Die wpd Windpark Helfta Beteiligungs GmbH weist auch im Geschäftsjahr 2024 eine angespannte Vermögens- und Ertragslage auf. Zwar konnte der Jahresfehlbetrag gegenüber dem Vorjahr leicht reduziert werden, dennoch schreibt die Gesellschaft weiterhin Verluste und verfügt über kein positives Eigenkapital mehr.
Besonders auffällig ist die fortbestehende bilanzielle Überschuldung. Das Eigenkapital ist vollständig aufgezehrt, sodass erneut ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag ausgewiesen werden muss.
Bilanzsumme bleibt auf sehr niedrigem Niveau
Mit einer Bilanzsumme von lediglich rund 18.900 Euro gehört die Gesellschaft zu den kleinsten Unternehmen innerhalb der wpd-Gruppe.
Die Vermögenswerte bestehen praktisch nur aus:
- einer Finanzanlage von 750 Euro
- Bankguthaben von 5.309 Euro
- dem bilanziellen Fehlbetrag von 12.850 Euro
Operative Vermögenswerte oder nennenswerte Beteiligungen sind aus dem Jahresabschluss nicht erkennbar.
Eigenkapital weiterhin negativ
Der größte Schwachpunkt der Gesellschaft bleibt die Eigenkapitalsituation.
Zum Bilanzstichtag ergibt sich:
- Gezeichnetes Kapital: 25.000 Euro
- Verlustvortrag: -34.147 Euro
- Jahresfehlbetrag 2024: -3.703 Euro
Dadurch entsteht ein negatives Eigenkapital von:
-12.850 Euro
Gegenüber dem Vorjahr verschlechterte sich die Situation nochmals, da der Fehlbetrag von 9.147 Euro auf 12.850 Euro anstieg.
Damit ist das gesamte Stammkapital rechnerisch aufgebraucht.
Verluste setzen sich fort
Positiv ist lediglich, dass der Jahresverlust etwas geringer ausfällt als im Vorjahr.
| Jahr | Jahresergebnis |
|---|---|
| 2023 | -4.125 € |
| 2024 | -3.703 € |
Die Gesellschaft erzielt jedoch weiterhin keine Gewinne und kann ihre aufgelaufenen Verluste nicht abbauen.
Aus Anlegersicht stellt sich daher die Frage, ob überhaupt ein operatives Geschäftsmodell vorhanden ist, das künftig nachhaltige Erträge erwirtschaften kann.
Finanzierung durch Gesellschafter
Besonders wichtig für die Beurteilung der Gesellschaft ist der Hinweis im Anhang auf die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern.
Diese steigen von:
- 10.546 Euro (2023)
auf - 16.167 Euro (2024)
Die Gesellschaft wird somit offensichtlich fortlaufend durch den Gesellschafter beziehungsweise den Konzern finanziert.
Ohne diese Unterstützung wäre die Fortführung des Unternehmens kaum möglich.
Warum besteht dennoch keine Insolvenzpflicht?
Trotz der bilanziellen Überschuldung wurde der Jahresabschluss unter der Annahme der Unternehmensfortführung erstellt.
Möglich wird dies durch eine sogenannte qualifizierte Rangrücktrittsvereinbarung.
Das bedeutet:
Der Gläubiger – vermutlich ein Unternehmen aus der wpd-Gruppe – tritt mit seinen Forderungen im Insolvenzfall hinter andere Gläubiger zurück.
Dadurch wird die rechnerische Überschuldung insolvenzrechtlich entschärft.
Für Anleger ist das ein wichtiger Hinweis:
Die Gesellschaft überlebt derzeit vor allem aufgrund der Unterstützung des Mutterkonzerns.
Positive Aspekte
Trotz der schwachen Bilanz gibt es einige positive Punkte:
- Zugehörigkeit zur finanzstarken wpd-Gruppe
- Keine Bankdarlehen erkennbar
- Leicht verringerter Jahresverlust
- Liquidität weiterhin vorhanden
- Insolvenzrechtliche Absicherung durch Rangrücktritt
Die Gesellschaft profitiert damit deutlich vom Rückhalt des Konzerns.
Kritische Punkte
Die Risikofaktoren überwiegen jedoch:
- Negatives Eigenkapital
- Fortlaufende Verluste
- Steigende Gesellschafterverbindlichkeiten
- Keine erkennbare operative Ertragskraft
- Bilanzielle Überschuldung
- Vollständiger Kapitalverzehr
- Abhängigkeit vom Konzern
Insbesondere die Tatsache, dass sich die Verlustvorträge mittlerweile auf über 34.000 Euro summiert haben, zeigt, dass die Gesellschaft seit Jahren keine nachhaltige wirtschaftliche Stabilität erreichen konnte.
Fazit
Die wpd Windpark Helfta Beteiligungs GmbH präsentiert sich zum Jahresende 2024 als wirtschaftlich schwache Beteiligungsgesellschaft mit negativem Eigenkapital und fortgesetzten Verlusten.
Zwar besteht aufgrund der Unterstützung durch die wpd-Gruppe derzeit kein akutes Bestandsrisiko, die Gesellschaft ist jedoch aus eigener Kraft nicht tragfähig. Die Fortführung hängt wesentlich von der Bereitschaft des Konzerns ab, weiterhin finanzielle Unterstützung zu leisten.
Für Anleger bietet der Jahresabschluss daher derzeit wenig Anlass zu Optimismus. Positiv ist lediglich, dass die Verluste vergleichsweise gering sind und der starke Mutterkonzern im Hintergrund steht.