Der weltberühmte Kölner Dom in Köln könnte für touristische Besucher künftig kostenpflichtig werden. Das Domkapitel kündigte an, dass ab der zweiten Jahreshälfte eine Eintrittsgebühr für Touristen eingeführt werden soll. Über die genaue Höhe des Eintrittspreises wurde bislang noch keine Entscheidung getroffen.
Nach Angaben der Verantwortlichen soll der Zugang zur Kathedrale für religiöse Zwecke weiterhin kostenfrei bleiben. Wer zum Gebet kommt oder an Gottesdiensten teilnehmen möchte, soll auch künftig ohne Eintritt in die Kirche gelangen können. Die geplante Gebühr richtet sich daher ausschließlich an Besucher, die den Dom als Sehenswürdigkeit besichtigen möchten.
Mehrheit der Besucher sind Touristen
Hintergrund der Überlegungen ist die enorme Zahl an Besuchern. Jährlich strömen mehrere Millionen Menschen in die Kathedrale, die zum UNESCO-Welterbe gehört. Nach Angaben des Domkapitels sind rund 99 Prozent der Besucher Touristen.
Der Besucheransturm führt nicht nur zu einem hohen organisatorischen Aufwand, sondern verursacht auch erhebliche Kosten für Sicherheit, Reinigung, Instandhaltung und Personal.
Kosten von rund 16 Millionen Euro im Jahr
Die Verantwortlichen rechnen für dieses Jahr mit Gesamtausgaben von etwa 16 Millionen Euro. Dazu zählen unter anderem Maßnahmen zur Erhaltung des historischen Bauwerks, Sicherheitskonzepte für die große Zahl an Besuchern sowie Restaurierungsarbeiten an der jahrhundertealten Kathedrale.
Der gotische Dom gilt als eines der bedeutendsten Bauwerke Deutschlands und ist ein Wahrzeichen der Stadt Köln. Der Bau begann bereits im Jahr 1248 und wurde erst 1880 vollendet. Seit 1996 gehört das Bauwerk zum Weltkulturerbe der UNESCO.
Vorbild andere europäische Kathedralen
Mit der geplanten Einführung eines Eintritts würde sich der Kölner Dom an eine Praxis anpassen, die bei vielen bedeutenden Kirchen Europas bereits üblich ist. Zahlreiche historische Kathedralen verlangen von Touristen Eintrittsgelder, während der Zugang für Gebet, Gottesdienste und religiöse Handlungen frei bleibt.
Die Verantwortlichen betonen, dass die Einnahmen ausschließlich dazu dienen sollen, den langfristigen Erhalt des Doms zu sichern und die steigenden Kosten für Betrieb und Pflege des Bauwerks zu decken.