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Windpark Hohen Luckow Süd: Nur 100.000 Euro Eigenkapital bei 13,3 Millionen Euro Verbindlichkeiten – Gesellschafterforderungen steigen weiter

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Eigenkapitalquote liegt bei weniger als einem Prozent

Der am 6. Oktober 2026 veröffentlichte Jahresabschluss der Windpark Hohen Luckow Süd GmbH & Co. KG zeigt eine auffällig geringe Eigenkapitalquote. Zum 31. Dezember 2025 weist die Gesellschaft unverändert ein Eigenkapital von 100.000 Euro aus. Bei einer Bilanzsumme von 14.396.718 Euro entspricht dies einer Eigenkapitalquote von lediglich rund 0,69 Prozent.

Bereits im Vorjahr hatte das Eigenkapital 100.000 Euro betragen. Damals lag die Bilanzsumme allerdings noch bei 16.832.231 Euro, sodass sich eine Eigenkapitalquote von rund 0,59 Prozent ergab. Die Quote hat sich somit rechnerisch leicht verbessert, bleibt jedoch auf einem sehr niedrigen Niveau.

Damit ist weniger als ein Prozent des bilanzierten Vermögens durch ausgewiesenes Eigenkapital finanziert. Nahezu die gesamte Finanzierung erfolgt über Verbindlichkeiten und Rückstellungen.

Eine derart geringe Eigenkapitalausstattung bedeutet nicht automatisch, dass die Gesellschaft zahlungsunfähig oder überschuldet im insolvenzrechtlichen Sinne ist. Gerade bei projektfinanzierten Windparks können langfristige Fremdfinanzierungen und besondere gesellschaftsrechtliche Finanzierungsstrukturen eine erhebliche Rolle spielen.

Gleichwohl stellt sich die Frage, wie widerstandsfähig das Unternehmen gegenüber unerwarteten Belastungen ist. Wenn Reparaturen, technische Ausfälle, geringere Stromerträge oder zusätzliche Finanzierungskosten auftreten, kann eine niedrige bilanzielle Eigenkapitalbasis die wirtschaftlichen Handlungsspielräume begrenzen.

Bilanzsumme sinkt um rund 2,44 Millionen Euro

Die Bilanzsumme der Gesellschaft verringerte sich innerhalb eines Jahres von 16,83 Millionen Euro auf 14,40 Millionen Euro. Das entspricht einem Rückgang um rund 14,5 Prozent.

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung beim Anlagevermögen. Dieses sank von 9,07 Millionen Euro auf 7,53 Millionen Euro. Das Sachanlagevermögen verringerte sich dabei von 8,73 Millionen Euro auf 7,23 Millionen Euro.

Die Gesellschaft bewertet ihre Sachanlagen nach den handelsrechtlichen Vorschriften zu Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen. Der Rückgang der bilanzierten Sachanlagen kann daher zumindest teilweise auf Abschreibungen zurückzuführen sein.

Welche konkreten Veränderungen im Anlagenbestand stattgefunden haben, lässt sich anhand der veröffentlichten Bilanz und des Anhangs jedoch nicht vollständig nachvollziehen. Insbesondere fehlen detaillierte Angaben zur Zahl der betriebenen Windenergieanlagen, zu ihrer installierten Leistung, zu den jährlichen Abschreibungen und zu möglichen Anlagenabgängen.

Ein sinkender Buchwert bedeutet nicht automatisch, dass die Windkraftanlagen technisch weniger leistungsfähig geworden sind oder ihr tatsächlicher Marktwert in gleichem Umfang zurückgegangen ist.

Verbindlichkeiten sinken – bleiben aber sehr hoch

Die gesamten Verbindlichkeiten gingen von 15.852.130 Euro zum Jahresende 2024 auf 13.312.143 Euro zum 31. Dezember 2025 zurück. Damit verringerte sich die Verschuldung um rund 2,54 Millionen Euro beziehungsweise etwa 16 Prozent.

Auf den ersten Blick ist diese Entwicklung positiv zu bewerten. Eine Verringerung der Verbindlichkeiten kann die künftige finanzielle Belastung reduzieren und auf geleistete Tilgungen oder andere Veränderungen der Finanzierungsstruktur hindeuten.

Allerdings lässt sich aus der veröffentlichten Bilanz nicht erkennen, welche konkreten Verbindlichkeiten zurückgeführt wurden. Eine detaillierte Aufgliederung nach Bankdarlehen, Gesellschafterverpflichtungen und weiteren Gläubigergruppen fehlt.

Trotz des Rückgangs machen die Verbindlichkeiten weiterhin rund 92,5 Prozent der gesamten Bilanzsumme aus. Hinzu kommen Rückstellungen von knapp 985.000 Euro.

Die Finanzierung der Gesellschaft bleibt damit in erheblichem Umfang von Fremdmitteln und sonstigen Verpflichtungen abhängig.

