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CEE Windpark Gilmerdingen: Bilanziell überschuldet trotz 4,62 Millionen Euro Bankguthaben – Schulden sinken 2025

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Die wirtschaftliche Situation der CEE Windpark Gilmerdingen GmbH & Co. KG zeigt ein differenziertes Bild. Einerseits ist die Gesellschaft nach eigenen Angaben bilanziell überschuldet. Andererseits verfügt sie über erhebliche liquide Mittel und hat ihre Bankschulden im Geschäftsjahr 2025 um mehr als 1,28 Millionen Euro zurückgeführt.

Das geht aus dem Jahresabschluss für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2025 hervor, der am 7. Oktober 2026 veröffentlicht wurde.

Die Gesellschaft mit Sitz in Rotenburg (Wümme) ist beim Amtsgericht Walsrode unter der Handelsregisternummer HRA 203878 eingetragen.

Bilanzsumme sinkt um rund eine Million Euro

Die Bilanzsumme der CEE Windpark Gilmerdingen GmbH & Co. KG verringerte sich zum 31. Dezember 2025 auf 21,86 Millionen Euro.

Ein Jahr zuvor hatte sie noch 22,89 Millionen Euro betragen.

Damit reduzierte sich die Bilanzsumme um rund 1,03 Millionen Euro beziehungsweise etwa 4,5 Prozent.

Ein wesentlicher Grund liegt in der Entwicklung des Anlagevermögens.

Dieses sank von 17,25 Millionen Euro auf 16,27 Millionen Euro. Der Rückgang beträgt knapp 989.000 Euro.

Das Sachanlagevermögen, zu dem insbesondere die technischen Windenergieanlagen gehören, verringerte sich von 16,38 Millionen Euro auf 15,44 Millionen Euro.

Die immateriellen Vermögensgegenstände gingen von 875.000 Euro auf 825.000 Euro zurück.

Die Gesellschaft schreibt ihre abnutzbaren Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenstände über eine Nutzungsdauer von 25 Jahren ab.

Außerplanmäßige Abschreibungen wurden im Geschäftsjahr 2025 nicht vorgenommen.

Der Rückgang der Buchwerte ist daher vor dem Hintergrund der planmäßigen Abschreibungen zu betrachten und stellt für sich genommen keinen Nachweis einer außergewöhnlichen Wertminderung dar.

Bankguthaben weiterhin bei mehr als 4,6 Millionen Euro

Auffällig ist die vergleichsweise hohe Liquiditätsposition der Windparkgesellschaft.

Zum Bilanzstichtag verfügte sie über Zahlungsmittel in Höhe von 4.621.673,14 Euro.

Ende 2024 waren es 4.682.029,50 Euro gewesen.

Die Bankguthaben und übrigen Zahlungsmittel verringerten sich damit lediglich um rund 60.356 Euro beziehungsweise etwa 1,3 Prozent.

Trotz des leichten Rückgangs bleibt der Bestand mit mehr als 4,6 Millionen Euro erheblich.

Das gesamte Umlaufvermögen stieg sogar geringfügig von 5,26 Millionen Euro auf 5,27 Millionen Euro.

Grund dafür war insbesondere die Zunahme der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände.

Diese erhöhten sich von 574.430,86 Euro auf 646.839,98 Euro.

Die Bilanz zeigt damit, dass die Gesellschaft zum Jahresende über einen beträchtlichen Bestand an kurzfristig verfügbaren beziehungsweise umlaufenden Vermögenswerten verfügte.

Allerdings lässt sich aus dem ausgewiesenen Bankguthaben allein nicht ableiten, welcher Teil der Mittel uneingeschränkt für sämtliche Unternehmenszwecke zur Verfügung steht.

Für eine vollständige Liquiditätsbewertung wären auch die Zahlungsfälligkeiten, mögliche Kontobindungen und die weitere Finanzplanung zu berücksichtigen.

Bankschulden um mehr als 1,28 Millionen Euro reduziert

Positiv fällt die Entwicklung der Bankverbindlichkeiten auf.

