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Windpark Rügge Beteiligungs GmbH: Verlust steigt deutlich – Beteiligung nur noch mit einem Euro bilanziert

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Die Windpark Rügge Beteiligungs GmbH hat für das Geschäftsjahr 2025 einen Jahresfehlbetrag von 9.101,82 Euro ausgewiesen. Im Vorjahr hatte der Verlust noch bei 2.767,48 Euro gelegen.

Damit hat sich das Minus innerhalb eines Jahres mehr als verdreifacht.

Gleichzeitig sank die Bilanzsumme von 8.044,50 Euro auf 7.495,73 Euro. Trotz einer im Jahr 2025 neu ausgewiesenen Kapitalrücklage von 10.000 Euro bleibt das Eigenkapital mit 6.042,68 Euro vergleichsweise niedrig.

Jahresverlust steigt um mehr als 6.300 Euro

Die auffälligste Veränderung betrifft das Jahresergebnis.

Der Fehlbetrag erhöhte sich von 2.767,48 Euro im Jahr 2024 auf 9.101,82 Euro im Geschäftsjahr 2025.

Das entspricht einer Verschlechterung um 6.334,34 Euro.

Gemessen an der kleinen Bilanzsumme ist dieser Verlust erheblich. Der Jahresfehlbetrag liegt sogar über der gesamten zum Bilanzstichtag ausgewiesenen Bilanzsumme.

Das ist bilanziell möglich, weil das Ergebnis des Geschäftsjahres nicht nur durch die am Jahresende vorhandenen Vermögenswerte bestimmt wird, sondern durch die im gesamten Jahr angefallenen Erträge und Aufwendungen.

Finanzanlage steht nur mit einem Euro in der Bilanz

Besonders bemerkenswert ist die Position des Anlagevermögens.

Die Windpark Rügge Beteiligungs GmbH weist sowohl zum 31. Dezember 2024 als auch zum 31. Dezember 2025 lediglich einen Euro Finanzanlagen aus.

Nach den Erläuterungen im Anhang handelt es sich grundsätzlich um Anteile an verbundenen Unternehmen.

Die Gesellschaft gibt an, solche Beteiligungen zu Anschaffungskosten anzusetzen und gegebenenfalls auf einen niedrigeren beizulegenden Wert abzuschreiben.

Ein Buchwert von einem Euro kann deshalb darauf hindeuten, dass eine Beteiligung nur noch mit einem sehr niedrigen Erinnerungs- oder Restbuchwert bilanziert wird.

Aus der veröffentlichten Bilanz allein lässt sich allerdings nicht feststellen, warum der Ansatz genau einen Euro beträgt und welchen tatsächlichen wirtschaftlichen Wert die Beteiligung besitzt.

Der Buchwert sollte deshalb nicht automatisch mit dem Markt- oder Unternehmenswert gleichgesetzt werden.

Fast das gesamte Vermögen besteht aus Bankguthaben

Das übrige Vermögen der Gesellschaft besteht praktisch vollständig aus liquiden Mitteln.

Zum Jahresende 2025 werden 7.494,73 Euro an Kassen- und Bankguthaben ausgewiesen.

Im Vorjahr waren es noch 8.043,50 Euro.

Damit verringerten sich die liquiden Mittel um 548,77 Euro beziehungsweise knapp sieben Prozent.

Da das Anlagevermögen lediglich einen Euro beträgt, machen die liquiden Mittel praktisch das gesamte bilanzierte Vermögen aus.

Neue Kapitalrücklage von 10.000 Euro

Auf der Passivseite fällt eine wesentliche Veränderung auf.

Zum Jahresende 2025 weist die Gesellschaft erstmals eine Kapitalrücklage von 10.000 Euro aus. Im Vorjahr war noch keine Kapitalrücklage vorhanden.

Das gezeichnete Kapital bleibt unverändert bei 25.000 Euro.

Durch die zusätzliche Kapitalrücklage wurde die Eigenkapitalbasis gestärkt. Ohne diese Zuführung hätte sich der hohe Jahresverlust deutlich stärker auf das bilanzielle Eigenkapital ausgewirkt.

Trotz des Verlustes stieg das Eigenkapital deshalb von 5.144,50 Euro auf 6.042,68 Euro.

Verluste haben einen Großteil des Kapitals aufgezehrt

Der Blick auf die Eigenkapitalstruktur zeigt allerdings, wie stark frühere Verluste die Gesellschaft bereits belastet haben.

Dem gezeichneten Kapital von 25.000 Euro und der Kapitalrücklage von 10.000 Euro stehen ein Verlustvortrag von 19.855,50 Euro sowie der neue Jahresfehlbetrag von 9.101,82 Euro gegenüber.

Rechnerisch wurden damit kumulierte Verluste von knapp 28.960 Euro ausgewiesen.

Von den insgesamt 35.000 Euro aus Stammkapital und Kapitalrücklage verbleibt dadurch nur ein bilanzielles Eigenkapital von etwas mehr als 6.000 Euro.

Das Eigenkapital ist damit zwar weiterhin positiv, aber ein erheblicher Teil der eingebrachten Mittel wurde durch Verluste aufgezehrt.

