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Linke fordert kostenloses Leitungswasser in Restaurants – Ablehnung einer Zuckersteuer

TapisRouge (CC0), Pixabay

Die Linksfraktion im Bundestag setzt sich für einen leichteren Zugang zu kostenlosem Trinkwasser ein und lehnt gleichzeitig die Einführung einer Zuckersteuer auf Softdrinks ab. Nach einem Positionspapier der Fraktion soll gesundes Trinkwasser überall unkompliziert verfügbar sein – sowohl in der Gastronomie als auch im öffentlichen Raum. Auszüge aus dem Papier liegen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vor.

Kostenloses Leitungswasser als Standard

Kern der Forderungen ist, dass Restaurants und Gaststätten ihren Gästen künftig kostenlos Leitungswasser anbieten sollen. Nach Ansicht der Linken würde dies eine gesunde Alternative zu zuckerhaltigen Getränken schaffen und zugleich die Kosten für Verbraucher senken.

Gerade an heißen Sommertagen sei ein einfacher Zugang zu Trinkwasser wichtig. Wer sich gesund ernähren solle, müsse auch die Möglichkeit haben, jederzeit auf kostenloses Wasser zurückzugreifen, argumentiert die Fraktion.

Mehr öffentliche Trinkbrunnen

Neben der Gastronomie fordert die Linke einen deutlichen Ausbau von Trinkbrunnen in Städten und Gemeinden. Flächendeckend zugängliche Wasserspender könnten nach Ansicht der Partei dazu beitragen, den Konsum von Einwegplastik zu reduzieren und gleichzeitig allen Menschen den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu erleichtern.

Öffentliche Trinkbrunnen seien zudem ein wichtiger Beitrag zum Gesundheitsschutz – insbesondere während häufiger auftretender Hitzeperioden infolge des Klimawandels.

Keine Zuckersteuer auf Softdrinks

Eine Zuckersteuer, wie sie von Gesundheitsexperten und einigen anderen Parteien seit Jahren diskutiert wird, lehnt die Linksfraktion dagegen ausdrücklich ab.

Zwar teile die Partei das gesundheitspolitische Ziel, den Zuckerkonsum in der Bevölkerung zu senken. Dieses Ziel dürfe jedoch nicht über höhere Preise erreicht werden. Eine zusätzliche Steuer würde nach Ansicht der Linken vor allem Menschen mit geringem Einkommen belasten und sei deshalb sozial ungerecht.

In dem Positionspapier heißt es, der übermäßige Konsum zuckerhaltiger Getränke lasse sich nicht verhindern, ohne gleichzeitig gesunde und leicht zugängliche Alternativen anzubieten. Das Ziel solle daher nicht durch „unsoziale Preisaufschläge“, sondern durch bessere Angebote und Aufklärung erreicht werden.

Zuckersteuer bleibt umstritten

Die Debatte über eine Zuckersteuer wird in Deutschland seit Jahren geführt. Befürworter verweisen auf Erfahrungen aus Ländern wie Großbritannien oder Mexiko. Dort führten entsprechende Abgaben teilweise dazu, dass Hersteller den Zuckergehalt ihrer Getränke reduzierten und Verbraucher häufiger zu zuckerärmeren Produkten griffen.

Kritiker halten dagegen, dass eine solche Steuer vor allem einkommensschwächere Haushalte treffe und den Konsum nur begrenzt beeinflusse. Statt zusätzlicher Belastungen setzen sie auf freiwillige Reformulierungen der Hersteller, Ernährungsbildung und bessere Präventionsangebote.

Gesundheitsexperten werben für weniger Zucker

Unabhängig von der politischen Debatte empfehlen Mediziner seit Langem, den Konsum stark zuckerhaltiger Getränke zu reduzieren. Softdrinks gelten als Mitverursacher von Übergewicht, Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Karies.

Wasser gilt dagegen als das gesündeste Durstlöschgetränk. Deutschland verfügt über eine hohe Qualität des Leitungswassers, das in den meisten Regionen bedenkenlos getrunken werden kann.

Fazit

Mit ihrem Vorstoß verfolgt die Linksfraktion einen anderen Ansatz als die Befürworter einer Zuckersteuer. Statt finanzielle Anreize gegen den Konsum süßer Getränke zu schaffen, setzt sie auf einen besseren Zugang zu kostenlosem Trinkwasser. Ob kostenloses Leitungswasser in Restaurants und mehr öffentliche Trinkbrunnen tatsächlich zu einem geringeren Zuckerkonsum führen würden, dürfte jedoch weiterhin Gegenstand der politischen Diskussion bleiben.

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