Die Schulden gegenüber Kreditinstituten beliefen sich zum Jahresende 2025 auf 10.296.136,45 Euro.

Im Vorjahr hatte die Gesellschaft noch 11.576.857,43 Euro ausgewiesen.

Damit verringerte sich die Bankverschuldung um 1.280.720,98 Euro beziehungsweise rund 11,1 Prozent.

Die gesamten Verbindlichkeiten sanken von 20,49 Millionen Euro auf 19,61 Millionen Euro.

Das entspricht einem Rückgang um etwa 887.308 Euro.

Die Bankverbindlichkeiten sind nach Angaben im Jahresabschluss vollständig besichert.

Als Sicherheiten dienen insbesondere die Sicherungsübereignung der finanzierten Investitionen sowie die offene Abtretung der Einspeiseerlöse der Windenergieanlage.

Damit haben die finanzierenden Kreditinstitute Zugriff auf vertraglich vereinbarte Sicherheiten, falls die Gesellschaft ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen sollte.

Für die wirtschaftliche Bewertung ist deshalb nicht nur die absolute Höhe der Schulden entscheidend, sondern auch die Fähigkeit des Windparks, aus dem laufenden Betrieb ausreichende Einnahmen für Zinsen, Tilgung und sonstige Verpflichtungen zu erwirtschaften.

Eine entsprechende Ertragsrechnung ist in den vorliegenden veröffentlichten Angaben jedoch nicht enthalten.

Bilanziell überschuldet: Verlustanteil sinkt auf rund 179.000 Euro

Trotz der vorhandenen Liquidität weist die Gesellschaft weiterhin eine bilanzielle Überschuldung aus.

Der nicht durch Vermögenseinlagen gedeckte Verlustanteil der Kommanditisten beträgt zum 31. Dezember 2025 insgesamt 179.357,64 Euro.

Ende 2024 hatte dieser Betrag noch bei 225.794,91 Euro gelegen.

Die rechnerische Unterdeckung verringerte sich damit um 46.437,27 Euro beziehungsweise rund 20,6 Prozent.

Die Entwicklung zeigt eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr. Eine vollständige Beseitigung der bilanziellen Unterdeckung ist damit jedoch noch nicht erreicht.

Die Bilanz weist deshalb weiterhin einen nicht durch Vermögenseinlagen gedeckten Verlustanteil auf der Aktivseite aus.

Bemerkenswert ist, dass die Gesellschaft auf der Passivseite keinen positiven Eigenkapitalposten ausweist.

Für die Beurteilung der wirtschaftlichen Lage ist jedoch entscheidend, zwischen einer bilanziellen Überschuldung und einer insolvenzrechtlichen Überschuldung zu unterscheiden.

Beide Begriffe sind nicht gleichzusetzen.

Geschäftsführung geht von Fortführung des Windparks aus

Im Anhang des Jahresabschlusses erläutert die Geschäftsführung ausdrücklich, weshalb sie trotz der bilanziellen Überschuldung von einer Fortführung der Unternehmenstätigkeit ausgeht.

Nach ihren Angaben ist die Zahlungsfähigkeit auf Grundlage der bestehenden Liquiditätsplanung weiterhin gegeben.

Darüber hinaus hält sie die Fortführung des Unternehmens aufgrund einer positiven Fortbestehensprognose im Sinne des § 19 Absatz 2 Insolvenzordnung für überwiegend wahrscheinlich.

Der Jahresabschluss wurde daher unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt.

Diese Einschätzung ist von Bedeutung, weil eine bilanzielle Unterdeckung allein nicht automatisch bedeutet, dass ein Unternehmen zahlungsunfähig ist oder ein Insolvenzverfahren eingeleitet werden muss.

Die Fortbestehensprognose beruht allerdings auf Annahmen über die künftige wirtschaftliche Entwicklung.

Ob diese Annahmen dauerhaft eintreten, lässt sich aus dem veröffentlichten Jahresabschluss allein nicht unabhängig überprüfen.

Insbesondere fehlen im vorliegenden Material detaillierte Angaben zur erwarteten Stromproduktion, zur Entwicklung der Einspeiseerlöse und zum künftigen Schuldendienst.

