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Bundesliga-Sommer: Stuttgart zählt Millionen, Frankfurt Tore und Leipzig mögliche Millionenverluste

kreatikar (CC0), Pixabay

Die Bundesliga befindet sich in jener Phase des Jahres, in der Testspielsiege zu Meisterschaftsankündigungen führen und Niederlagen selbstverständlich nur an den schweren Beinen liegen. Zwischen Trainingslagern, Transfergerüchten und Marketingreisen versuchen die Vereine herauszufinden, wer in der neuen Saison noch da ist – und wer nur kurz zum Medizincheck vorbeikommt.

Stuttgart entdeckt den Geldspeicher

Beim VfB Stuttgart läuft es wirtschaftlich so gut, dass man in Bad Cannstatt vermutlich inzwischen Taschenrechner mit Kühlung benötigt. Die Profifußballgesellschaft meldete für 2025 Erträge von 383,6 Millionen Euro und einen Gewinn nach Steuern von 22,5 Millionen Euro. Das Eigenkapital stieg auf 83,4 Millionen Euro.

Außerdem verkaufte der VfB 156.500 Trikots und erhöhte seine Mitgliederzahl auf rund 135.000. Rechnerisch trägt damit bald halb Baden-Württemberg das rote Brustband, während die andere Hälfte noch auf die richtige Beflockung wartet.

Nun möchte der Verein auch noch das Carl-Benz-Center neben dem Stadion kaufen. Der VfB entwickelt sich damit langsam vom Fußballklub zum Immobilienunternehmen mit gelegentlichem Flügelspiel.

Offen ist lediglich die Zukunft von Sportvorstand Fabian Wohlgemuth. Die Gespräche sollen „alsbald“ abgeschlossen werden. Im Fußball bedeutet das: morgen, nächste Woche oder kurz vor Ablauf des Vertrags im Jahr 2027.

Frankfurt presst Trabzonspor in den Feierabend

Eintracht Frankfurt gewann im Trainingslager mit 3:0 gegen Trabzonspor. Hugo Larsson und Jonathan Burkardt trafen, ein weiteres Tor steuerte der Gegner freundlicherweise selbst bei.

Trainer Adi Hütter setzte auf ein kompaktes 4-2-2-2 und aggressives Pressing. Die Frankfurter eroberten früh die Bälle und vermittelten den Eindruck, dass selbst die Anreise des Gegners konsequent zugestellt werden sollte.

Ellyes Skhiri darf derweil weiterhin mit anderen Vereinen sprechen. Das ist die höfliche Formulierung für: Wir wünschen alles Gute und hätten gern eine Ablöse.

Köln verleiht, weil Spielen besser ist als Zuschauen

Der 1. FC Köln schickt Jusuf Gazibegović für eine Saison zu Widzew Łódź. Der Rechtsverteidiger spielt in den sportlichen Planungen keine größere Rolle und soll in Polen Spielpraxis sammeln.

Sein Vertrag in Köln läuft noch bis 2028. Der FC hält also an ihm fest – nur möglichst mit mehreren Hundert Kilometern Sicherheitsabstand.

Julian Pauli kehrte dagegen ins Mannschaftstraining zurück. Damit hat Trainer René Wagner wieder eine zusätzliche Option für die Defensive und muss nicht jeden Innenverteidiger vorsorglich in Luftpolsterfolie wickeln.

Dortmund fliegt zum Training einmal um die Welt

Borussia Dortmund ist mit 28 Spielern nach Japan gereist. Mehrere WM-Fahrer sowie die verletzten Emre Can und Nico Schlotterbeck fehlen. Dafür dürfen zahlreiche Talente mit.

Die Reise dient offiziell der sportlichen Vorbereitung und der internationalen Vermarktung. Übersetzt: morgens Laufwege, mittags Sponsorentermine, abends Fotos mit Fans und irgendwann dazwischen vielleicht Fußball.

Testspiele gegen Cerezo Osaka und den FC Tokyo stehen ebenfalls an. Der BVB hofft dabei vermutlich, sportliche Erkenntnisse zu gewinnen, ohne dass nach jeder guten Aktion eines Nachwuchsspielers sofort ein englischer Klub anruft.

Schalke setzt vielleicht weiter auf Džeko

Auf Schalke könnte Edin Džeko seinen Vertrag verlängern. Der Stürmer ist inzwischen 40 Jahre alt, soll aber weiterhin Tore erzielen und die junge Mannschaft führen.

Eine offizielle Bestätigung fehlt noch. Denkbar ist, dass Džeko zunächst prüfen möchte, ob er die komplette Saison bestreiten oder nebenbei noch die Betreuung des Trainerstabs übernehmen soll.

Für Schalke wäre die Verlängerung nachvollziehbar. Erfahrung ist im Abstiegskampf wichtig – besonders dann, wenn jemand bereits Fußball gespielt hat, als einige Mitspieler noch nicht geboren waren.

Paris schaut nach Leipzig

Paris Saint-Germain soll Interesse an Yan Diomande haben. Angeblich gibt es bereits grundsätzliche Gespräche mit dem Umfeld des Spielers. RB Leipzig verlangt jedoch offenbar eine hohe Ablöse.

Das ist das bekannte Geschäftsmodell: jung kaufen, entwickeln, teuer verkaufen und anschließend erklären, der Abgang sei sportlich natürlich kaum zu ersetzen.

Noch ist nichts bestätigt. Bis dahin bleibt Diomande Leipziger – zumindest offiziell und solange kein französischer Sportdirektor mit einem ausreichend großen Überweisungsträger erscheint.

Werder ist zufrieden – ein verdächtiges Zeichen

Werder Bremen beendete sein Trainingslager im Zillertal. Trainer Daniel Thioune lobte Intensität, Standards und Nachwuchsspieler. Das 2:0 gegen Bochum rundete die Reise ab.

Personelle Ausfälle hätten die Planung erschwert, erklärte der Trainer. Trotzdem sei das Fazit positiv. Werder-Fans wissen: Ein positives Trainingslager ist schön, besitzt aber ungefähr bis zum ersten Gegentor am ersten Spieltag Bestand.

Bei vielen anderen Klubs blieb es ruhig. Keine großen Transfers, keine dramatischen Verletzungen, keine überraschenden Rücktritte.

Für Bundesliga-Verhältnisse ist das fast schon verdächtig.

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