Schweden gilt seit Jahrzehnten als eines der beliebtesten Reiseziele Europas. Atemberaubende Naturlandschaften, malerische Küstenregionen, moderne Städte und eine hohe Lebensqualität locken jedes Jahr Millionen Besucher an. Doch kurz vor Beginn der Hauptreisezeit hat das Auswärtige Amt seine Sicherheitshinweise für das skandinavische Land aktualisiert und verweist auf Risiken, die Urlauber nicht unterschätzen sollten.
Im Mittelpunkt stehen dabei die zunehmende Bandenkriminalität in größeren Städten sowie eine steigende Zahl von Diebstählen und Einbrüchen, die auch Touristen betreffen können.
Gewalt zwischen kriminellen Netzwerken beschäftigt Schweden
Seit mehreren Jahren kämpfen die schwedischen Behörden mit gewaltsamen Auseinandersetzungen rivalisierender krimineller Gruppen. Besonders betroffen sind Ballungsräume wie Stockholm, Göteborg und Malmö.
Nach Angaben des Auswärtigen Amts treten die Vorfälle überwiegend in größeren Städten auf. Dabei handelt es sich häufig um Konflikte zwischen kriminellen Netzwerken, die unter anderem um Einflussgebiete im Drogenhandel kämpfen.
In den vergangenen Jahren sorgten Schießereien und Sprengstoffanschläge immer wieder international für Schlagzeilen. Experten warnen zudem davor, dass zunehmend auch Minderjährige von kriminellen Organisationen angeworben werden.
Die Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland (IJAB) berichtet, dass Kinder und Jugendliche nicht mehr nur für Drogengeschäfte eingesetzt werden, sondern teilweise auch für schwere Gewaltdelikte rekrutiert werden.
Sicherheitslage zeigt erste Verbesserungen
Trotz der anhaltenden Probleme melden die schwedischen Behörden inzwischen erste Erfolge im Kampf gegen die organisierte Kriminalität.
Nach Angaben der Polizei wurden zwischen Januar und Mai 2026 insgesamt 37 Schießereien registriert. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch 73 Fälle gewesen.
Auch bei Sprengstoffdelikten ist ein Rückgang zu verzeichnen. Während in den ersten fünf Monaten des Jahres 2025 noch 94 Explosionen oder Detonationen gemeldet wurden, waren es im selben Zeitraum 2026 nur noch 63.
Die schwedische Polizei führt diese Entwicklung auf verstärkte Ermittlungen, neue Sicherheitsmaßnahmen und zahlreiche vereitelte Straftaten zurück.
Terrorwarnstufe gesenkt
Eine weitere positive Entwicklung betrifft die Terrorgefahr. Der schwedische Inlandsgeheimdienst SÄPO hat die Terrorwarnstufe Anfang 2025 von Stufe vier auf Stufe drei von insgesamt fünf Warnstufen reduziert.
Dennoch empfehlen die Behörden weiterhin Aufmerksamkeit, insbesondere bei Großveranstaltungen und in stark frequentierten Bereichen.
Diebstähle betreffen zunehmend auch Urlauber
Für die meisten Reisenden dürfte jedoch weniger die Bandenkriminalität als vielmehr die alltägliche Kleinkriminalität relevant sein.
Nach Angaben des Auswärtigen Amts kommt es regelmäßig zu Taschendiebstählen in Innenstädten, auf Bahnhöfen, Flughäfen, Fähren sowie in touristischen Hotspots.
Auch Hotels und Ferienunterkünfte sind immer wieder Ziel von Dieben. Besonders während der Hauptreisezeit nutzen Täter die hohe Zahl von Besuchern aus.
Deshalb raten die Behörden Urlaubern, wichtige Dokumente getrennt voneinander aufzubewahren und digitale Kopien von Reisepass, Ausweis und Versicherungsunterlagen anzufertigen.
Außerdem sollten größere Bargeldbeträge möglichst vermieden und stattdessen bargeldlose Zahlungsmethoden genutzt werden.
Campingurlauber besonders im Fokus
Besondere Aufmerksamkeit widmen die Sicherheitshinweise den zahlreichen Campingurlaubern, die jedes Jahr nach Schweden reisen.
Nach Angaben des Auswärtigen Amts sind Autoeinbrüche sowie Überfälle auf Wohnwagen- und Wohnmobilbesitzer selbst auf offiziellen Campingplätzen keine Seltenheit.
Experten empfehlen deshalb, möglichst bewachte Stellplätze zu nutzen, Fahrzeuge zusätzlich zu sichern und Wertsachen nicht sichtbar im Fahrzeug zurückzulassen.
Vor allem nachts sollten Wohnmobile und Wohnwagen durch zusätzliche Sicherungssysteme geschützt werden.
Schweden bleibt grundsätzlich sicheres Reiseland
Trotz der aktualisierten Warnhinweise betonen Experten, dass Schweden weiterhin zu den vergleichsweise sicheren Reiseländern Europas gehört.
Die aktuellen Hinweise bedeuten keine Reisewarnung und auch keine grundsätzliche Gefährdung für Touristen. Vielmehr sollen Reisende für bestimmte Risiken sensibilisiert werden, die sich in den vergangenen Jahren entwickelt haben.
Wer die üblichen Vorsichtsmaßnahmen beachtet, seine Wertsachen schützt und in größeren Städten aufmerksam bleibt, kann seinen Urlaub in Schweden weiterhin weitgehend unbeschwert genießen.
Für viele Urlauber dürfte das skandinavische Land daher auch in diesem Sommer eines der attraktivsten Reiseziele Europas bleiben – trotz der Herausforderungen, mit denen die schwedischen Sicherheitsbehörden derzeit konfrontiert sind.