Die Windpark Kahlenberg II GmbH & Co. KG hat das Geschäftsjahr 2024 trotz rückläufiger Stromerlöse mit einem kleinen Gewinn abgeschlossen. Der Jahresüberschuss schrumpfte von rund 73.400 Euro im Vorjahr auf lediglich 203 Euro. Gleichzeitig verringerte das Unternehmen seine Bankverbindlichkeiten weiter und setzte den planmäßigen Schuldenabbau fort. Der Jahresabschluss zeigt einen etablierten Windpark, dessen wirtschaftliche Entwicklung zunehmend von sinkenden Erlösen und hohen Finanzierungskosten geprägt wird.
Die Gesellschaft mit Sitz in Mainz betreibt Windenergieanlagen und gehört zum Konzern der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG (KMW). Der Jahresabschluss vermittelt das Bild eines langfristig betriebenen Windparks, dessen Investitionsphase weitgehend abgeschlossen ist und der sich inzwischen auf den laufenden Betrieb sowie die kontinuierliche Rückführung seiner Finanzierungen konzentriert.
Bilanzsumme geht erneut zurück
Die Bilanzsumme verringerte sich im Geschäftsjahr 2024 von 4,70 Millionen Euro auf rund 4,37 Millionen Euro. Damit sank sie innerhalb eines Jahres um knapp 325.000 Euro beziehungsweise rund 7 Prozent.
Ursächlich hierfür sind vor allem planmäßige Abschreibungen auf die Windenergieanlagen sowie die fortgesetzte Tilgung der Bankdarlehen.
Abschreibungen verringern Anlagevermögen
Das Anlagevermögen reduzierte sich von 3,55 Millionen Euro auf rund 3,20 Millionen Euro.
Die immateriellen Vermögensgegenstände – insbesondere Nutzungsrechte und Software – gingen infolge planmäßiger Abschreibungen von 356.000 Euro auf rund 319.000 Euro zurück. Auch der Buchwert der technischen Anlagen und Maschinen verringerte sich von 2,92 Millionen Euro auf rund 2,62 Millionen Euro. Grundstücke, Gebäude sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung wurden ebenfalls planmäßig abgeschrieben.
Unverändert blieb dagegen eine Ausleihung über 160.000 Euro, die als Kapitaldienstreservekonto der finanzierenden Bank als Sicherheit dient.
Forderungen steigen, Liquidität sinkt leicht
Das Umlaufvermögen entwickelte sich uneinheitlich.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich leicht auf rund 93.500 Euro, während die sonstigen Vermögensgegenstände von etwa 25.000 Euro auf über 103.000 Euro deutlich zunahmen.
Demgegenüber gingen die Guthaben bei Kreditinstituten von rund 972.000 Euro auf 918.000 Euro zurück. Insgesamt blieb die Liquiditätslage der Gesellschaft dennoch stabil.
Eigenkapital nahezu unverändert
Das Eigenkapital erhöhte sich geringfügig von 1,213 Millionen Euro auf 1,214 Millionen Euro.
Grund hierfür ist der ausgewiesene Jahresüberschuss von lediglich 203 Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn von rund 73.400 Euro erzielt worden war.
Das gesamthänderische Rücklagenkonto blieb unverändert bei 1,14 Millionen Euro, während das Festkapital weiterhin lediglich 100 Euro beträgt – eine für Kommanditgesellschaften übliche gesellschaftsvertragliche Konstruktion.
Rückstellungen sinken deutlich
Die Rückstellungen gingen von rund 169.000 Euro auf etwa 75.000 Euro zurück.
Dabei entfielen die im Vorjahr bestehenden Steuerrückstellungen vollständig. Die verbleibenden Rückstellungen betreffen insbesondere Verpflichtungen für den späteren Rückbau der Windenergieanlage, offene Lieferungen und Leistungen sowie Abschluss- und Steuerberatungskosten.
Schuldenabbau wird konsequent fortgesetzt
Die Verbindlichkeiten reduzierten sich von 3,32 Millionen Euro auf rund 3,09 Millionen Euro.
Besonders deutlich ging die Kreditverbindlichkeit gegenüber Banken zurück. Sie sank um rund 263.000 Euro auf 2,76 Millionen Euro. Davon sind etwa 2,50 Millionen Euro langfristig finanziert, während rund 1,45 Millionen Euro erst nach mehr als fünf Jahren fällig werden.
Die Darlehen sind unter anderem durch eine Sicherungsübereignung der Windenergieanlage abgesichert. Daneben bestehen kleinere Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten, verbundenen Unternehmen und Gesellschaftern.
Stromerlöse deutlich rückläufig
Die Gewinn- und Verlustrechnung zeigt eine spürbare Verschlechterung der operativen Ertragslage.
Die Umsatzerlöse aus dem Stromverkauf sanken von rund 776.000 Euro auf etwa 623.000 Euro. Damit gingen die Erlöse um nahezu 20 Prozent zurück.
Gleichzeitig stiegen die sonstigen betrieblichen Erträge auf rund 24.400 Euro, insbesondere durch die Auflösung von Rückstellungen.
Während sich der Aufwand für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe verringerte, nahmen die Kosten für bezogene Fremdleistungen zu. Zudem belasteten weiterhin Miet- und Pachtaufwendungen, Versicherungen, Betriebsführung sowie Rückbauverpflichtungen das Ergebnis.
Höhere Zinsbelastung trotz sinkender Schulden
Obwohl die Darlehensverbindlichkeiten weiter reduziert wurden, stiegen die Zinsaufwendungen leicht an.
Sie erhöhten sich von rund 80.000 Euro auf über 86.000 Euro. Ursache hierfür sind neben den laufenden Darlehenszinsen auch Aufwendungen aus der Abzinsung der Rückbauverpflichtung.
Positiv entwickelte sich dagegen das Zinsergebnis auf der Ertragsseite. Die Zinserträge erhöhten sich von rund 2.100 Euro auf über 6.400 Euro, was auf das gestiegene allgemeine Zinsniveau zurückzuführen sein dürfte.
Langfristig stabil, kurzfristig unter Ertragsdruck
Der Jahresabschluss vermittelt insgesamt das Bild eines wirtschaftlich stabilen Windparks mit solider Finanzierung und kontinuierlichem Schuldenabbau. Gleichzeitig zeigt sich jedoch, dass sinkende Stromerlöse und weiterhin hohe Betriebs- sowie Finanzierungskosten den Jahresgewinn nahezu vollständig aufgezehrt haben.
Trotz des drastischen Rückgangs des Jahresüberschusses verfügt die Gesellschaft weiterhin über ein Eigenkapital von mehr als 1,2 Millionen Euro, liquide Mittel von rund 918.000 Euro und eine langfristig abgesicherte Finanzierungsstruktur. Da nach dem Bilanzstichtag keine wesentlichen Ereignisse eingetreten sind, geht die Geschäftsführung unverändert von einer stabilen Fortführung des Geschäftsbetriebs aus. Langfristig wird die wirtschaftliche Entwicklung maßgeblich davon abhängen, wie sich Strompreise, Windaufkommen und Finanzierungskosten in den kommenden Jahren entwickeln.