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Ein Scan – und die Betrüger sind im WhatsApp-Konto: Polizei warnt vor gefährlicher QR-Code-Masc

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay

Die Nachricht wirkt zunächst völlig unspektakulär.

Ein Bekannter bittet darum, bei einer Online-Abstimmung mitzumachen. Vielleicht geht es um einen Sportler oder darum, jemanden bei einer Umfrage zu unterstützen.

Ein Link führt weiter. Anschließend soll ein QR-Code gescannt werden.

Genau an dieser Stelle kann aus einer vermeintlich harmlosen Abstimmung eine Kontoübernahme werden.

Die Polizeidirektion Zwickau warnt aktuell vor einer Betrugsmasche, bei der Kriminelle WhatsApp-Konten übernehmen und anschließend die Kontakte ihrer Opfer um Geld bitten.

Seit Mitte August 2026 wurden im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion bereits zwölf entsprechende Fälle bekannt.

Die Schadenssummen liegen laut Polizei jeweils zwischen 500 und 615 Euro.

Der Angriff beginnt mit einer scheinbar harmlosen Bitte

Besonders gefährlich ist die Masche, weil sie nicht unbedingt mit einer offensichtlich verdächtigen Nachricht beginnt.

Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei erhalten Betroffene zunächst WhatsApp-Nachrichten, die vermeintlich von Personen stammen, die sie kennen.

Darin werden sie beispielsweise aufgefordert, an einer Online-Abstimmung oder einer Umfrage für Sportler teilzunehmen beziehungsweise eine bestimmte Person bei einer Abstimmung zu unterstützen.

Anschließend sollen die Empfänger einen Link öffnen, einen QR-Code scannen oder weitere Schritte durchführen.

Doch hinter der vermeintlichen Abstimmung steckt nach Erkenntnissen der Polizei ein anderer Zweck.

Die Schritte sollen den Kriminellen Zugriff auf das WhatsApp-Konto ermöglichen beziehungsweise dazu führen, dass ein fremdes Gerät mit dem Account des Opfers verknüpft wird.

Der QR-Code wird zur Falle

Der entscheidende Punkt ist damit die Geräteverknüpfung.

WhatsApp ermöglicht es, einen Account mit weiteren Geräten zu verbinden. Eine solche Funktion ist beispielsweise praktisch, wenn der Messenger zusätzlich auf einem Computer genutzt werden soll.

Genau diese Möglichkeit können Betrüger missbrauchen.

Wird im Rahmen der Täuschung eine entsprechende Verknüpfung bestätigt, erhalten die Täter Zugriffsmöglichkeiten auf das Konto.

Das Opfer muss dabei nicht unbedingt sofort erkennen, was geschehen ist.

Und genau das macht die Masche so gefährlich.

Plötzlich schreiben die Betrüger im Namen des Opfers

Ist die Verknüpfung gelungen, beginnt die zweite Phase des Betrugs.

Die Kriminellen schreiben nun Kontakte des tatsächlichen Kontoinhabers an.

Dabei erscheinen die Nachrichten nicht einfach nur unter einem ähnlich klingenden Namen oder von einer unbekannten Telefonnummer.

Sie können tatsächlich über den WhatsApp-Account der bekannten Person verschickt werden.

Für Freunde, Familienangehörige oder andere Kontakte entsteht dadurch ein erheblicher Vertrauensvorschuss.

Unter verschiedenen Vorwänden bitten die Täter anschließend um Geld.

Die Masche nutzt damit gleich zweimal das Vertrauen der Betroffenen aus:

Zunächst vertraut das erste Opfer einer scheinbar bekannten Person und beteiligt sich an der angeblichen Abstimmung.

Anschließend vertrauen dessen Kontakte den Nachrichten, die tatsächlich vom übernommenen Account kommen.

Zwölf bekannte Fälle seit Mitte August

Die Polizeidirektion Zwickau veröffentlichte ihre Warnung am 24. September 2026.

Seit Mitte August seien in ihrem Zuständigkeitsbereich bereits zwölf Fälle dieser Art bekannt geworden.

Dabei entstanden jeweils Schäden zwischen 500 und 615 Euro.

Wie hoch der Gesamtschaden aus allen zwölf Fällen genau ist, nennt die Polizei nicht.

Auch macht die Mitteilung keine Angaben dazu, ob hinter den Fällen dieselben Täter stehen oder wie viele WhatsApp-Konten insgesamt angegriffen wurden.

Entsprechende Schlussfolgerungen wären deshalb derzeit Spekulation.

Warum die Masche so überzeugend wirken kann

Der entscheidende psychologische Vorteil für die Täter liegt im bereits vorhandenen Vertrauensverhältnis.

Eine Nachricht von einer völlig unbekannten Nummer mit der Bitte um mehrere hundert Euro dürfte bei vielen Menschen sofort Misstrauen auslösen.

Anders kann es aussehen, wenn die Nachricht scheinbar vom WhatsApp-Konto eines Freundes, Familienmitglieds oder Bekannten stammt.

Das Profil ist bekannt.

Der Name stimmt.

