Bilanzsumme sinkt um mehr als 622.000 Euro
Die Windpark Asch GmbH & Co. KG mit Sitz in Bärnau hat ihren Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2025 offengelegt.
Die Bilanzsumme verringerte sich von 4.878.206,48 Euro zum Jahresende 2024 auf 4.255.555,51 Euro zum 31. Dezember 2025.
Das entspricht einem Rückgang um 622.650,97 Euro beziehungsweise rund 12,8 Prozent.
Damit ist die bilanzielle Größe des Unternehmens innerhalb eines Jahres deutlich gesunken.
Ein wesentlicher Teil dieses Rückgangs entfällt auf das Anlagevermögen. Gleichzeitig wurden Verbindlichkeiten abgebaut.
Die Zahlen deuten auf eine Veränderung der Vermögens- und Finanzierungsstruktur hin. Ob diese Entwicklung vor allem auf planmäßige Abschreibungen, Tilgungen, Entnahmen oder weitere Geschäftsvorgänge zurückzuführen ist, lässt sich anhand der vorliegenden Angaben allerdings nicht vollständig klären.
Anlagevermögen verliert mehr als eine halbe Million Euro
Das Anlagevermögen sank von 4.449.274,60 Euro auf 3.915.362,68 Euro.
Damit verringerte sich sein Buchwert um 533.911,92 Euro beziehungsweise rund zwölf Prozent.
Den größten Anteil bilden die Sachanlagen.
Ihr Bilanzwert ging von 4.419.882,60 Euro auf 3.889.496,68 Euro zurück.
Das entspricht einer Verringerung um 530.385,92 Euro.
Auch die immateriellen Vermögensgegenstände sanken leicht von 29.392 Euro auf 25.866 Euro.
Im Anhang erklärt die Gesellschaft, dass Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände grundsätzlich zu Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen bewertet werden.
Bei den Sachanlagen kommt die lineare Abschreibungsmethode zum Einsatz.
Der Rückgang der Buchwerte ist deshalb grundsätzlich mit dem laufenden Werteverzehr langfristig genutzter Anlagen vereinbar.
Allerdings enthält der veröffentlichte Auszug keinen detaillierten Anlagenspiegel, aus dem sich sämtliche Zugänge, Abgänge und Abschreibungen einzeln ablesen lassen.
Der niedrigere Buchwert bedeutet daher nicht automatisch, dass die Windkraftanlagen technisch weniger leistungsfähig geworden sind oder dass ihr Marktwert im gleichen Umfang gesunken ist.
Bankguthaben sinkt um rund 26 Prozent
Besondere Aufmerksamkeit verdient die Entwicklung der liquiden Mittel.
Zum Jahresende 2025 verfügte die Gesellschaft über Bankguthaben und sonstige in der entsprechenden Bilanzposition erfasste Zahlungsmittel von 216.924,14 Euro.
Ein Jahr zuvor waren es noch 294.387,09 Euro.
Damit gingen die liquiden Mittel um 77.462,95 Euro zurück.
Das entspricht einem Minus von rund 26,3 Prozent.
Für die Beurteilung der kurzfristigen finanziellen Handlungsfähigkeit ist diese Entwicklung relevant.
Denn auch ein Unternehmen, das langfristig seine Schulden reduziert, muss laufende Zahlungsverpflichtungen erfüllen können.
Allerdings lässt sich aus dem gesunkenen Bankguthaben allein keine Liquiditätskrise ableiten.
Dafür wären Informationen zu laufenden Einnahmen, Ausgaben, Tilgungsplänen und weiteren verfügbaren Finanzierungsmöglichkeiten erforderlich.
Diese Angaben sind in der veröffentlichten Bilanz nicht enthalten.
Umlaufvermögen geht ebenfalls zurück
Neben den Bankguthaben verringerten sich auch die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände.
Sie sanken von 132.044,79 Euro auf 121.179,28 Euro.
Das entspricht einem Rückgang um 10.865,51 Euro.
Insgesamt verringerte sich das Umlaufvermögen von 426.431,88 Euro auf 338.103,42 Euro.
Damit standen zum Bilanzstichtag rund 88.328 Euro weniger kurzfristig gebundene Vermögenswerte in der Bilanz als ein Jahr zuvor.
Die Entwicklung zeigt, dass nicht nur die langfristigen Vermögenswerte, sondern auch die kurzfristigen Aktiva geschrumpft sind.
Ob dies auf geringere Forderungen aus dem Stromgeschäft, auf Zahlungseingänge oder auf andere Geschäftsvorgänge zurückgeht, ist nicht ersichtlich.
Verbindlichkeiten um mehr als 509.000 Euro reduziert
Auf der Passivseite fällt der deutliche Schuldenabbau auf.
Die gesamten Verbindlichkeiten verringerten sich von 3.383.099,77 Euro Ende 2024 auf 2.873.771,94 Euro Ende 2025.
Das entspricht einem Rückgang um 509.327,83 Euro beziehungsweise rund 15,1 Prozent.
