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Deutsche Post baut Briefformate ab 2027 um: Für dicke Bücher und Kleidung ist beim Maxibrief Schluss

127071 (CC0), Pixabay

Bei der Deutschen Post ändern sich zum 1. Januar 2027 wichtige Regeln für den Briefversand. Briefe und Warensendungen sollen künftig deutlicher voneinander getrennt werden. Dafür werden die Abmessungen und Gewichtsgrenzen mehrerer Briefformate verändert. Besonders für Menschen, die Bücher, Kleidung oder kleinere Gegenstände verschicken, können die neuen Vorgaben spürbare Folgen haben.

Während der Großbrief künftig größer und schwerer werden darf, verliert der Maxibrief ausgerechnet bei der Dicke an Spielraum. Sendungen mit einer Höhe von mehr als drei Zentimetern können nach den angekündigten Regeln nicht mehr als gewöhnlicher Brief verschickt werden.

Für private Verkäufer auf Plattformen wie eBay, Vinted oder Kleinanzeigen bedeutet das: Vor dem Frankieren wird künftig noch wichtiger, nicht nur Gewicht und Länge, sondern auch die Dicke der Sendung zu kontrollieren.

Großbrief darf künftig drei Zentimeter dick sein

Eine Verbesserung gibt es beim Großbrief. Bislang liegt die maximale Höhe laut den vorliegenden Angaben bei zwei Zentimetern. Ab 2027 steigt sie auf drei Zentimeter.

Gleichzeitig wird die zulässige Gewichtsgrenze deutlich angehoben. Statt bislang maximal 500 Gramm sollen künftig bis zu ein Kilogramm möglich sein.

Damit eignet sich der Großbrief künftig für umfangreichere Dokumente und andere flache Sendungen, die bisher aufgrund ihres Gewichts oder ihrer Dicke in ein größeres Format wechseln mussten.

Gerade bei umfangreichen Unterlagen kann das praktisch sein: Ein dickerer Stapel Papier scheitert dann nicht mehr zwangsläufig an der Zwei-Zentimeter-Grenze.

Maxibrief wird schwerer – aber dünner

Beim Maxibrief wird es komplizierter.

Künftig soll er zwischen 10 und 38,1 Zentimeter lang und zwischen 7 und 30,5 Zentimeter breit sein dürfen.

Beim Gewicht wird die Grenze auf zwei Kilogramm erhöht.

Gleichzeitig kommt jedoch eine entscheidende Einschränkung: Die maximale Höhe sinkt von bislang fünf auf nur noch drei Zentimeter.

Das führt zu einer etwas kuriosen Situation: Der Maxibrief darf künftig zwar schwerer sein – nur dick darf er nicht mehr sein.

Ein flacher, schwerer Inhalt kann damit weiterhin passen. Bei einem dicken Buch oder einem zusammengelegten Kleidungsstück könnte dagegen bereits das Maßband das Ende der Briefkarriere verkünden.

Mehr als drei Zentimeter? Dann ist es kein Brief mehr

Besonders relevant ist die neue Grenze für Warensendungen.

Sendungen mit einer Höhe von mehr als drei Zentimetern sollen ab 2027 nicht mehr als Brief verschickt werden können.

Auch der bisherige „Maxibrief mit Zusatzentgelt national“ soll ersatzlos entfallen. Damit verschwindet eine Möglichkeit, Sendungen außerhalb der normalen Maxibrief-Abmessungen gegen einen Aufpreis dennoch über dieses Briefprodukt zu verschicken.

Betroffen sein können beispielsweise dickere Bücher, gefaltete Kleidungsstücke und kleine Schachteln.

Die Post verweist für solche Sendungen künftig auf andere Produkte wie DHL Päckchen, DHL Paket oder die Warensendung.

Die Warensendung behält nach den vorliegenden Angaben einen wichtigen Vorteil: Sie darf weiterhin eine Höhe von bis zu fünf Zentimetern haben, sofern die übrigen Voraussetzungen erfüllt sind.

Besonders Privatverkäufer müssen künftig genauer messen

Für den klassischen Briefeschreiber dürften viele Veränderungen überschaubar bleiben. Interessanter wird die Reform für Menschen, die regelmäßig Waren privat verschicken.

Wer beispielsweise über eBay ein gebrauchtes Buch verkauft, über Vinted einen Pullover verschickt oder über Kleinanzeigen einen kleineren Gegenstand versendet, konnte bislang häufig auf den Maxibrief zurückgreifen.

Ab 2027 entscheidet bei solchen Sendungen die Drei-Zentimeter-Grenze.

