiten planmäßig wirkend reduzieren.

Die Bankguthaben stiegen sogar leicht an.

Ob diese Entwicklung auf operative Gewinne, Ausschüttungen an Gesellschafter oder andere Geschäftsvorfälle zurückzuführen ist, lässt sich aus den veröffentlichten Angaben allerdings nicht vollständig nachvollziehen.

Eigenkapital geht um knapp 24 Prozent zurück

Zum 31. Dezember 2025 weist die GSW Windpark Blindow GmbH & Co. KG ein Eigenkapital von 1.334.149,80 Euro aus.

Ein Jahr zuvor hatte dieser Wert noch 1.753.804,62 Euro betragen.

Damit verringerte sich das Eigenkapital um 419.654,82 Euro.

Dies entspricht einem Rückgang von rund 23,9 Prozent.

Die Eigenkapitalposition besteht vollständig aus den Kapitalanteilen der Kommanditisten.

Ein gesonderter Bilanzgewinn oder Bilanzverlust wird für beide Geschäftsjahre mit null Euro ausgewiesen.

Daraus kann jedoch nicht geschlossen werden, dass die Gesellschaft im Jahr 2025 keinen Gewinn oder Verlust erwirtschaftet hat.

Bei einer Kommanditgesellschaft können Jahresergebnisse unmittelbar den Kapitalkonten der Gesellschafter zugeordnet werden.

Auch Entnahmen oder Ausschüttungen können die Kapitalanteile beeinflussen.

Da der veröffentlichte Abschluss keine detaillierten Angaben zur Entwicklung der Kapitalkonten enthält, bleibt offen, welche Vorgänge den Eigenkapitalrückgang konkret verursacht haben.

Anlagevermögen verliert bilanziell rund 860.000 Euro

Besonders deutlich fällt der Rückgang beim Anlagevermögen aus.

Zum Ende des Geschäftsjahres 2024 waren Sachanlagen im Wert von 3.665.035 Euro bilanziert.

Am 31. Dezember 2025 betrug dieser Wert nur noch 2.804.988 Euro.

Das entspricht einer Verringerung um 860.047 Euro beziehungsweise rund 23,5 Prozent.

Nach den Angaben im Anhang werden die Sachanlagen zu Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten angesetzt und über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben.

Die Abschreibungen erfolgen grundsätzlich zeitanteilig.

Der Rückgang des Buchwertes kann daher mit planmäßigen Abschreibungen zusammenhängen.

Ob darüber hinaus Abgänge oder andere Veränderungen im Anlagevermögen stattgefunden haben, lässt sich anhand der vorliegenden Informationen nicht abschließend beurteilen.

Der bilanzielle Rückgang darf deshalb nicht ohne Weiteres mit einem entsprechenden Verlust des Marktwertes der Windenergieanlagen gleichgesetzt werden.

Bankverbindlichkeiten sinken auf 2,28 Millionen Euro

Eine wichtige Entwicklung zeigt sich bei der Finanzierung.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten beliefen sich zum Jahresende 2025 auf 2.284.800 Euro.

Im Vorjahr waren es noch 2.611.200 Euro.

Damit wurden die Bankschulden um 326.400 Euro reduziert.

Das entspricht einem Rückgang von rund 12,5 Prozent.

Die Höhe der Tilgung stimmt mit dem im Abschluss ausgewiesenen Betrag der innerhalb eines Jahres fälligen Bankverbindlichkeiten überein.

Dies deutet auf eine regelmäßige Tilgungsstruktur hin, ohne dass sich daraus sämtliche Einzelheiten des Kreditvertrags ableiten lassen.

Die Bankverbindlichkeiten sind nach Angaben im Anhang vollständig durch eine Sicherungsübereignung des Anlagevermögens besichert.

Damit verfügt das finanzierende Kreditinstitut über Sicherheiten an den entsprechenden Vermögensgegenständen.

Weitere Kreditraten in den kommenden Jahren fällig

Der Jahresabschluss enthält auch Angaben zu den Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten.

Von den Bankverbindlichkeiten in Höhe von 2.284.800 Euro sind 326.400 Euro innerhalb eines Jahres fällig.

Weitere 1.305.600 Euro haben eine Restlaufzeit zwischen einem und fünf Jahren.

Auf den Zeitraum von mehr als fünf Jahren entfallen 652.800 Euro.

Damit bleibt die Gesellschaft auch in den kommenden Jahren auf ausreichende Mittel zur Bedienung ihrer Kreditverpflichtungen angewiesen.

Entscheidend wird sein, ob die laufenden Einnahmen aus dem Windpark die betrieblichen Ausgaben sowie die anstehenden Zins- und Tilgungsleistungen dauerhaft decken.

Die veröffentlichten Bilanzangaben allein ermöglichen keine abschließende Beurteilung dieser Fähigkeit.

Dafür wären insbesondere Angaben zu Stromerlösen, Betriebskosten und operativem Cashflow erforderlich.

Liquide Mittel steigen trotz Schuldenabbau

Bemerkenswert ist, dass die Gesellschaft ihre Bankverbindlichkeiten reduzieren konnte, ohne dass sich der ausgewiesene Zahlungsmittelbestand verringerte.

Zum 31. Dezember 2025 verfügte sie über liquide Mittel von 948.274,06 Euro.

Ende 2024 waren es 928.274,35 Euro.

Damit stieg der Bestand um knapp 20.000 Euro.

Die vorhandenen Bankguthaben entsprechen damit rechnerisch fast dem Dreifachen der innerhalb eines Jahres fälligen Bankverbindlichkeiten von 326.400 Euro.