Gesellschafterverbindlichkeiten steigen auf 7,77 Millionen Euro

Besonders auffällig ist die Entwicklung der Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern. Während die gesamten Verbindlichkeiten deutlich zurückgingen, stiegen die Verpflichtungen gegenüber den Gesellschaftern von 7.172.133 Euro auf 7.772.775 Euro.

Der Anstieg beträgt rund 600.642 Euro beziehungsweise 8,4 Prozent.

Damit entfallen inzwischen rund 58,4 Prozent sämtlicher Verbindlichkeiten auf Verpflichtungen gegenüber Gesellschaftern. Im Vorjahr hatte dieser Anteil noch bei rund 45,2 Prozent gelegen.

Diese Verschiebung ist für die Beurteilung der Finanzierungsstruktur von besonderer Bedeutung.

Gesellschafterverbindlichkeiten können unterschiedliche Ursachen haben. Denkbar sind Gesellschafterdarlehen, auf Verrechnungskonten stehen gelassene Gewinnansprüche oder andere finanzielle Verpflichtungen gegenüber den Beteiligten.

Welche dieser Formen bei der Windpark Hohen Luckow Süd GmbH & Co. KG vorliegen, geht aus dem veröffentlichten Anhang nicht hervor.

Ebenso fehlen nähere Angaben zu Verzinsung, Rückzahlungsbedingungen und möglichen Rangrücktrittsvereinbarungen.

Gerade diese Informationen wären für eine fundierte Bewertung der finanziellen Stabilität wichtig. Langfristig gebundene Gesellschafterdarlehen können wirtschaftlich anders zu beurteilen sein als kurzfristig abrufbare Ansprüche.

Der bloße Anstieg der Gesellschafterverbindlichkeiten erlaubt deshalb noch keine Aussage darüber, ob sich die Liquiditätslage verschlechtert hat.

Mehr als fünf Millionen Euro Verbindlichkeiten sind besichert

Der Anhang enthält auch Angaben zu den Sicherheiten der Gläubiger.

Danach sind Verbindlichkeiten in Höhe von 5.119.342 Euro durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert.

Als Sicherungsformen nennt die Gesellschaft die Sicherungsübereignung der Windkraftanlagen sowie die Abtretung von Ansprüchen aus der Einspeisung des erzeugten Stroms.

Damit bestehen Sicherungsrechte an wesentlichen Vermögenswerten und Ertragsansprüchen des Windparks.

Für die Finanzierung von Windenergieprojekten sind solche Sicherheiten grundsätzlich nicht ungewöhnlich. Banken und andere Kreditgeber verlangen häufig Zugriffsmöglichkeiten auf Anlagen oder künftige Zahlungsansprüche, um ihre Finanzierungsrisiken zu begrenzen.

Für Gesellschafter und andere Kapitalgeber ist jedoch relevant, dass gesicherte Gläubiger im Fall wirtschaftlicher Schwierigkeiten vorrangige Rechte an den jeweiligen Sicherheiten geltend machen können.

Welche konkreten Darlehen durch die genannten Sicherheiten abgesichert werden und wie die Finanzierungsvereinbarungen ausgestaltet sind, wird im Jahresabschluss nicht näher erläutert.

Bankguthaben sinken leicht auf 3,22 Millionen Euro

Die liquiden Mittel der Gesellschaft beliefen sich zum 31. Dezember 2025 auf 3.220.804 Euro. Im Vorjahr waren es 3.350.449 Euro gewesen.

Damit verringerte sich das Bankguthaben um rund 129.645 Euro beziehungsweise 3,9 Prozent.

Der Rückgang fällt im Verhältnis zur Bilanzsumme moderat aus. Zugleich verfügt die Gesellschaft weiterhin über einen erheblichen Bestand an liquiden Mitteln.

Hinzu kommen Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände in Höhe von rund 2,55 Millionen Euro. Diese Position verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um rund 680.000 Euro.

Nach den Angaben im Anhang bestehen keine Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Die bilanzierten Forderungen sind damit vollständig dem kurzfristigen Bereich zugeordnet.

Ob und wann diese Forderungen tatsächlich zu Zahlungseingängen führen, lässt sich aus den veröffentlichten Informationen nicht im Einzelnen erkennen.

Für die Liquiditätsbeurteilung ist außerdem entscheidend, wann die bestehenden Verbindlichkeiten fällig werden. Der Anhang nennt zwar ausdrücklich, dass keine Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren bestehen. Eine vollständige Fälligkeitsübersicht für die Zeiträume unterhalb dieser Grenze enthält die Veröffentlichung jedoch nicht.

Damit bleibt offen, welcher Teil der insgesamt 13,31 Millionen Euro Verbindlichkeiten innerhalb der kommenden zwölf Monate zu bedienen ist.

Rückstellungen steigen um mehr als 170.000 Euro

Während die Verbindlichkeiten zurückgingen, erhöhten sich die Rückstellungen der Gesellschaft.

