Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat die Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale (Helaba) verpflichtet, erhebliche Mängel bei der Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu beseitigen. Nach Feststellungen der Aufsicht muss das Frankfurter Geldinstitut unter anderem Kundendaten überprüfen und aktualisieren sowie seine internen Kontroll- und Überwachungssysteme verbessern.
Nach Angaben der BaFin wurden bei der Helaba Defizite in mehreren zentralen Bereichen der Geldwäscheprävention festgestellt. Betroffen sind insbesondere die sogenannten Kundensorgfaltspflichten. Dazu gehören die Identifizierung von Kunden sowie die regelmäßige Überprüfung und Aktualisierung ihrer persönlichen Daten. Nach Auffassung der Finanzaufsicht entsprach die Umsetzung dieser gesetzlichen Anforderungen nicht den Vorgaben des Geldwäschegesetzes.
Darüber hinaus stellte die BaFin Mängel bei der Risikoanalyse und beim Transaktionsmonitoring fest. Banken sind verpflichtet, Geschäftsbeziehungen und Zahlungsvorgänge kontinuierlich zu überwachen, um verdächtige Aktivitäten frühzeitig zu erkennen und mögliche Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung zu verhindern. Funktionieren diese Kontrollmechanismen nicht ausreichend, steigt das Risiko, dass Finanzinstitute für kriminelle Zwecke missbraucht werden.
Die Helaba muss nun geeignete Maßnahmen ergreifen, um die festgestellten Defizite innerhalb der von der BaFin vorgegebenen Fristen zu beseitigen. Zudem kann die Aufsichtsbehörde verlangen, dass die Bank regelmäßig über den Fortschritt der Umsetzung berichtet. Ziel ist es, die internen Kontrollsysteme dauerhaft zu verbessern und die gesetzlichen Anforderungen künftig vollständig einzuhalten.
Die gesetzlichen Vorgaben zur Geldwäscheprävention gehören zu den wichtigsten Pflichten von Kreditinstituten. Banken müssen die Identität ihrer Kunden zweifelsfrei feststellen, Geschäftsbeziehungen risikoorientiert bewerten und auffällige Transaktionen überwachen. Diese Maßnahmen sollen verhindern, dass Erträge aus Straftaten in den legalen Finanzkreislauf eingeschleust oder Finanzsysteme zur Finanzierung terroristischer Aktivitäten genutzt werden.
In den vergangenen Jahren hat die BaFin ihre Aufsicht über Geldwäscheprävention deutlich verschärft. Immer wieder ordnete die Behörde bei Banken und Finanzdienstleistern Sondermaßnahmen an, wenn sie Schwächen bei internen Kontrollsystemen oder der Einhaltung gesetzlicher Vorgaben feststellte. Damit verfolgt die Aufsicht das Ziel, die Integrität des deutschen Finanzplatzes zu stärken und Risiken frühzeitig zu begrenzen.
Die jetzt veröffentlichten Anordnungen gegenüber der Helaba beruhen auf den Vorschriften des Geldwäschegesetzes (GwG) sowie des Kreditwesengesetzes (KWG). Nach Angaben der BaFin sind die Maßnahmen bereits seit dem 20. Juni 2026 bestandskräftig.
Fazit: Die Anordnung der BaFin macht deutlich, dass die Finanzaufsicht auch bei großen Landesbanken konsequent gegen Defizite in der Geldwäscheprävention vorgeht. Für die Helaba bedeutet dies, ihre Kontrollsysteme, die Überprüfung von Kundendaten sowie die Überwachung von Risiken und Transaktionen umfassend nachzubessern. Die Entscheidung unterstreicht zugleich die hohe Bedeutung wirksamer Präventionsmaßnahmen für einen sicheren und vertrauenswürdigen Finanzplatz Deutschland.