Allerdings müssen aus den vorhandenen Mitteln auch weitere laufende Verpflichtungen erfüllt werden.

Ein hoher Zahlungsmittelbestand ist deshalb zwar ein positives Signal für die kurzfristige Liquiditätsausstattung, stellt aber keine Garantie für die zukünftige Zahlungsfähigkeit dar.

Forderungen und Umlaufvermögen leicht rückläufig

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände gingen von 277.309,93 Euro auf 211.064,95 Euro zurück.

Das entspricht einer Verringerung um rund 66.245 Euro.

Insgesamt sank das Umlaufvermögen von rund 1,21 Millionen Euro auf rund 1,16 Millionen Euro.

Der Rückgang fiel damit deutlich geringer aus als beim Anlagevermögen.

Im Anhang erklärt die Gesellschaft, dass bei der Bewertung der Forderungen alle erkennbaren Risiken berücksichtigt wurden.

Einzelwertberichtigungen wurden nicht vorgenommen.

Ob die Forderungen überwiegend aus Stromlieferungen, Steueransprüchen oder anderen Geschäftsvorfällen stammen, wird im bereitgestellten Abschluss nicht näher erläutert.

Rückstellungen um fast 100.000 Euro reduziert

Auch die Rückstellungen gingen im Geschäftsjahr 2025 zurück.

Zum Bilanzstichtag wurden 314.687,51 Euro ausgewiesen.

Ein Jahr zuvor waren es noch 412.750,27 Euro.

Damit verringerte sich die Position um 98.062,76 Euro beziehungsweise rund 23,8 Prozent.

Rückstellungen dienen der bilanziellen Erfassung von Verpflichtungen, deren Höhe oder Fälligkeit noch nicht endgültig feststeht.

Welche konkreten Risiken und Verpflichtungen im Fall der GSW Windpark Blindow GmbH & Co. KG erfasst wurden, geht aus dem vorliegenden Anhang nicht hervor.

Deshalb lässt sich nicht beurteilen, ob der Rückgang auf die Erfüllung früherer Verpflichtungen, eine Neubewertung oder andere Ursachen zurückzuführen ist.

Gesamtverbindlichkeiten gehen ebenfalls zurück

Neben den Bankkrediten weist die Gesellschaft weitere Verbindlichkeiten aus.

Die Gesamtverbindlichkeiten beliefen sich zum 31. Dezember 2025 auf 2.328.978,79 Euro.

Im Vorjahr waren es 2.719.023,55 Euro.

Damit reduzierte sich die Position um rund 390.045 Euro.

Zu den weiteren Verpflichtungen gehören unter anderem Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 6.987,98 Euro sowie Steuerverbindlichkeiten von 24.190,81 Euro.

Gegenüber den Kommanditisten bestanden unverändert Verbindlichkeiten von 13.000 Euro.

Die insgesamt sinkende Verschuldung verbessert für sich betrachtet die Finanzierungsstruktur.

Allerdings verringerte sich gleichzeitig das Eigenkapital, sodass die Eigenkapitalquote nicht anstieg.

Eigenkapitalquote bleibt bei rund einem Drittel

Die Bilanzsumme der Gesellschaft ging von 4.885.578,44 Euro auf 3.977.816,10 Euro zurück.

Das entspricht einer Verringerung um rund 18,6 Prozent.

Die Eigenkapitalquote lag Ende 2025 bei etwa 33,5 Prozent.

Im Vorjahr hatte sie rund 35,9 Prozent betragen.

Damit ging die Quote um ungefähr 2,4 Prozentpunkte zurück.

Die Gesellschaft verfügt weiterhin über eine positive Eigenkapitalposition.

Von einer bilanziellen Überschuldung kann auf Grundlage dieser Zahlen keine Rede sein.

Dennoch zeigt die Entwicklung, dass die Eigenkapitalbasis im Verhältnis zur Bilanzsumme etwas schwächer geworden ist.

Welche wirtschaftlichen Fragen bleiben offen?

Der veröffentlichte Jahresabschluss enthält keine detaillierte Gewinn- und Verlustrechnung mit den konkreten Umsatzerlösen, Stromerträgen oder dem Jahresergebnis.

Deshalb lässt sich nicht feststellen, wie profitabel der Windpark im Geschäftsjahr 2025 tatsächlich gearbeitet hat.

Ebenso bleibt offen, ob die Verringerung des Eigenkapitals durch Ausschüttungen, Entnahmen oder ein negatives Jahresergebnis verursacht wurde.

Auch die genauen Hintergründe des Rückgangs des Anlagevermögens sind aus den bereitgestellten Angaben nicht vollständig ersichtlich.

Für eine umfassende wirtschaftliche Bewertung wären zusätzliche Informationen über die tatsächliche Stromproduktion, die Erlössituation, die Betriebskosten und die Mittelverwendung erforderlich.

Die Bilanz zeigt somit die Entwicklung der Vermögens- und Finanzierungspositionen, erklärt aber nicht sämtliche Ursachen.

Geschäftsführung durch Josef und Lucia Gold

Die GSW Windpark Blindow GmbH & Co. KG hat ihren Sitz in Kirchroth und ist beim Amtsgericht Straubing unter der Handelsregisternummer HRA 6288 eingetragen.

Persönlich haftende Gesellschafterin ist die GSW 3. Energie Verwaltungs GmbH mit Sitz in Kirchroth.

Das gezeichnete Kapital dieser Gesellschaft beträgt 25.000 Euro.

Die Geschäftsführung wurde im Geschäftsjahr 2025 von Josef Gold und Lucia Gold ausgeübt.

Der Jahresabschluss wurde am 6. August 2026 festgestellt und am 8. Oktober 2026 veröffentlicht.

 

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