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FIFA greift durch: Zwei Ex-Funktionäre lebenslang aus dem Fußball verbannt

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay

Die FIFA hat zwei ehemalige Spitzenfunktionäre mit der härtesten möglichen Sanktion belegt. Bassam Adeel Jaleel, früherer Präsident des Fußballverbandes der Malediven, und Vincent Cassell, langjähriger Verbandschef von Montserrat, dürfen lebenslang keine Tätigkeit mehr im Fußball ausüben. Zusätzlich verhängte die FIFA-Ethikkommission gegen beide eine Geldstrafe von jeweils einer Million Schweizer Franken, umgerechnet rund 1,06 Millionen Euro.

Im Fall von Jaleel geht es um den Missbrauch von Geldern aus dem COVID-19-Hilfsprogramm der FIFA. Nach den Feststellungen der Ethikkommission verwendete der frühere Verbandspräsident Mittel, die eigentlich zur Unterstützung des Fußballs während der Pandemie bestimmt waren, zu seinem persönlichen Vorteil.

Für Jaleel haben die Vorgänge nicht nur sportrechtliche Folgen. Bereits im Oktober 2025 wurde er auf den Malediven wegen Unterschlagung zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Auch Mohamed Ageel, der frühere Finanz- und Verwaltungsdirektor des Verbandes, wurde sanktioniert. Die FIFA sperrte ihn unter anderem wegen Beihilfe für zehn Jahre.

Fast 30 Jahre Verbandschef – jetzt lebenslang gesperrt

Noch umfangreicher sind die Vorwürfe gegen Vincent Cassell. Er führte den Fußballverband von Montserrat bis Ende 2025 und stand damit nahezu drei Jahrzehnte an dessen Spitze.

Die FIFA wirft Cassell Amtsmissbrauch, systematische Interessenkonflikte und die Veruntreuung von Geldern der FIFA sowie des Fußballverbandes von Montserrat vor. Zudem soll sein Verhalten die körperliche und psychische Integrität von Mitarbeitern beeinträchtigt haben.

Neben Cassell wurde auch die ehemalige Generalsekretärin des Verbandes, Tandica Hughes, bestraft. Sie darf für 15 Jahre keine Tätigkeit im Fußball ausüben.

Während die Ethikkommission aufräumt, wächst der Druck auf Infantino

Die drastischen Entscheidungen fallen in eine für die FIFA ohnehin unruhige Zeit. Präsident Gianni Infantino steht zwar bei diesen Verfahren nicht im Mittelpunkt, sieht sich aber an anderer Stelle erheblicher Kritik ausgesetzt.

Trotz des gescheiterten WM-Investorendeals will Infantino eine weitere Amtszeit anstreben. Die Wahl ist für kommenden März vorgesehen. Vor allem aus der UEFA wächst der Widerstand. Dort wird sein Rückzug gefordert und eine Strafanzeige in der Schweiz vorbereitet. Sollte Infantino erneut kandidieren, dürfte ihm voraussichtlich ein Gegenkandidat aus dem UEFA-Lager gegenüberstehen.

Die jüngsten Entscheidungen der Ethikkommission senden damit zumindest ein deutliches Signal: Bei Amtsmissbrauch und Veruntreuung kennt die FIFA keine zeitliche Gnade. Zwei frühere Funktionäre sind nun dauerhaft aus dem Fußball ausgeschlossen – während an der Spitze des Weltverbandes bereits der nächste Machtkampf droht.

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