Jahresüberschuss steigt auf 1.206 Euro
Die WPD wind project development GmbH & Co. Dritte Windpark-Betriebs KG mit Sitz in Bremen hat ihren Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2025 veröffentlicht.
Die Gesellschaft weist für 2025 einen Jahresüberschuss von 1.206,74 Euro aus.
Im Vorjahr hatte der Gewinn lediglich 4,62 Euro betragen.
Damit verbesserte sich das Jahresergebnis um 1.202,12 Euro.
Prozentual entspricht dies einem außergewöhnlich hohen Anstieg. Die Steigerungsrate ist allerdings nur eingeschränkt aussagekräftig, weil der Vergleichswert des Vorjahres nahezu bei null lag.
In absoluten Zahlen bleibt der Gewinn mit rund 1.200 Euro überschaubar.
Eine detaillierte Gewinn- und Verlustrechnung ist in den vorliegenden veröffentlichten Unterlagen nicht enthalten.
Deshalb bleibt offen, aus welchen konkreten Erträgen sich das Ergebnis zusammensetzt und welche Aufwendungen im Geschäftsjahr angefallen sind.
Insbesondere lässt sich nicht feststellen, ob die Gesellschaft Beteiligungserträge, Zinserträge oder andere Einnahmen erzielt hat.
Bilanzsumme bleibt nahezu unverändert
Die Bilanzsumme belief sich zum 31. Dezember 2025 auf 63.253,78 Euro.
Ein Jahr zuvor hatte sie bei 63.681,04 Euro gelegen.
Damit verringerte sich das bilanzierte Vermögen lediglich um 427,26 Euro beziehungsweise rund 0,7 Prozent.
Die Entwicklung zeigt eine weitgehend stabile Vermögensstruktur.
Größere Investitionen oder umfangreiche Veränderungen der bilanzierten Vermögenswerte sind aus den veröffentlichten Zahlen nicht erkennbar.
Das Anlagevermögen blieb mit 23.496,83 Euro exakt auf dem Niveau des Vorjahres.
Auch die liquiden Mittel veränderten sich nur geringfügig.
Keine Windenergieanlagen in der Bilanz
Besonders bemerkenswert ist die Zusammensetzung des Anlagevermögens.
Die Gesellschaft weist ausschließlich Finanzanlagen in Höhe von 23.496,83 Euro aus.
Sachanlagen sind nicht bilanziert.
Damit finden sich in der Bilanz weder Windenergieanlagen noch technische Maschinen, Grundstücke oder andere unmittelbar dem Betrieb eines Windparks zuzuordnende Sachwerte.
Die Finanzanlagen werden laut Anhang grundsätzlich zu Anschaffungskosten bewertet. Soweit erforderlich, wird ein niedrigerer beizulegender Wert berücksichtigt.
Welche konkreten Beteiligungen hinter den Finanzanlagen stehen, wird nicht erläutert.
Die Bilanzstruktur spricht dafür, dass die Gesellschaft vor allem eine Beteiligungs- oder Verwaltungsfunktion wahrnimmt.
Ein eigener unmittelbarer Betrieb von Windenergieanlagen lässt sich anhand des veröffentlichten Jahresabschlusses nicht nachweisen.
Allerdings bedeutet das Fehlen entsprechender Sachanlagen nicht zwangsläufig, dass die Gesellschaft wirtschaftlich keine Verbindung zum Betrieb von Windparks hat.
Solche Aktivitäten könnten beispielsweise über Beteiligungen an anderen Gesellschaften erfolgen.
Ob dies tatsächlich der Fall ist, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.
Bankguthaben bei knapp 40.000 Euro
Die liquiden Mittel beliefen sich Ende 2025 auf 39.756,95 Euro.
Zum Vorjahresstichtag waren es 40.184,21 Euro gewesen.
Damit gingen die Bankguthaben und sonstigen flüssigen Mittel um 427,26 Euro zurück.
Der Rückgang beträgt rund 1,1 Prozent.