Sie stiegen von 812.945 Euro im Jahr 2024 auf 984.575 Euro zum Jahresende 2025.

Der Anstieg beträgt rund 171.630 Euro beziehungsweise 21,1 Prozent.

Rückstellungen werden für Verpflichtungen gebildet, deren Höhe oder Fälligkeit noch ungewiss sein kann.

Welche konkreten Sachverhalte bei der Windpark Hohen Luckow Süd GmbH & Co. KG zu den ausgewiesenen Rückstellungen geführt haben, wird im Anhang nicht aufgeschlüsselt.

Denkbar sind beispielsweise steuerliche Verpflichtungen, Wartungsrisiken oder andere ungewisse Verbindlichkeiten. Ob solche Positionen tatsächlich enthalten sind, lässt sich aus dem vorliegenden Abschluss allerdings nicht feststellen.

Für Anleger wäre eine nähere Erläuterung insbesondere deshalb interessant, weil Rückstellungen künftige Zahlungsverpflichtungen abbilden können.

Zusätzliche finanzielle Verpflichtungen von rund 790.000 Euro

Neben den bilanzierten Verbindlichkeiten weist die Gesellschaft weitere finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 790.337 Euro aus.

Diese betreffen nach den Angaben im Anhang insbesondere Pachtverträge mit jährlich 294.137 Euro sowie Service- und Wartungsverträge über 493.200 Euro. Hinzu kommt eine Spendenverpflichtung von 3.000 Euro.

Die Summe dieser Beträge entspricht den ausgewiesenen sonstigen finanziellen Verpflichtungen.

Bemerkenswert ist, dass der Anhang die Pachtzahlungen ausdrücklich als jährliche Verpflichtungen bezeichnet. Für die Service- und Wartungsverträge wird dagegen kein ebenso eindeutiger Zeitraum genannt.

Damit bleibt offen, ob die gesamte Summe von rund 790.000 Euro als jährliche Belastung zu verstehen ist oder ob einzelne Beträge andere Vertragszeiträume betreffen.

Zusätzlich bestehen Verträge zur kommunalen Beteiligung nach § 6 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Die daraus entstehenden finanziellen Verpflichtungen können nach Angaben der Gesellschaft im Voraus nicht beziffert werden.

Diese vertraglichen Belastungen sind für die Wirtschaftlichkeit des Windparks relevant, weil sie neben Finanzierungskosten und weiteren Betriebsausgaben aus den laufenden Erträgen gedeckt werden müssen.

Keine Angaben zu Umsatz und Jahresüberschuss

Ein wesentlicher Punkt bei der Bewertung des Jahresabschlusses ist die begrenzte Aussagekraft der veröffentlichten Unterlagen.

Die Veröffentlichung enthält eine Bilanz und einen Anhang, jedoch keine Gewinn- und Verlustrechnung.

Damit fehlen wichtige Informationen zur tatsächlichen Ertragslage im Geschäftsjahr 2025.

Aus den veröffentlichten Zahlen geht nicht hervor, welche Umsatzerlöse die Gesellschaft erzielt hat, wie hoch die laufenden Betriebskosten waren und ob das Geschäftsjahr mit einem Gewinn oder Verlust abgeschlossen wurde.

Auch die Entwicklung der Stromproduktion, der Einspeisevergütungen und der Finanzierungskosten wird nicht näher dargestellt.

Das unveränderte Eigenkapital von 100.000 Euro und der Bilanzgewinn von null Euro erlauben keinen sicheren Rückschluss auf das tatsächlich erwirtschaftete Jahresergebnis.

Bei Personengesellschaften können Gewinne und Verluste über unterschiedliche Kapital- und Verrechnungskonten abgebildet werden. Deshalb wäre es nicht sachgerecht, aus den veröffentlichten Bilanzpositionen unmittelbar auf ein ausgeglichenes Jahresergebnis zu schließen.

Für Anleger und andere Interessierte bleibt die Ertragskraft der Gesellschaft somit anhand dieser Veröffentlichung nur eingeschränkt beurteilbar.

Keine eigenen Arbeitnehmer beschäftigt

Nach den Angaben im Anhang beschäftigte die Windpark Hohen Luckow Süd GmbH & Co. KG im Geschäftsjahr 2025 keine eigenen Arbeitnehmer.

Bei Windparkgesellschaften ist eine solche Struktur nicht ungewöhnlich. Technische Betriebsführung, Wartung, kaufmännische Verwaltung und weitere Dienstleistungen können durch externe Unternehmen übernommen werden.

Die Gesellschaft weist entsprechende Service- und Wartungsverpflichtungen aus.

Geschäftsführer ist laut den veröffentlichten Unterlagen Torsten Levsen. Der Jahresabschluss wurde am 23. Juli 2026 festgestellt.

Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Kiel unter HRA 8207 KI eingetragen.

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