Die Windpark Gölenkamp-Haftenkamp GmbH & Co. KG aus Uelsen hat im Geschäftsjahr 2025 ihre Bilanz deutlich verkürzt und gleichzeitig ihre Verschuldung spürbar reduziert. Der jetzt veröffentlichte Jahresabschluss zeigt ein wirtschaftlich stabiles Unternehmen, das sich nach Jahren des Betriebs weiter entschuldet. Allerdings gingen gleichzeitig die liquiden Mittel deutlich zurück und auch das Anlagevermögen verringerte sich durch planmäßige Abschreibungen.
Bilanzsumme sinkt um fast 26 Prozent
Die Bilanzsumme verringerte sich von 14,23 Millionen Euro auf 10,55 Millionen Euro. Ursache hierfür sind vor allem der Rückgang der Sachanlagen infolge der laufenden Abschreibungen sowie der deutliche Abbau von Verbindlichkeiten und Liquiditätsreserven.
Windpark schreibt Anlagen planmäßig ab
Das Anlagevermögen sank von 8,68 Millionen Euro auf 7,46 Millionen Euro.
Aus dem Anlagenspiegel geht hervor, dass im Geschäftsjahr keine neuen Investitionen vorgenommen wurden. Stattdessen wurden planmäßige Abschreibungen von 1,23 Millionen Euro verbucht. Die ursprünglichen Anschaffungskosten der Windenergieanlagen bleiben unverändert bei rund 24,44 Millionen Euro, während sich die kumulierten Abschreibungen inzwischen auf knapp 17 Millionen Euro belaufen. Dies ist typisch für Windparks, deren Anlagen über viele Jahre planmäßig abgeschrieben werden.
Liquide Mittel gehen deutlich zurück
Auch das Umlaufvermögen verringerte sich erheblich.
Die Bankguthaben sanken von 4,85 Millionen Euro auf 2,37 Millionen Euro. Die Forderungen erhöhten sich dagegen leicht von 637.000 Euro auf 674.000 Euro.
Der Rückgang der liquiden Mittel dürfte insbesondere mit dem Schuldenabbau und laufenden Zahlungsverpflichtungen zusammenhängen. Trotz der geringeren Liquidität verfügt das Unternehmen weiterhin über einen komfortablen Kassenbestand.
Eigenkapital bleibt stabil
Das Eigenkapital blieb unverändert bei 3,03 Millionen Euro. Ein Bilanzgewinn oder Bilanzverlust wurde erneut nicht ausgewiesen.
Die Eigenkapitalquote verbessert sich durch die gesunkene Bilanzsumme rechnerisch sogar auf knapp 29 Prozent und liegt damit auf einem soliden Niveau für einen Windparkbetreiber.
Verbindlichkeiten um fast 3,7 Millionen Euro reduziert
Besonders auffällig ist der deutliche Schuldenabbau.
Die gesamten Verbindlichkeiten sanken innerhalb eines Jahres von 10,49 Millionen Euro auf 6,75 Millionen Euro.
Davon entfallen:
- rund 192.000 Euro auf Bankdarlehen,
- rund 219.000 Euro auf Lieferantenverbindlichkeiten,
- 6,34 Millionen Euro auf sonstige Verbindlichkeiten, überwiegend gegenüber Gesellschaftern.
Auch die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern gingen deutlich von 7,66 Millionen Euro auf 6,34 Millionen Euro zurück. Dies spricht dafür, dass Gesellschafterdarlehen oder vergleichbare Finanzierungen teilweise zurückgeführt wurden.
Umfangreiche Sicherheiten für Bankfinanzierung
Der Jahresabschluss dokumentiert ausführlich die Besicherung der verbliebenen Bankdarlehen.
Als Sicherheiten dienen unter anderem:
- Sicherungsübereignungen der Windenergieanlagen,
- Abtretungen sämtlicher Einspeisevergütungen,
- Rechte aus Wartungs-, Versicherungs- und Generalunternehmerverträgen,
- Liquiditätsreserven,
- Rücklagen für windschwache Jahre,
- Rückbauavale.
Diese Sicherheiten sind bei Projektfinanzierungen von Windparks marktüblich und dienen der Absicherung der finanzierenden Banken.
Keine neuen Investitionen
Im Berichtsjahr wurden keine neuen Windenergieanlagen errichtet oder zusätzliche Investitionen vorgenommen.
Die Gesellschaft konzentriert sich damit offensichtlich auf den wirtschaftlichen Betrieb der bestehenden Anlagen und den weiteren Abbau ihrer Finanzierungsverbindlichkeiten.
Kritische Einordnung
Der Jahresabschluss vermittelt insgesamt ein positives Bild eines etablierten Windparkbetreibers. Positiv hervorzuheben sind insbesondere der erhebliche Abbau der Verbindlichkeiten, die stabile Eigenkapitalbasis sowie die weiterhin komfortable Liquidität trotz deutlicher Mittelabflüsse. Gleichzeitig zeigen die planmäßigen Abschreibungen den fortschreitenden Alterungsprozess der Anlagen, ohne dass bislang Ersatzinvestitionen erfolgen. Für Investoren spricht die Bilanz für ein wirtschaftlich solides Unternehmen in einer fortgeschrittenen Betriebsphase, dessen Schwerpunkt inzwischen weniger auf Wachstum als vielmehr auf Schuldenabbau, Cashflow-Management und dem langfristigen Betrieb der bestehenden Windenergieanlagen liegt.