Der Jahresabschluss 2025 der CEE Windpark Haunetal GmbH & Co. KG aus Rotenburg (Wümme) zeigt eine deutliche Verschlechterung der bilanziellen Eigenkapitalausstattung. Innerhalb eines Jahres hat sich das Eigenkapital nahezu halbiert. Gleichzeitig weist die Gesellschaft weiterhin Verbindlichkeiten von mehr als 32 Millionen Euro aus.
Zwar konnten die Bankverbindlichkeiten im Geschäftsjahr reduziert werden. Der gestiegene Verlustvortrag, die geringe Eigenkapitalquote und die langfristigen finanziellen Verpflichtungen werfen jedoch Fragen zur wirtschaftlichen Entwicklung des Windparks auf.
Eigenkapital um fast 49 Prozent gesunken
Zum 31. Dezember 2025 verfügte die CEE Windpark Haunetal GmbH & Co. KG über ein bilanzielles Eigenkapital von 376.646,01 Euro.
Ein Jahr zuvor waren es noch 738.592,11 Euro gewesen.
Damit verringerte sich das Eigenkapital um 361.946,10 Euro beziehungsweise rund 49 Prozent.
Besonders auffällig ist die Entwicklung des Verlustvortrags. Dieser stieg von 266.616,85 Euro im Vorjahr auf 628.562,95 Euro zum Jahresende 2025.
Die Rücklagen blieben dagegen mit rund einer Million Euro unverändert.
Die Eigenkapitalquote sank von rund 2,1 Prozent Ende 2024 auf nur noch rund 1,14 Prozent zum 31. Dezember 2025.
Damit verfügt die Gesellschaft lediglich über einen sehr geringen bilanziellen Eigenkapitalpuffer.
Eine niedrige Eigenkapitalquote bedeutet nicht automatisch, dass ein Unternehmen zahlungsunfähig oder insolvent ist. Sie zeigt jedoch, dass mögliche Verluste oder Wertminderungen das verbleibende Eigenkapital vergleichsweise schnell aufzehren könnten.
Verbindlichkeiten weiterhin bei mehr als 32 Millionen Euro
Die gesamten Verbindlichkeiten beliefen sich zum Jahresende 2025 auf rund 32,02 Millionen Euro.
Im Vorjahr hatten sie noch rund 33,56 Millionen Euro betragen.
Damit gingen die Verbindlichkeiten um rund 1,54 Millionen Euro zurück.
Besonders deutlich reduzierte die Gesellschaft ihre Bankverbindlichkeiten. Diese sanken von rund 26,29 Millionen Euro Ende 2024 auf rund 24,58 Millionen Euro zum 31. Dezember 2025.
Das entspricht einem Rückgang um rund 1,71 Millionen Euro.
Nach Angaben im Jahresabschluss sind die Bankverbindlichkeiten vollständig durch Sicherungsübereignungen der finanzierten Investitionen sowie durch die offene Abtretung der Einspeiseerlöse der Windenergieanlage besichert.
Die Rückführung der Bankkredite ist grundsätzlich ein wichtiger Faktor für die Finanzierungssituation. Allerdings bleibt die absolute Verschuldung hoch.
Für die wirtschaftliche Stabilität kommt es deshalb entscheidend darauf an, ob die laufenden Stromerlöse ausreichen, um Zinsen, Tilgungen und Betriebskosten dauerhaft zu finanzieren.
Liquide Mittel leicht rückläufig
Die verfügbaren Zahlungsmittel beliefen sich zum Jahresende 2025 auf rund 1,64 Millionen Euro.
Ein Jahr zuvor waren es noch rund 1,72 Millionen Euro gewesen.
Damit verringerte sich der Bestand an liquiden Mitteln um rund 88.765 Euro beziehungsweise etwa 5,1 Prozent.
Auch das gesamte Umlaufvermögen ging zurück. Es sank von rund 2,34 Millionen Euro auf rund 2,06 Millionen Euro.
Der Rückgang der Liquidität ist für sich genommen kein Nachweis finanzieller Schwierigkeiten. Entscheidend ist vielmehr, welche Einzahlungen und Auszahlungen künftig zu erwarten sind.
Eine detaillierte Liquiditätsplanung ist in den veröffentlichten Unterlagen jedoch nicht enthalten.
Rückstellungen nahezu verdoppelt
Eine weitere auffällige Entwicklung betrifft die Rückstellungen.
Diese erhöhten sich von 150.676,76 Euro Ende 2024 auf 290.910,57 Euro zum 31. Dezember 2025.
Das entspricht einem Anstieg um rund 140.234 Euro beziehungsweise rund 93 Prozent.
