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Neue Euro-Banknoten geplant: EU-Bürger können erstmals über die Motive abstimmen

ChristophMeinersmann (CC0), Pixabay

Der Euro bekommt ein neues Gesicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den nächsten Schritt bei der Neugestaltung der Euro-Banknoten eingeleitet und erstmals die Bevölkerung in den Auswahlprozess einbezogen. Rund 350 Millionen Bürgerinnen und Bürger im Euroraum können ab sofort darüber abstimmen, welche Motive künftig die Geldscheine zieren sollen. Zur Wahl stehen zwei Themenwelten: „Flüsse und Vögel“ sowie „Europäische Kultur“.

Mit der öffentlichen Beteiligung möchte die EZB erreichen, dass sich die neuen Banknoten stärker an den Werten und der Identität Europas orientieren. Die Abstimmung erfolgt über die Internetseite der Europäischen Zentralbank. Die endgültige Entscheidung über das künftige Erscheinungsbild soll noch bis Ende dieses Jahres fallen.

Neue Gestaltung nach mehr als zwei Jahrzehnten

Die derzeitigen Euro-Banknoten sind seit der Einführung des Bargeldes im Jahr 2002 im Umlauf. Zwar wurden sie in den vergangenen Jahren mehrfach technisch überarbeitet und mit zusätzlichen Sicherheitsmerkmalen ausgestattet, das grundlegende Design blieb jedoch unverändert.

Die aktuellen Geldscheine zeigen stilisierte Fenster, Tore und Brücken verschiedener europäischer Baustile. Die Bauwerke sind bewusst fiktiv gestaltet und repräsentieren keine real existierenden Gebäude. Damit sollte verhindert werden, einzelne Mitgliedstaaten besonders hervorzuheben.

Mehr als zwei Jahrzehnte nach der Einführung des Euro hält die EZB nun eine grundlegende Neugestaltung für sinnvoll. Neben modernster Sicherheitstechnik soll das Design künftig auch stärker die kulturelle Vielfalt und die gemeinsamen Werte Europas widerserspiegeln.

Zwei Themen stehen zur Auswahl

Nach einer ersten Online-Befragung und den Empfehlungen einer unabhängigen Beratungsgruppe wurden zwei Themen für die Endauswahl festgelegt.

Die erste Variante trägt den Titel „Flüsse und Vögel“. Sie soll die Vielfalt der europäischen Natur, den grenzüberschreitenden Charakter der Flüsse sowie den Schutz der Umwelt symbolisieren. Flüsse verbinden Länder miteinander und gelten als Sinnbild für Zusammenarbeit und Zusammenhalt innerhalb Europas. Vögel stehen zugleich für Freiheit, Artenvielfalt und den Erhalt natürlicher Lebensräume.

Die zweite Themenwelt lautet „Europäische Kultur“. Sie soll die kulturelle Geschichte des Kontinents in den Mittelpunkt rücken und die Leistungen europäischer Künstler, Wissenschaftler, Musiker und Denker würdigen. Ziel ist es, die kulturelle Identität Europas stärker sichtbar zu machen und die gemeinsame Geschichte der Mitgliedstaaten hervorzuheben.

Bürgerbeteiligung soll Akzeptanz stärken

Mit der öffentlichen Abstimmung beschreitet die Europäische Zentralbank einen ungewöhnlichen Weg. Erstmals erhalten die Bürgerinnen und Bürger des Euroraums die Möglichkeit, sich direkt an der Gestaltung der Euro-Banknoten zu beteiligen.

Die EZB erhofft sich dadurch eine größere Identifikation der Menschen mit der Gemeinschaftswährung. Der Euro ist inzwischen das offizielle Zahlungsmittel von 20 Mitgliedstaaten und zählt zu den bedeutendsten Währungen der Welt. Für viele Menschen gehört er seit Jahrzehnten selbstverständlich zum Alltag.

Sicherheit bleibt oberste Priorität

Unabhängig vom späteren Motiv verfolgt die EZB mit der Neugestaltung vor allem ein weiteres Ziel: den Schutz vor Geldfälschungen.

Mit jeder neuen Banknotengeneration werden Sicherheitsmerkmale verbessert und an den aktuellen Stand der Technik angepasst. Dazu gehören unter anderem modernisierte Hologramme, spezielle Druckverfahren, Sicherheitsfäden sowie weitere schwer nachzuahmende Elemente, die Fälschungen deutlich erschweren sollen.

Auch künftig sollen die neuen Banknoten sowohl für Verbraucher als auch für den Handel leicht auf ihre Echtheit überprüfbar bleiben.

Einführung frühestens Ende 2028

Bis die neuen Geldscheine tatsächlich in den Geldbörsen der Bürger landen, wird allerdings noch einige Zeit vergehen.

Nach Abschluss der Abstimmung entscheidet der EZB-Rat voraussichtlich bis Ende 2026 über das endgültige Thema. Anschließend werden konkrete Entwürfe ausgearbeitet und weitere Gestaltungswettbewerbe durchgeführt. Erst danach beginnt die technische Entwicklung und Produktion der neuen Banknoten.

Nach derzeitiger Planung könnten die neuen Euro-Scheine frühestens Ende 2028 schrittweise in Umlauf gebracht werden.

Euro erhält ein neues Gesicht

Die geplante Neugestaltung markiert einen wichtigen Meilenstein in der Geschichte der europäischen Gemeinschaftswährung. Erstmals seit ihrer Einführung erhalten die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, Einfluss auf das Erscheinungsbild ihrer Banknoten zu nehmen. Ob künftig Naturmotive oder kulturelle Symbole die Euro-Scheine prägen werden, entscheidet sich in den kommenden Monaten. Fest steht bereits jetzt: Der Euro soll nicht nur sicherer, sondern auch moderner und stärker mit der gemeinsamen europäischen Identität verbunden werden.

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