Pendlerinnen und Pendler in Hamburg müssen sich erneut auf massive Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr einstellen. Im Tarifkonflikt bei der Hamburger Hochbahn AG hat die Gewerkschaft ver.di zu einem weiteren Warnstreik aufgerufen. Seit den frühen Morgenstunden stehen U-Bahnen und zahlreiche Busse still.
Die Arbeitsniederlegung begann um 3 Uhr und soll insgesamt 24 Stunden dauern. Erst in der Nacht zum Freitag um 3 Uhr wird der Betrieb voraussichtlich wieder aufgenommen. Für den gesamten Donnerstag rechnet die Hochbahn mit erheblichen Ausfällen.
U-Bahnen betroffen, Busverkehr eingeschränkt
Besonders stark betroffen ist der U-Bahn-Verkehr, der voraussichtlich nahezu vollständig zum Erliegen kommt. Auch im Busverkehr kommt es zu deutlichen Einschränkungen. Ob einzelne Linien im Laufe des Tages fahren können, hängt laut Hochbahn von der tatsächlichen Streikbeteiligung ab und wird kurzfristig entschieden.
Selbst Nachtverbindungen sind von den Maßnahmen betroffen – ein Umstand, der insbesondere für Schichtarbeiter und Nachtschwärmer zusätzliche Probleme bedeutet.
Alternative Verkehrsmittel fahren weiter
Nicht alle Bereiche des Hamburger Nahverkehrs sind vom Streik betroffen. Fahrgäste können auf andere Angebote ausweichen:
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Busse der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) fahren regulär
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S-Bahnen und AKN-Züge sind nicht betroffen
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Auch die Hafenfähren der HADAG verkehren planmäßig
Dennoch dürfte die Situation angespannt bleiben, da viele Pendler auf diese Alternativen ausweichen müssen.
Kern des Konflikts: Laufzeit und Lohnerhöhung
Im Mittelpunkt des Tarifstreits stehen neben den Gehältern vor allem die Laufzeit des neuen Tarifvertrags. Die Positionen beider Seiten liegen weiterhin auseinander.
Die Hochbahn hat zuletzt ein Angebot mit einer Laufzeit von 36 Monaten vorgelegt. Die Gewerkschaft lehnt dies ab und fordert eine deutlich kürzere Laufzeit von zwölf Monaten. Begründet wird dies mit der unsicheren wirtschaftlichen Lage und steigenden Preisen infolge internationaler Krisen.
Ein Vertreter der Tarifkommission verwies darauf, dass niemand verlässlich abschätzen könne, wie sich globale Konflikte auf die Lebenshaltungskosten auswirken. Deshalb seien langfristige Tarifbindungen aus Sicht der Beschäftigten problematisch.
Arbeitgeber warnen vor Dauerstreiks
Die Arbeitgeberseite sieht das anders. Aus Sicht der Hochbahn würde eine kurze Laufzeit bedeuten, dass bereits in absehbarer Zeit erneut Verhandlungen anstehen – mit der Gefahr weiterer Streiks und Belastungen für die Fahrgäste.
Ziel sei es daher, Planungssicherheit zu schaffen und den Nahverkehr stabil zu halten.
Annäherung bei den Löhnen
Bei der Höhe der Gehälter haben sich beide Seiten zuletzt etwas angenähert. Die Hochbahn bietet nach eigenen Angaben eine schrittweise Erhöhung von bis zu 8,1 Prozent an. Die Gewerkschaft fordert aktuell 3,4 Prozent mehr Lohn – mindestens jedoch 150 Euro monatlich – bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.
Noch vor wenigen Wochen lagen die Forderungen von ver.di deutlich höher, was auf Bewegung in den Verhandlungen hindeutet.
Nächste Verhandlungsrunde steht bevor
Die nächste Gesprächsrunde ist bereits angesetzt. Am 23. März sollen beide Seiten erneut verhandeln. Ob es dann zu einer Einigung kommt oder weitere Streiks drohen, ist derzeit offen.
Fazit
Der erneute Warnstreik zeigt, wie festgefahren der Tarifkonflikt im Hamburger Nahverkehr weiterhin ist. Während sich die Parteien bei den Löhnen langsam annähern, bleibt die Frage der Vertragslaufzeit der zentrale Streitpunkt.
Für Fahrgäste bedeutet das vorerst vor allem eines: Unsicherheit – und weitere Tage mit erheblichen Einschränkungen im Alltag.