Der Vatikan plant die Umwandlung einer seiner wertvollsten Immobilien im Zentrum von Rom in ein Hotel. Das Vorhaben geht aus dem aktuellen Jahresbericht der vatikanischen Vermögensverwaltung Apsa (Verwaltung des Vermögens des Apostolischen Stuhls) hervor. Dort findet sich unter dem Eintrag „Domus Paolo VI“ der knappe Hinweis: „Zustimmungen zur Umwandlung in ein Hotel erhalten.“
Spitzenlage nahe dem Pantheon
Bei der Immobilie handelt es sich um einen siebenstöckigen Palazzo in der Via della Scrofa, nur wenige Gehminuten vom berühmten Pantheon entfernt. Das Gebäude zählt aufgrund seiner Lage zu den wertvollsten Immobilien im Besitz des Vatikans.
Bislang diente der Palazzo als „Casa Internazionale del Clero“. Seit 1976 übernachteten dort vor allem Bischöfe, Kardinäle und andere Geistliche aus aller Welt, die sich vorübergehend in Rom aufhielten.
Verpachtung statt Eigenbetrieb
Nach den Angaben der Apsa soll das Gebäude künftig verpachtet werden. Wer das Hotel betreiben wird und wann die Umwandlung beginnt, wurde bislang nicht bekanntgegeben. Auch zu möglichen Umbaukosten oder zum geplanten Hotelkonzept macht der Vatikan derzeit keine Angaben.
Die Zustimmung zur Nutzungsänderung gilt jedoch als wichtiger Schritt für das Projekt.
Zusätzliche Einnahmen für den Heiligen Stuhl
Die Entscheidung dürfte auch wirtschaftliche Gründe haben. Der Vatikan steht seit Jahren unter Druck, seine Einnahmen zu steigern und seine Finanzen zu stabilisieren. Die Vermietung oder touristische Nutzung besonders wertvoller Immobilien gilt als Möglichkeit, dauerhaft höhere Erträge zu erzielen.
Gerade Rom erlebt seit Jahren einen anhaltenden Tourismusboom. Hotels in zentraler Lage erzielen regelmäßig hohe Auslastungen und attraktive Übernachtungspreise. Ein Hotel nahe dem Pantheon könnte daher zu einer lukrativen Einnahmequelle für den Heiligen Stuhl werden.
Wandel in der Immobilienstrategie
Die geplante Umwandlung zeigt, dass der Vatikan seine umfangreichen Immobilienbestände zunehmend auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet. Während das Gebäude bislang ausschließlich kirchlichen Zwecken diente, soll es künftig Teil des touristischen Angebots der italienischen Hauptstadt werden.
Damit verbindet der Vatikan den Erhalt einer historischen Immobilie mit dem Ziel, langfristig zusätzliche Einnahmen zu erwirtschaften – ein weiterer Baustein der Bemühungen, die Finanzen des Kirchenstaates auf eine stabilere Grundlage zu stellen.