Trotz dieser leichten Abnahme stellen die liquiden Mittel den größten Vermögensposten dar.
Rund 62,9 Prozent der Bilanzsumme entfallen auf Bankguthaben und Kassenbestände.
Die verbleibenden rund 37,1 Prozent bestehen aus Finanzanlagen.
Forderungen oder sonstige Vermögensgegenstände werden auf der Aktivseite nicht gesondert ausgewiesen.
Diese übersichtliche Bilanzstruktur unterscheidet sich deutlich von operativen Windparkgesellschaften mit umfangreichen technischen Anlagen, Forderungen aus Stromlieferungen und langfristigen Finanzierungen.
Eigenkapital steigt auf mehr als 58.000 Euro
Die Eigenkapitalposition entwickelte sich im Geschäftsjahr 2025 positiv.
Zum Jahresende betrug das Eigenkapital 58.240,36 Euro.
Ein Jahr zuvor waren es 57.033,62 Euro.
Der Anstieg um 1.206,74 Euro entspricht exakt dem ausgewiesenen Jahresüberschuss.
Damit lässt sich die Veränderung des Eigenkapitals unmittelbar auf das positive Jahresergebnis zurückführen.
Die Eigenkapitalquote erhöhte sich von rund 89,6 Prozent auf 92,1 Prozent.
Das ist ein hoher Wert.
Die Gesellschaft finanziert ihre bilanzierten Vermögenswerte damit überwiegend durch Eigenkapital.
Aus bilanzieller Sicht besteht nur eine geringe Abhängigkeit von Fremdkapital.
Allerdings muss diese Kennzahl im Zusammenhang mit der vergleichsweise kleinen Bilanzsumme betrachtet werden.
Eine Eigenkapitalquote von mehr als 90 Prozent bei einer Bilanzsumme von rund 63.000 Euro ist wirtschaftlich anders einzuordnen als dieselbe Quote bei einem Unternehmen mit umfangreichen Windenergieanlagen und einem Millionenvermögen.
Gewinnvortrag wächst auf 57.033 Euro
Der Gewinnvortrag erhöhte sich von 57.029 Euro auf 57.033,62 Euro.
Der Anstieg entspricht dem Jahresüberschuss des Vorjahres von 4,62 Euro.
Zusammen mit dem Jahresüberschuss 2025 von 1.206,74 Euro ergibt sich das ausgewiesene Eigenkapital von 58.240,36 Euro.
Damit zeigt der Jahresabschluss eine kontinuierliche Fortschreibung der ausgewiesenen Gewinne.
Hinweise auf größere Ausschüttungen oder Entnahmen ergeben sich aus den dargestellten Eigenkapitalpositionen nicht.
Allerdings enthält der Anhang keine ausführliche Darstellung der Ergebnisverwendung oder der Gesellschafterkonten.
Kommanditkapital nicht eingefordert
Eine Besonderheit findet sich bei den Kapitalanteilen der Kommanditisten.
Die Gesellschaft weist Kapitalanteile in Höhe von 5.112,92 Euro aus.
Gleichzeitig werden nicht eingeforderte ausstehende Einlagen der Kommanditisten in derselben Höhe ausgewiesen.
Das eingeforderte Kapital der Kommanditisten beträgt deshalb null Euro.
Die Darstellung zeigt, dass die ausgewiesenen Kapitalanteile vollständig durch noch nicht eingeforderte Einlagen ausgeglichen werden.
Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass eine fällige Zahlungsverpflichtung nicht erfüllt wurde.
Die Bilanz unterscheidet ausdrücklich zwischen ausstehenden und eingeforderten Einlagen.
Gerade diese Unterscheidung ist für die Bewertung der Kapitalstruktur wichtig.
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern unverändert
Der Anhang nennt Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern in Höhe von 2.881,42 Euro.
Dieser Betrag entspricht exakt dem Vorjahreswert.
