Die Monega Kapitalanlagegesellschaft mbH hat am 30. September 2026 den Jahresbericht des Peacock European Best Value ESG Fonds (R) mit der ISIN DE000A12BRQ8 zum 31. Mai 2026 veröffentlicht. Für Anleger ist der Bericht vor allem deshalb interessant, weil der Fonds eine vergleichsweise spezielle Strategie verfolgt: Im Mittelpunkt stehen europäische Unternehmen, insbesondere Nebenwerte, die nach fundamentalen Kriterien ausgewählt werden.
Der Fonds verbindet diesen Value-Ansatz mit Nachhaltigkeitskriterien. Bestimmte kontroverse Geschäftsfelder werden ausgeschlossen. Das bedeutet allerdings nicht, dass es sich um eine risikoarme Geldanlage handelt.
Deutliche Wertentwicklung, aber ebenso deutliche Schwankungen
Die Entwicklung des Fonds war zuletzt ausgesprochen positiv. Im Kalenderjahr 2025 wurde eine Wertentwicklung von rund 28 Prozent erreicht. Bis September 2026 lag die Entwicklung im laufenden Jahr ebenfalls im positiven Bereich. Über einen längeren Zeitraum zeigt sich allerdings, dass Anleger erhebliche Schwankungen aushalten müssen.
So hatte der Fonds beispielsweise 2022 knapp 19 Prozent verloren. Auch in früheren Jahren gab es erhebliche Rückgänge. Genau dieser Vergleich ist für Anleger wichtig: Eine starke aktuelle Wertentwicklung darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass europäische Nebenwerte in schwierigen Börsenphasen deutlich unter Druck geraten können.
Fondsvermögen und Portfolio
Das Fondsvermögen liegt inzwischen bei rund 13 Millionen Euro. Damit gehört der Peacock European Best Value ESG Fonds nicht zu den großen Publikumsfonds.
Interessant ist die Portfoliostruktur. Zu den zuletzt größten Positionen gehörten unter anderem Anleihen beziehungsweise Schuldverschreibungen von Electricité de France, eine deutsche Bundesanleihe und eine Position von Bpifrance. Daneben finden sich Aktien europäischer Unternehmen wie Construcciones y Auxiliar de Ferrocarriles, TXT e-solutions, BE Semiconductor Industries, Friedrich Vorwerk, NORMA Group, INDUS Holding und INIT Innovation in Traffic Systems.
Regional bildeten Deutschland, Italien und Frankreich zuletzt wesentliche Schwerpunkte des Portfolios.
Die Mischung zeigt zugleich eine Besonderheit: Obwohl es sich grundsätzlich um einen Aktienfonds handelt, werden kurzlaufende Anleihen als verzinster Liquiditätsersatz eingesetzt.
Kosten sind nicht unerheblich
Besondere Beachtung verdient die Kostenstruktur. Die Gesamtkostenquote liegt bei etwa 2,4 Prozent jährlich. Hinzu kommt ein Ausgabeaufschlag von maximal fünf Prozent.
Außerdem kann eine erfolgsabhängige Vergütung entstehen. Vorgesehen sind 15 Prozent der Outperformance gegenüber dem Vergleichsindex, wobei weitere Bedingungen gelten.
Gerade bei langfristigen Investments sind solche Kosten wichtig. Sie werden letztlich aus dem Fondsvermögen getragen und müssen durch die Anlageergebnisse zunächst wieder erwirtschaftet werden.
Was Anleger beachten sollten
Der Fonds bietet Zugang zu europäischen Unternehmen abseits der großen Standardwerte. Gerade kleinere und mittelgroße Unternehmen können jedoch stärker schwanken und teilweise weniger liquide gehandelt werden als große internationale Konzerne.
Die zuletzt gute Wertentwicklung ist deshalb erfreulich, sollte aber nicht einfach in die Zukunft fortgeschrieben werden.
Fazit: Der neue Jahresbericht betrifft einen Fonds mit klarer europäischer Value- und Nebenwerteausrichtung. Für Anleger sind vor allem die vergleichsweise hohen laufenden Kosten, die mögliche Erfolgsvergütung und die teilweise erheblichen Kursschwankungen entscheidende Punkte. Wer investiert ist, sollte daher nicht allein auf die zuletzt positive Wertentwicklung schauen, sondern Kosten und Risiko gemeinsam betrachten.