Eigenkapitalquote bleibt trotzdem hoch

Gemessen an der kleinen Bilanzsumme ist die Eigenkapitalquote weiterhin relativ hoch.

Bei 6.042,68 Euro Eigenkapital und einer Bilanzsumme von 7.495,73 Euro ergibt sich rechnerisch eine Eigenkapitalquote von rund 80,6 Prozent.

Der hohe Prozentsatz darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das absolute Eigenkapitalvolumen gering ist.

Für die Bewertung einer Gesellschaft sind deshalb sowohl die Quote als auch die tatsächliche Höhe des Eigenkapitals relevant.

Rückstellungen sinken deutlich

Die Rückstellungen reduzierten sich im Geschäftsjahr.

Ende 2024 lagen sie noch bei 2.900 Euro. Zum 31. Dezember 2025 waren es nur noch 1.453,05 Euro.

Das entspricht einem Rückgang von fast 50 Prozent.

Weitere Verbindlichkeiten werden in der veröffentlichten Bilanz nicht ausgewiesen.

Die Gesellschaft weist damit zum Bilanzstichtag keine klassische Fremdfinanzierung in Form von Bankdarlehen oder sonstigen Verbindlichkeiten aus.

Was bedeutet der Ein-Euro-Buchwert?

Der Buchwert der Beteiligung dürfte für Außenstehende die interessanteste Position des Abschlusses sein.

Ein Finanzanlagevermögen von nur einem Euro bedeutet zunächst lediglich, dass der entsprechende Beteiligungsansatz in dieser Höhe in der Bilanz steht.

Dafür können unterschiedliche Gründe bestehen.

Möglich sind beispielsweise frühere Wertberichtigungen oder eine sehr geringe ursprüngliche Beteiligung. Welche konkrete Ursache bei der Windpark Rügge Beteiligungs GmbH vorliegt, wird im veröffentlichten Anhang nicht erläutert.

Deshalb wäre es unzulässig, aus dem Ein-Euro-Ansatz unmittelbar auf eine Insolvenz oder Wertlosigkeit eines möglichen Windparkprojekts zu schließen.

Fest steht lediglich: In der Bilanz der Beteiligungs-GmbH besitzt die Finanzanlage zum Jahresende 2025 nur einen Buchwert von einem Euro.

Beteiligungsgesellschaft innerhalb des wpd-Konzerns

Die Windpark Rügge Beteiligungs GmbH ist Teil der Unternehmensgruppe der wpd GmbH mit Sitz in Bremen.

Nach Angaben im Anhang wird die Gesellschaft in den Konzernabschluss der wpd GmbH einbezogen.

Sie ist beim Amtsgericht Bremen unter HRB 33435 HB eingetragen. Geschäftsführer ist Dr. Gernot Blanke.

Die Gesellschaft wird nach den handelsrechtlichen Größenkriterien als kleine Kapitalgesellschaft eingestuft.

Einzelbilanz sagt wenig über einen Windpark selbst

Wie bei anderen Beteiligungsgesellschaften gilt auch hier: Die vorliegende Bilanz ist nicht mit einem Jahresabschluss eines operativen Windparks gleichzusetzen.

Die Gesellschaft weist selbst keine Windenergieanlagen, Grundstücke oder sonstigen technischen Sachanlagen aus.

Auch Umsätze aus Stromproduktion, Strommengen, Einspeiseerlöse oder Betriebskosten sind aus dem veröffentlichten Abschluss nicht ersichtlich.

Daraus folgt, dass sich aus dieser Bilanz allein keine belastbare Aussage darüber treffen lässt, wie ein möglicherweise zugehöriger Windpark wirtschaftlich oder technisch arbeitet.

Deutlich andere Struktur als bei anderen Beteiligungsgesellschaften

Auffällig ist allerdings, wie stark sich die Bilanzstruktur von anderen Windpark-Beteiligungsgesellschaften unterscheiden kann.

Während vergleichbare Gesellschaften teilweise Finanzanlagen in Millionenhöhe ausweisen, steht bei der Windpark Rügge Beteiligungs GmbH lediglich ein Euro als Finanzanlage in der Bilanz.

Gleichzeitig dominieren hier die Verluste die Entwicklung.

Der Jahresfehlbetrag von mehr als 9.100 Euro fällt angesichts einer Bilanzsumme von nur knapp 7.500 Euro besonders ins Gewicht.

Fazit: Verluste steigen, neues Kapital stabilisiert das Eigenkapital

Der Jahresabschluss 2025 zeigt eine Gesellschaft mit sehr überschaubarer Bilanzsumme, einem hohen Jahresverlust und einer außergewöhnlich niedrig bewerteten Finanzanlage.

Der Fehlbetrag stieg auf 9.101,82 Euro und hat sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verdreifacht.

Eine neue Kapitalrücklage von 10.000 Euro verhindert gleichzeitig, dass das Eigenkapital weiter sinkt. Zum Jahresende verbleiben noch 6.042,68 Euro Eigenkapital.

Besonders auffällig bleibt jedoch der Buchwert der Beteiligung von lediglich einem Euro.

Was hinter diesem Ansatz steckt und welchen wirtschaftlichen Wert die zugrunde liegende Beteiligung tatsächlich besitzt, lässt sich anhand des veröffentlichten Jahresabschlusses nicht beurteilen.

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