Wer beim Besuch einer Internetseite die Cookie-Einstellungen öffnet, stößt häufig auf Begriffe wie „notwendige Cookies“, „Marketing-Cookies“ oder „Performance-Cookies“. Gerade die letzte Bezeichnung klingt vielversprechend: Sorgen diese kleinen Dateien tatsächlich dafür, dass Webseiten schneller laden?
Die kurze Antwort lautet: Nicht direkt.
Performance-Cookies dienen in erster Linie dazu, Informationen darüber zu sammeln, wie Besucher eine Webseite nutzen. Die gewonnenen Daten können anschließend dabei helfen, technische Schwachstellen zu erkennen und den Internetauftritt zu verbessern.
Was sind Performance-Cookies?
Cookies sind kleine Dateninformationen, die Webseiten im Zusammenhang mit dem Besuch eines Nutzers speichern beziehungsweise verarbeiten können.
Performance-Cookies konzentrieren sich dabei auf die Nutzung und technische Leistung einer Webseite. Betreiber können mit entsprechenden Analysewerkzeugen beispielsweise untersuchen, welche Bereiche häufig genutzt werden oder wo technische Probleme auftreten.
Im Gegensatz zu ihrer Bezeichnung wirken Performance-Cookies daher nicht wie ein kleiner „Turbo“, der unmittelbar die Internetverbindung beschleunigt.
Der Nutzen entsteht vielmehr indirekt: Die gesammelten Informationen können den Verantwortlichen zeigen, wo ihre Webseite verbessert werden sollte.
Warum heißen sie dann „Performance“-Cookies?
Mit „Performance“ ist in diesem Zusammenhang vor allem die Leistung der Webseite gemeint.
Website-Betreiber können anhand entsprechender Daten untersuchen, wie gut ihr Angebot funktioniert und Optimierungen vornehmen. Dazu kann beispielsweise die Verbesserung von Ladezeiten gehören. Genau diesen indirekten Zusammenhang beschreibt auch der zugrunde liegende Beitrag.
Ein Performance-Cookie macht also nicht automatisch den Browser schneller. Stattdessen können die damit gewonnenen Erkenntnisse langfristig dazu beitragen, dass eine Webseite effizienter gestaltet wird.
Muss man Performance-Cookies akzeptieren?
Nutzer sollten Performance-Cookies nicht mit technisch unbedingt erforderlichen Cookies verwechseln.
Ob und unter welchen Voraussetzungen bestimmte Cookies eine Einwilligung benötigen, hängt von ihrem konkreten technischen Zweck und der jeweiligen Ausgestaltung ab. Deshalb sollte man sich nicht allein auf Bezeichnungen wie „Performance“, „Analyse“ oder „Komfort“ verlassen.
Entscheidend ist, welche Daten tatsächlich gespeichert oder ausgelesen werden und wofür dies geschieht.
Wer möglichst wenig zusätzliche Datenverarbeitung möchte, kann bei einem Cookie-Banner die optionalen Kategorien entsprechend ablehnen, sofern diese Auswahl angeboten wird.
Cookies löschen macht das Internet nicht automatisch schneller
Auch die umgekehrte Vorstellung ist zu einfach: Tausende gespeicherte Cookies bedeuten nicht zwangsläufig, dass der Browser deshalb massiv langsamer arbeitet.
Cookies bestehen normalerweise nur aus kleinen Datenmengen. Probleme mit einem langsamen Browser können zahlreiche andere Ursachen haben – etwa sehr viele geöffnete Tabs, Erweiterungen, hohe Speicherauslastung oder aufwendige Webseiten.
Das regelmäßige Löschen von Cookies kann trotzdem sinnvoll sein, beispielsweise aus Datenschutzgründen oder wenn eine Webseite aufgrund fehlerhafter gespeicherter Daten nicht mehr richtig funktioniert.
Allerdings hat das auch einen Nebeneffekt: Nutzer können anschließend auf Webseiten abgemeldet sein oder gespeicherte Einstellungen verlieren.
Vorsicht bei angeblichen „Cookie-Tuning“-Versprechen
Der Ausgangsbeitrag verweist außerdem auf Software, die Browser-Datenbanken optimieren beziehungsweise komprimieren soll.
Solche technischen Optimierungen sollten allerdings von Performance-Cookies selbst unterschieden werden.
Ein Programm, das Browser-Datenbanken optimiert, erzeugt dadurch keine besondere Art von Cookie, die Webseiten plötzlich schneller macht. Es handelt sich um zwei unterschiedliche technische Vorgänge.
Generell sollten Nutzer bei Programmen vorsichtig sein, die außergewöhnlich große Geschwindigkeitssteigerungen für Browser oder Computer versprechen. Vor der Installation sollte geprüft werden, was die Software tatsächlich verändert.
Performance-Cookies sind Analysewerkzeuge – kein Internet-Turbo
Der Name kann also leicht einen falschen Eindruck vermitteln.
Performance-Cookies sind kein direkter Beschleuniger für die eigene Internetverbindung. Ihr eigentlicher Zweck liegt darin, Informationen über Nutzung und Leistung einer Webseite bereitzustellen. Auf dieser Grundlage können Betreiber anschließend Verbesserungen vornehmen.
Für Nutzer bedeutet das: Wer im Cookie-Banner „Performance“ liest, sollte nicht automatisch davon ausgehen, dass die Zustimmung notwendig ist, damit die Webseite schneller funktioniert.