Sämtliche Verbindlichkeiten haben nach Angaben der Gesellschaft eine Restlaufzeit von höchstens einem Jahr.
In der dargestellten Bilanz erscheint allerdings kein gesonderter Posten für Verbindlichkeiten.
Hier fällt eine rechnerische Besonderheit auf.
Aus der Bilanzsumme von 63.253,78 Euro, dem Eigenkapital von 58.240,36 Euro und den Rückstellungen von 2.132 Euro ergibt sich ein Differenzbetrag von 2.881,42 Euro.
Dieser Betrag stimmt genau mit den im Anhang genannten Gesellschafterverbindlichkeiten überein.
Die veröffentlichten Zahlen lassen sich somit rechnerisch miteinander vereinbaren.
Die Darstellung der Passivseite ist jedoch unvollständig, weil der rechnerisch vorhandene Verbindlichkeitsposten in der übermittelten Bilanz nicht gesondert aufgeführt wird.
Es handelt sich dabei nicht zwangsläufig um einen materiellen Bilanzierungsfehler. Die Angaben des Anhangs ermöglichen die eindeutige rechnerische Zuordnung.
Für Leser erschwert die fehlende gesonderte Bilanzzeile allerdings die unmittelbare Nachvollziehbarkeit.
Rückstellungen gehen um 43 Prozent zurück
Die Rückstellungen verringerten sich von 3.766 Euro Ende 2024 auf 2.132 Euro Ende 2025.
Das entspricht einem Rückgang um 1.634 Euro beziehungsweise rund 43,4 Prozent.
Die Gesellschaft erläutert, dass Rückstellungen für erkennbare Risiken und ungewisse Verpflichtungen nach vorsichtiger kaufmännischer Beurteilung gebildet werden.
Welche konkreten Sachverhalte den Rückstellungen zugrunde liegen, wird nicht genannt.
Aufgrund der geringen absoluten Höhe dürften sie für die Gesamtbilanz nur eine untergeordnete Rolle spielen.
Eine genauere Bewertung ist ohne zusätzliche Angaben jedoch nicht möglich.
Was die Bilanz über das Geschäftsmodell verrät
Die wirtschaftliche Struktur der Gesellschaft lässt sich anhand weniger Bilanzpositionen beschreiben.
Das Vermögen besteht ausschließlich aus Finanzanlagen und liquiden Mitteln.
Die Verbindlichkeiten sind gering.
Die Eigenkapitalquote ist hoch.
Der Jahresgewinn fällt trotz deutlicher Verbesserung absolut niedrig aus.
Diese Kombination spricht für eine Gesellschaft mit begrenzten laufenden Geschäftsvorgängen und einer möglichen Funktion als Beteiligungsträger.
Für eine klassische operative Windparkgesellschaft fehlen dagegen typische Bilanzpositionen wie Windenergieanlagen, technische Betriebseinrichtungen oder umfangreiche langfristige Finanzierungsverbindlichkeiten.
Eine endgültige Einordnung des Geschäftsmodells ist auf Grundlage des Jahresabschlusses allein jedoch nicht möglich.
Insbesondere bleibt unbekannt, welche Beteiligungen die Gesellschaft hält und ob diese mit aktiven Windparks verbunden sind.
Auch konkrete Angaben zu Stromproduktion, installierter Leistung oder Umsatzerlösen fehlen.
Jahresabschluss im Juni 2026 festgestellt
Der Jahresabschluss wurde am 24. März 2026 in Bremen unterzeichnet.
Die Feststellung erfolgte am 9. Juni 2026.
Veröffentlicht wurde der Abschluss am 6. Oktober 2026.
Damit liegen die Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 nun öffentlich vor.
Die Gesellschaft nimmt nach eigenen Angaben die Rechnungslegungsvorschriften für kleine Kapitalgesellschaften in Anspruch.
Der Umfang der veröffentlichten Informationen ist entsprechend begrenzt.
Eine umfassende Bewertung der Ertragslage ist deshalb nicht möglich.