Die Gesellschaft beschreibt ihre Fortführungsprognose ausdrücklich als positiv. Eine uneingeschränkte Garantie für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung ist damit nicht verbunden.

Earn-out-Rückstellung erreicht mehr als zwei Millionen Euro

Eine besondere Position im Jahresabschluss betrifft eine sogenannte Earn-out-Vereinbarung.

Beim Bau der Windenergieanlagen hatte die Gesellschaft mit dem Generalunternehmer eine zusätzliche Vergütungsregelung vereinbart.

Danach kann der Generalunternehmer an bestimmten Übererlösen beteiligt werden, sofern die vertraglich festgelegten Referenzwerte überschritten werden.

Die entsprechende Earn-out-Periode umfasste die Geschäftsjahre 2017 bis 2025.

Mit dem Abschluss des Geschäftsjahres 2025 ist dieser Bemessungszeitraum nach Angaben der Gesellschaft beendet.

Die finale Earn-out-Rückstellung beträgt 2.014.804,93 Euro.

Damit entfällt der überwiegende Teil der insgesamt ausgewiesenen Rückstellungen von 2.090.664,70 Euro auf diese Verpflichtung.

Die Rückstellungen gingen gegenüber dem Vorjahr insgesamt leicht zurück. Ende 2024 hatten sie noch 2.151.720,53 Euro betragen.

Die Earn-out-Regelung ist wirtschaftlich relevant, weil sie eine zusätzliche Vergütung im Zusammenhang mit dem ursprünglichen Erwerb beziehungsweise Bau der Windenergieanlagen darstellt.

Die Gesellschaft behandelt die erwarteten Zahlungen bilanziell als nachträgliche Anpassung der Anschaffungskosten.

Entsprechend werden die zusätzlichen Anschaffungskosten über die verbleibende wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben, während die Rückstellung bis zur Fälligkeit aufgezinst wird.

Wann der finale Betrag tatsächlich zahlungswirksam wird, lässt sich dem veröffentlichten Anhang nicht entnehmen.

Gerade angesichts der bilanziellen Unterdeckung und der bestehenden Bankfinanzierung ist die spätere Zahlungsbelastung aus dieser Verpflichtung ein wichtiger Faktor für die Liquiditätsplanung.

Laufende Verpflichtungen von knapp 584.000 Euro jährlich

Neben den bilanzierten Verbindlichkeiten bestehen weitere vertragliche Zahlungsverpflichtungen.

Für Miet- und Pachtverhältnisse, technische und kaufmännische Betriebsführung sowie Wartungsleistungen nennt die Gesellschaft jährliche Verpflichtungen von insgesamt 583.900 Euro.

Den größten Anteil machen Wartungsverträge mit jährlich 313.200 Euro aus.

Hinzu kommen Miet- und Pachtzahlungen von 219.400 Euro pro Jahr.

Für die technische Betriebsführung fallen jährlich 31.500 Euro an, für die kaufmännische Betriebsführung weitere 19.800 Euro.

Die Laufzeiten der Verträge reichen unterschiedlich weit in die Zukunft.

Während die kaufmännische Betriebsführung bis 2027 und die technische Betriebsführung bis 2028 vertraglich erfasst sind, laufen die ausgewiesenen Miet-, Pacht- und Wartungsverpflichtungen bis 2037.

Die langfristigen Vertragsbindungen verdeutlichen, dass der Windpark auch in den kommenden Jahren erhebliche laufende Zahlungsverpflichtungen erfüllen muss.

Diese Ausgaben müssen aus den betrieblichen Einnahmen beziehungsweise den verfügbaren Finanzierungsmitteln gedeckt werden.

Beteiligung an weiterer Gesellschaft

Die CEE Windpark Gilmerdingen GmbH & Co. KG hält außerdem 60 Prozent der Anteile an der UW Gilmerdingen GmbH & Co. KG mit Sitz in Rotenburg (Wümme).

Diese Beteiligung weist zum 31. Dezember 2025 ein Eigenkapital von 2.000 Euro aus.

