Die Waldsiedlung in Berlin-Zehlendorf gehört ab sofort zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Entscheidung traf die UNESCO-Welterbekommission während ihrer Tagung im südkoreanischen Busan. Damit wird das bereits bestehende UNESCO-Welterbe der Berliner Siedlungen der Moderne um ein weiteres bedeutendes Bauensemble ergänzt.
Die Waldsiedlung entstand zwischen 1926 und 1931 und gilt als eines der wichtigsten Beispiele des sogenannten Neuen Bauens. Diese Architekturrichtung setzte auf funktionale Gebäude, viel Licht, Luft und Grünflächen sowie bezahlbaren Wohnraum für breite Bevölkerungsschichten. Ziel war es, das Wohnen moderner, gesünder und lebenswerter zu gestalten.
Besonders bekannt ist die Siedlung unter ihrem Spitznamen „Papageiensiedlung“. Diesen verdankt sie den farbenfrohen Fassaden ihrer Häuser, die sich deutlich von der damals üblichen, eher schlichten Bauweise abhoben. Die kräftigen Farben verleihen dem Wohnviertel bis heute einen unverwechselbaren Charakter.
Mit der Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste wird die außergewöhnliche architektonische und städtebauliche Bedeutung der Waldsiedlung international anerkannt. Gleichzeitig verpflichtet der Welterbestatus dazu, das historische Erscheinungsbild und die besondere Bauweise dauerhaft zu erhalten und zu schützen.
Die Berliner Siedlungen der Moderne gelten weltweit als Meilensteine des sozialen Wohnungsbaus. Sie zeigen, wie Architekten bereits vor rund 100 Jahren versuchten, bezahlbaren Wohnraum mit hoher Lebensqualität zu verbinden. Die Waldsiedlung ergänzt dieses Ensemble nun als weiteres herausragendes Beispiel für die moderne Architektur der Weimarer Republik.
Mit der UNESCO-Auszeichnung rückt die Waldsiedlung nicht nur stärker in den Blick von Architektur- und Geschichtsinteressierten aus aller Welt. Sie erinnert auch daran, dass innovative Stadtplanung und sozialer Wohnungsbau schon vor einem Jahrhundert wichtige Antworten auf die Herausforderungen wachsenden Wohnraumbedarfs waren – Themen, die bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren haben.