Besonders stark sanken die langfristigen Verpflichtungen.
Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr gingen von 2.843.616 Euro auf 2.349.068 Euro zurück.
Das ist eine Verringerung um 494.548 Euro.
Die kurzfristigen Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr reduzierten sich dagegen nur leicht von 539.483,77 Euro auf 524.703,94 Euro.
Der Schuldenabbau konzentriert sich somit überwiegend auf längerfristige Verpflichtungen.
Das kann grundsätzlich die künftige finanzielle Belastung eines Unternehmens verringern.
Welche Beträge tatsächlich getilgt wurden und in welchem Umfang sich Restlaufzeiten durch Zeitablauf verändert haben, lässt sich aus der Gegenüberstellung der Bilanzstichtage jedoch nicht vollständig bestimmen.
Langfristige Schulden bleiben erheblich
Trotz des Rückgangs weist die Windparkgesellschaft weiterhin Verbindlichkeiten von knapp 2,87 Millionen Euro aus.
Davon haben rund 2,35 Millionen Euro eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.
Die Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren sanken besonders deutlich: von 865.424 Euro auf 370.876 Euro.
Das entspricht einem Rückgang um 494.548 Euro.
Auffällig ist, dass dieser Betrag genau der Verringerung sämtlicher Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr entspricht.
Das bedeutet allerdings nicht zwingend, dass sämtliche entsprechenden Schulden in dieser Höhe zurückgezahlt wurden.
Denn die Einteilung nach Restlaufzeiten verändert sich auch dadurch, dass bestehende Verpflichtungen dem Fälligkeitstermin näherkommen.
Im Anhang wird zudem erklärt, dass Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten durch Sicherungsübereignungen und Forderungsabtretungen besichert sind.
Damit bestehen zugunsten der finanzierenden Banken Sicherheiten an bestimmten Vermögenswerten beziehungsweise Ansprüchen.
Welche konkreten Anlagen und Forderungen betroffen sind, wird nicht näher erläutert.
Eigenkapital sinkt auf 1,32 Millionen Euro
Während die Verbindlichkeiten zurückgingen, verringerte sich auch das Eigenkapital.
Es lag zum 31. Dezember 2025 bei 1.324.706 Euro.
Im Vorjahr waren es noch 1.443.193,90 Euro.
Das entspricht einem Rückgang um 118.487,90 Euro beziehungsweise rund 8,2 Prozent.
Das gesamte ausgewiesene Eigenkapital entfällt auf die Kapitalanteile der Kommanditisten.
Ein gesonderter Bilanzgewinn oder Bilanzverlust wird mit jeweils null Euro ausgewiesen.
Daraus kann jedoch nicht geschlossen werden, dass die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2025 weder einen Gewinn noch einen Verlust erzielt hat.
Bei einer Kommanditgesellschaft können Jahresergebnisse über die Kapitalkonten der Gesellschafter abgebildet werden.
Auch Entnahmen und Einlagen können diese Konten verändern.
Die Verringerung des Eigenkapitals um rund 118.500 Euro darf deshalb nicht ohne weitere Unterlagen als Jahresverlust bezeichnet werden.
Dafür wären insbesondere die Gewinn- und Verlustrechnung sowie Angaben zur Entwicklung der Gesellschafterkonten notwendig.
Eigenkapitalquote verbessert sich trotz Rückgangs
Obwohl das Eigenkapital absolut gesunken ist, hat sich sein Anteil an der Bilanzsumme erhöht.
Ende 2024 betrug die rechnerische Eigenkapitalquote rund 29,6 Prozent.
Zum Jahresende 2025 lag sie bei etwa 31,1 Prozent.
Der Anstieg beträgt damit rund 1,5 Prozentpunkte.
Der Grund liegt darin, dass die Bilanzsumme prozentual stärker zurückging als das Eigenkapital.
Das zeigt, warum absolute und relative Bilanzkennzahlen unterschiedlich interpretiert werden müssen.
Einerseits verfügt die Gesellschaft bilanziell über weniger Eigenkapital als im Vorjahr.
Andererseits wird ein etwas größerer Anteil des verbliebenen Vermögens durch Eigenkapital finanziert.
Die verbesserte Eigenkapitalquote ist somit ein positives Strukturmerkmal, sollte aber nicht mit einem tatsächlichen Eigenkapitalzuwachs verwechselt werden.
Kurzfristige Verpflichtungen übersteigen das Umlaufvermögen
Ein weiterer kritischer Punkt ergibt sich aus dem Vergleich zwischen kurzfristigen Vermögenswerten und kurzfristigen Schulden.
Das Umlaufvermögen betrug Ende 2025 insgesamt 338.103,42 Euro.
Dem standen Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr in Höhe von 524.703,94 Euro gegenüber.
Damit überstiegen die kurzfristigen Verbindlichkeiten das Umlaufvermögen um 186.600,52 Euro.
Bereits im Vorjahr bestand eine entsprechende Differenz von 113.051,89 Euro.