Für das Geschäftsjahr 2025 wird ein Jahresfehlbetrag von 1.026,10 Euro angegeben.

Die Beteiligung ist damit im Vergleich zur Bilanzsumme des Windparks von untergeordneter Größenordnung.

Welche operative Funktion die Beteiligung innerhalb der gesamten Windparkstruktur erfüllt, wird im vorliegenden Anhang nicht näher erläutert.

Windparkgesellschaft beschäftigt keine eigenen Arbeitnehmer

Wie bei vielen projektbezogenen Gesellschaften im Bereich erneuerbarer Energien beschäftigt auch die CEE Windpark Gilmerdingen GmbH & Co. KG keine eigenen Arbeitnehmer.

Dies geht ausdrücklich aus dem Jahresabschluss hervor.

Die technische und kaufmännische Betreuung erfolgt über entsprechende vertragliche Dienstleistungen.

Die Geschäftsführung wird durch Frank Grafe und Christian Bertsch-Engel wahrgenommen, die für die CYCAP Projekt Management GmbH aus Rotenburg handeln.

Der Jahresabschluss wurde am 23. April 2026 unterzeichnet und am 21. Mai 2026 festgestellt.

Die Veröffentlichung erfolgte am 7. Oktober 2026.

Was die Zahlen über die wirtschaftliche Lage aussagen

Die Bilanz des Geschäftsjahres 2025 zeigt mehrere gegenläufige Entwicklungen.

Einerseits besteht weiterhin eine bilanzielle Unterdeckung. Zudem ist die Gesellschaft mit Gesamtverbindlichkeiten von rund 19,61 Millionen Euro erheblich fremdfinanziert.

Andererseits konnten die Bankverbindlichkeiten deutlich reduziert werden. Gleichzeitig blieb der Bestand an liquiden Mitteln mit rund 4,62 Millionen Euro nahezu stabil.

Auch der nicht durch Vermögenseinlagen gedeckte Verlustanteil verringerte sich gegenüber dem Vorjahr.

Diese Entwicklungen sprechen für eine Verbesserung einzelner Bilanzkennzahlen.

Eine abschließende Aussage über die Ertragskraft des Windparks lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.

Dafür wären insbesondere Informationen zu Umsätzen, Stromerträgen, Betriebsergebnis, Zinsaufwand und tatsächlich erwirtschaftetem Cashflow erforderlich.

Auch die finale Earn-out-Rückstellung von rund zwei Millionen Euro und die langfristigen vertraglichen Verpflichtungen müssen bei der weiteren finanziellen Entwicklung berücksichtigt werden.

Fazit: Hohe Liquidität trifft auf bilanzielle Unterdeckung

Die CEE Windpark Gilmerdingen GmbH & Co. KG hat ihre Verschuldung im Geschäftsjahr 2025 reduziert und verfügt weiterhin über erhebliche Bankguthaben.

Die Bankverbindlichkeiten sanken um rund 1,28 Millionen Euro auf 10,30 Millionen Euro. Die liquiden Mittel lagen zum Jahresende bei 4,62 Millionen Euro.

Gleichzeitig besteht eine bilanzielle Überschuldung in Höhe von rund 179.000 Euro, die sich gegenüber dem Vorjahr allerdings verringert hat.

Hinzu kommt eine finale Earn-out-Rückstellung von mehr als zwei Millionen Euro, deren spätere Zahlungswirkung für die Finanzplanung von Bedeutung ist.

Die Geschäftsführung sieht die Zahlungsfähigkeit auf Grundlage ihrer Liquiditätsplanung als gesichert an und geht von einer positiven Fortbestehensprognose aus.

Für die wirtschaftliche Beurteilung ist deshalb entscheidend, ob der Windpark auch künftig ausreichend Einnahmen erwirtschaftet, um Kredite, laufende Betriebskosten und zusätzliche Verpflichtungen zu bedienen.

Die veröffentlichten Bilanzdaten zeigen eine verbesserte Schuldensituation und einen hohen Liquiditätsbestand. Sie belegen jedoch weder eine vollständige finanzielle Entwarnung noch eine akute Insolvenzlage.

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