Ein Buch kann problemlos unter zwei Kilogramm wiegen und trotzdem zu dick für den neuen Maxibrief sein. Gleiches gilt für Kleidungsstücke: Das Gewicht kann passen, während die Verpackung nach dem Zusammenlegen mehr als drei Zentimeter misst.

Dann muss auf ein anderes Versandprodukt ausgewichen werden.

Für Verkäufer ist deshalb nicht nur entscheidend, ob sich der Gegenstand verschicken lässt, sondern zu welchem Preis.

Und genau diese wichtige Information steht bislang noch nicht endgültig fest.

Was das alles kosten wird, ist noch offen

Die neuen Formate sind angekündigt – die dazugehörigen Preise jedoch noch nicht.

Nach den vorliegenden Informationen muss zunächst die Bundesnetzagentur die entsprechenden Portopreise genehmigen.

Damit lässt sich derzeit noch nicht abschließend beurteilen, welche Verbraucher durch die Reform finanziell besser oder schlechter gestellt werden.

Ein größerer Großbrief kann beispielsweise attraktiv werden, wenn dadurch Sendungen in diesem Format bleiben können, die bislang teurer verschickt werden mussten.

Auf der anderen Seite könnte die neue Drei-Zentimeter-Grenze beim Maxibrief dazu führen, dass bestimmte Waren auf andere Versandprodukte ausweichen müssen.

Erst mit den endgültigen Preisen lässt sich deshalb sinnvoll vergleichen.

Auch beim internationalen Briefversand wird umgebaut

Die Änderungen beschränken sich nicht auf Deutschland.

Auch international will die Post ihre Produktstruktur verändern. Der bisherige Maxibrief International soll wegfallen.

An seine Stelle tritt nach den vorliegenden Angaben ein neuer Midibrief International. Dieser darf maximal zwei Zentimeter hoch und bis zu 500 Gramm schwer sein.

Gleichzeitig wird der internationale Großbrief großzügiger ausgestaltet. Seine maximale Höhe steigt von zwei auf drei Zentimeter, während die Gewichtsgrenze auf ein Kilogramm angehoben wird.

Damit zeichnet sich auch international dieselbe Grundidee ab: Die verschiedenen Formate sollen stärker voneinander abgegrenzt werden.

Ein Zentimeter kann künftig über das Versandprodukt entscheiden

Für Verbraucher steckt die eigentliche Bedeutung der Reform deshalb in einer unscheinbaren Zahl: drei Zentimeter.

Beim Großbrief sind drei Zentimeter künftig eine Verbesserung.

Beim Maxibrief werden dieselben drei Zentimeter dagegen zur neuen Obergrenze.

Wer eine 2,9 Zentimeter dicke Sendung verschickt, könnte damit noch innerhalb des Briefformats liegen. Wird aus ihr durch Verpackung oder Polsterung eine 3,1 Zentimeter dicke Sendung, kann bereits ein anderes Produkt notwendig werden.

Das dürfte gerade bei Büchern und Textilien relevant sein, deren Verpackungsdicke nicht immer exakt vorhersehbar ist.

Zusätzlich wird an der Sendungsverfolgung gearbeitet

Parallel zu den neuen Briefformaten werden weitere Veränderungen getestet. DHL erprobt laut dem vorliegenden Bericht Versandlabels mit Sendungsverfolgung, die Verkäufer direkt über Verkaufsplattformen erwerben können.

Eine allgemeine Einführung zum 1. Januar 2027 ist demnach allerdings noch nicht bestätigt.

Dieser Punkt sollte deshalb von den fest angekündigten Formatänderungen getrennt werden: Die neuen Briefformate sollen 2027 kommen; aus einem Pilotprojekt zur Sendungsverfolgung folgt dagegen noch keine flächendeckende Einführung zum selben Termin.

Ab 2027 heißt es vor dem Briefkasten: erst wiegen, dann messen

Unterm Strich wird das Briefangebot nicht einfach nur kleiner oder größer – es wird neu sortiert.

Der Großbrief gewinnt deutlich an Spielraum: bis zu drei Zentimeter Dicke und ein Kilogramm Gewicht. Der Maxibrief darf künftig sogar zwei Kilogramm wiegen, verliert aber bei der Höhe und endet bereits bei drei Zentimetern. Der Maxibrief mit nationalem Zusatzentgelt verschwindet vollständig.

Für klassische Dokumentensendungen können die Änderungen damit Vorteile bringen. Für den Versand dickerer Waren wird die Auswahl dagegen eingeschränkt.

Besonders Privatverkäufer sollten sich den 1. Januar 2027 deshalb merken.

Denn künftig kann beim Versand eines Pullovers, Buches oder kleinen Kartons ein einziger Zentimeter darüber entscheiden, ob die Sendung noch als Brief durchgeht – oder plötzlich ein anderes Versandprodukt benötigt.

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