Rückstellungen dienen der bilanziellen Berücksichtigung ungewisser Verpflichtungen.
Der Jahresabschluss erläutert, dass die Gesellschaft hierfür Rückstellungen in angemessenem Umfang gebildet hat. Die voraussichtliche Restlaufzeit wird jeweils mit weniger als einem Jahr angegeben.
Welche konkreten Sachverhalte den deutlichen Anstieg verursacht haben, geht aus dem veröffentlichten Anhang nicht hervor.
Für eine genauere wirtschaftliche Bewertung wäre daher eine Aufschlüsselung der Rückstellungen hilfreich.
Anlagevermögen sinkt auf rund 28,83 Millionen Euro
Das Anlagevermögen der Gesellschaft belief sich zum Jahresende 2025 auf rund 28,83 Millionen Euro.
Im Vorjahr hatte es noch rund 30,26 Millionen Euro betragen.
Der Rückgang beträgt damit rund 1,43 Millionen Euro.
Den größten Anteil am Anlagevermögen bilden die Sachanlagen mit rund 28,82 Millionen Euro.
Nach Angaben im Jahresabschluss werden die abnutzbaren Sachanlagen linear über eine Nutzungsdauer von 25 Jahren abgeschrieben.
Außerplanmäßige Abschreibungen wurden im Geschäftsjahr 2025 nicht vorgenommen.
Die gesamte Bilanzsumme sank von rund 34,88 Millionen Euro auf rund 33,03 Millionen Euro.
Langfristige Verpflichtungen von mehr als 605.000 Euro jährlich
Neben den bilanzierten Verbindlichkeiten bestehen weitere finanzielle Verpflichtungen aus langfristigen Verträgen.
Die Gesellschaft weist jährliche Verpflichtungen von insgesamt 605.300 Euro aus.
Davon entfallen 312.900 Euro auf Miet- und Pachtverhältnisse, 28.700 Euro auf die technische Betriebsführung, 33.900 Euro auf die kaufmännische Betriebsführung und 229.800 Euro auf einen Wartungsvertrag.
Die Vertragslaufzeiten reichen teilweise bis zum Jahr 2048.
Insbesondere die langfristigen Pachtverpflichtungen sind bei der Bewertung der künftigen wirtschaftlichen Belastungen zu berücksichtigen.
Ob die Stromerlöse diese Kosten zusammen mit dem Schuldendienst dauerhaft decken können, lässt sich aus der veröffentlichten Bilanz allein nicht beurteilen.
Beteiligungsgesellschaft: Jahresabschluss 2025 lag noch nicht vor
Die CEE Windpark Haunetal GmbH & Co. KG hält nach eigenen Angaben 75 Prozent der Anteile an der Infrastruktur Windenergie Haunetal GmbH & Co. KG.
Für diese Beteiligungsgesellschaft nennt der Jahresabschluss ein Eigenkapital von 5.000 Euro zum 31. Dezember 2024. Das Ergebnis des Geschäftsjahres 2024 betrug null Euro.
Ein Jahresabschluss für 2025 lag bei der Erstellung des Abschlusses der Windparkgesellschaft noch nicht vor.
Damit lässt sich die wirtschaftliche Entwicklung der Beteiligungsgesellschaft im Jahr 2025 anhand der veröffentlichten Angaben nicht beurteilen.
Was bedeutet die Entwicklung für Kommanditisten und Anleger?
Für Kommanditisten und andere wirtschaftlich Beteiligte ist insbesondere die deutlich gesunkene Eigenkapitalausstattung von Bedeutung.
Die Gesellschaft weist weiterhin positives bilanzielles Eigenkapital aus. Eine bilanzielle Überschuldung liegt nach den veröffentlichten Zahlen zum 31. Dezember 2025 somit nicht vor.
Allerdings beträgt die Eigenkapitalquote nur noch rund 1,14 Prozent.
Bei einer Bilanzsumme von mehr als 33 Millionen Euro steht damit nur ein vergleichsweise kleiner Eigenkapitalpuffer zur Verfügung.
Für Anleger ist deshalb vor allem entscheidend, ob die Gesellschaft künftig ausreichende Überschüsse erwirtschaften kann, um ihre finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen und das Eigenkapital zu stabilisieren.
Eine persönliche Nachschusspflicht der Kommanditisten lässt sich aus dem Jahresabschluss nicht ableiten.
Ob im Einzelfall gesellschaftsvertragliche Zahlungspflichten oder Haftungsrisiken bestehen, müsste anhand der Beteiligungsunterlagen und der tatsächlich geleisteten beziehungsweise zurückgezahlten Einlagen geprüft werden.