Der Chatverlauf kann vertraut wirken.

Und möglicherweise hat man mit der Person erst wenige Stunden zuvor geschrieben.

Genau deshalb sollte selbst eine Nachricht von einem bekannten WhatsApp-Kontakt nicht ungeprüft zu einer Überweisung führen.

Geldforderung? Über einen zweiten Weg nachfragen

Die Polizei empfiehlt bei unerwarteten Geldforderungen eine einfache, aber wirkungsvolle Gegenprobe:

Die betreffende Person sollte über einen anderen Kommunikationsweg kontaktiert werden.

Wer beispielsweise über WhatsApp plötzlich um 500 Euro gebeten wird, kann den Bekannten unter der bereits bekannten Telefonnummer anrufen.

So lässt sich überprüfen, ob die Geldforderung tatsächlich von ihm stammt.

Gerade bei dringenden Zahlungsaufforderungen sollte dieser zusätzliche Kontrollschritt selbstverständlich werden.

Die Polizei empfiehlt ausdrücklich, vor einer Zahlung über einen anderen Kommunikationsweg Rücksprache zu halten.

WhatsApp-Nutzer sollten ihre verknüpften Geräte kontrollieren

Wer wissen möchte, ob möglicherweise ein unbekanntes Gerät Zugriff auf das eigene Konto hat, sollte die Liste der mit WhatsApp verknüpften Geräte kontrollieren.

Die Polizei rät dazu, diese Übersicht regelmäßig zu überprüfen.

Unbekannte Verbindungen sollten entfernt werden.

Außerdem sollten Nutzer niemals die Verknüpfung eines unbekannten Geräts bestätigen und keine Verifizierungs- oder Sicherheitscodes an andere Personen weitergeben.

Das ist gerade bei dieser Betrugsmasche wichtig: Ein QR-Code sollte nicht allein deshalb gescannt werden, weil er innerhalb eines vermeintlich bekannten Chats auftaucht.

Nicht jeder QR-Code ist harmlos

QR-Codes sind aus dem Alltag kaum noch wegzudenken.

Sie führen zu Speisekarten, Tickets, Webseiten, Zahlungsdiensten oder Anmeldeformularen.

Gerade diese Selbstverständlichkeit können Kriminelle ausnutzen.

Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik weist darauf hin, dass Phishing nicht nur über klassische E-Mails stattfindet. Manipulierte beziehungsweise betrügerisch eingesetzte QR-Codes können ebenfalls Bestandteil von Phishing-Angriffen sein. Das BSI empfiehlt deshalb, Links und QR-Codes ebenso sorgfältig zu prüfen wie Links in E-Mails.

Ein QR-Code ist letztlich kein Gütesiegel.

Der Nutzer sieht vor dem Scan häufig nicht unmittelbar, was sich dahinter verbirgt oder welche Aktion anschließend ausgelöst werden soll.

Vorsicht bei Abstimmungen und Sportlerumfragen

Die aktuelle Warnung liefert deshalb ein konkretes Alarmsignal.

Kommt über WhatsApp unerwartet eine Aufforderung, an einer Abstimmung, einem Voting oder einer Sportlerumfrage teilzunehmen, sollte besondere Vorsicht gelten.

Das bedeutet nicht, dass jede solche Abstimmung betrügerisch ist.

Aber insbesondere die Kombination aus

unerwarteter Nachricht + Link + QR-Code + weiteren Bestätigungsschritten

sollte Anlass sein, den Vorgang zu überprüfen.

Im Zweifel kann der vermeintliche Absender direkt gefragt werden, ob die Nachricht tatsächlich von ihm stammt.

Was tun, wenn der WhatsApp-Account bereits übernommen wurde?

Ist die Übernahme bereits erfolgt, zählt schnelles Handeln.

Die Polizei empfiehlt Betroffenen zunächst, ihre Kontakte über einen anderen Kommunikationsweg zu warnen.

Das ist wichtig, weil die Täter möglicherweise bereits versuchen, Freunde oder Familienmitglieder zu Zahlungen zu bewegen.

Außerdem sollten verdächtige Nachrichten, Telefonnummern, Zahlungsdaten und Belege gesichert werden.

Die Polizei sollte anschließend informiert werden.

Wer unbekannte Geräte in der WhatsApp-Geräteverwaltung entdeckt, sollte diese Verbindungen entfernen.

Die wichtigste Regel: Vertrauen Sie nicht allein dem Absender

Die aktuelle Betrugswelle zeigt ein grundsätzliches Problem moderner Messenger-Betrügereien:

Eine Nachricht kann tatsächlich vom Account eines Bekannten stammen – und trotzdem nicht von diesem Bekannten geschrieben worden sein.

Damit verliert ein wichtiges Sicherheitsgefühl an Aussagekraft.

Name, Profil und bekannter WhatsApp-Chat reichen nicht aus, um eine ungewöhnliche Geldforderung als echt einzustufen.

Das gilt besonders dann, wenn zuvor ungewöhnliche Links, QR-Codes, Abstimmungen oder Geräteverknüpfungen im Spiel waren.

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