Die rechnerische Deckung der kurzfristigen Verbindlichkeiten durch das Umlaufvermögen hat sich damit verschlechtert.
Hinzu kommen Rückstellungen, deren Fälligkeiten in der vorliegenden Bilanz nicht vollständig aufgeschlüsselt sind.
Dieser Befund verdient Aufmerksamkeit, weil die Gesellschaft zur Bedienung ihrer kurzfristigen Verpflichtungen auf künftige Einnahmen oder weitere Finanzierungsmöglichkeiten angewiesen sein kann.
Allerdings handelt es sich um eine stichtagsbezogene Bilanzbetrachtung.
Bei einem laufenden Windpark können regelmäßig eingehende Stromerlöse zur Finanzierung fälliger Zahlungen beitragen.
Ohne Angaben zu diesen Zahlungsströmen ist eine abschließende Liquiditätsbewertung nicht möglich.
Aus der rechnerischen Unterdeckung lässt sich insbesondere keine Zahlungsunfähigkeit ableiten.
Rückstellungen steigen auf gut 57.000 Euro
Die Rückstellungen erhöhten sich von 51.912,81 Euro auf 57.077,57 Euro.
Das entspricht einem Anstieg um 5.164,76 Euro beziehungsweise knapp zehn Prozent.
Laut Anhang wurden die sonstigen Rückstellungen für Rückbauverpflichtungen und Steuerberatungskosten gebildet.
Gerade bei Windkraftprojekten sind Rückbauverpflichtungen von Bedeutung.
Am Ende der Nutzungsdauer können Kosten für die Demontage von Anlagen und die Wiederherstellung des Standorts entstehen.
Solche Verpflichtungen müssen nach den maßgeblichen Bilanzierungsvorschriften berücksichtigt werden.
Die Gesellschaft erklärt, dass bei der Bewertung künftige Preis- und Kostensteigerungen einbezogen wurden.
Langfristige Rückstellungen wurden auf den Bilanzstichtag abgezinst.
Wie sich die 57.077,57 Euro auf Rückbauverpflichtungen und Steuerberatungskosten verteilen, wird nicht angegeben.
Daher lässt sich auch nicht beurteilen, ob die ausgewiesene Rückstellung sämtliche später tatsächlich anfallenden Rückbaukosten abdecken wird.
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sinken
Im Jahresabschluss werden außerdem Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen ausgewiesen.
Diese reduzierten sich von 22.704,62 Euro auf 18.579,87 Euro.
Der Rückgang beträgt 4.124,75 Euro.
Im Verhältnis zu den gesamten Verbindlichkeiten ist diese Position vergleichsweise klein.
Der Abschluss enthält jedoch keine näheren Angaben dazu, gegenüber welchen verbundenen Unternehmen die Verpflichtungen bestehen und aus welchen Geschäftsvorgängen sie entstanden sind.
Persönlich haftende Gesellschafterin der Windpark Asch GmbH & Co. KG ist die Bürgerwind GmbH mit Sitz in Bärnau.
Deren gezeichnetes Kapital beträgt laut Anhang 25.000 Euro.
Was der Jahresabschluss nicht verrät
Trotz der detaillierten Bilanz bleiben wichtige Fragen zur wirtschaftlichen Entwicklung der Windparkgesellschaft offen.
Die bereitgestellten Unterlagen enthalten keine Gewinn- und Verlustrechnung.
Damit fehlen insbesondere Angaben zu den Umsatzerlösen, den laufenden Betriebskosten, den Zinsaufwendungen und dem Jahresergebnis.
Auch zur tatsächlich erzeugten Strommenge, zu möglichen Stillstandszeiten und zur Vergütung des eingespeisten Stroms werden keine Informationen genannt.
Das ist für die Bewertung eines Windparks eine wesentliche Einschränkung.
Denn der wirtschaftliche Erfolg hängt nicht allein vom bilanziellen Wert der Anlagen ab, sondern vor allem davon, welche Erträge sie erwirtschaften und welche Kosten für Betrieb, Finanzierung und Instandhaltung entstehen.
Ebenso lässt sich nicht erkennen, ob 2025 Ausschüttungen oder Entnahmen an Gesellschafter vorgenommen wurden.
Ohne diese Angaben bleibt die Ursache des Eigenkapitalrückgangs ungeklärt.
Jahresabschluss im September festgestellt
Der Jahresabschluss wurde am 22. Juli 2026 in Bärnau unterzeichnet.
Als Unterzeichner sind Josef Ziegler und Max Zintl genannt.
Die Feststellung des Jahresabschlusses erfolgte am 17. September 2026.
Die Veröffentlichung trägt das Datum 15. Oktober 2026.
Die Gesellschaft ist beim Amtsgericht Weiden in der Oberpfalz unter der Handelsregisternummer HRA 2734 eingetragen.
Im Anhang erklärt die Gesellschaft, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermittle.
Diese Angabe ist eine Erklärung im Jahresabschluss. Ein gesonderter Bestätigungsvermerk eines Abschlussprüfers ist in den bereitgestellten Unterlagen nicht enthalten.