Dark Mode Light Mode

Windpark Drensteinfurt Beteiligungs GmbH: Eigenkapital schmilzt – Mini-Beteiligung mit strukturellem Verlust

geralt (CC0), Pixabay

Der Jahresabschluss 2024 der Windpark Drensteinfurt Beteiligungs GmbH zeigt aus Anlegersicht ein sehr kleines, strukturell defizitäres Beteiligungsvehikel. Die Gesellschaft verfügt über kaum Vermögenswerte, erzielt keine operativen Erträge und lebt ausschließlich von der Konzernanbindung.

Sehr geringe Bilanzsumme

Die Bilanzsumme beträgt lediglich 6.287 Euro (Vorjahr: 8.466 Euro).

Das Anlagevermögen besteht unverändert aus Finanzanlagen in Höhe von 5.000 Euro. Weitere werthaltige Vermögensgegenstände existieren nicht.

Die liquiden Mittel sinken deutlich von 3.466 Euro auf 1.287 Euro – ein Rückgang um rund 63 Prozent.

Ausstehende Einlagen – Kapital nur teilweise eingezahlt

Formal beträgt das Stammkapital 25.000 Euro. Allerdings sind davon 12.500 Euro als „ausstehende Einlagen“ ausgewiesen. Tatsächlich eingezahlt sind also nur 12.500 Euro.

Nach Berücksichtigung der kumulierten Verluste verbleibt ein Eigenkapital von nur noch 4.527 Euro (Vorjahr: 7.392 Euro).

Rechnerisch ist damit ein erheblicher Teil des eingezahlten Kapitals bereits aufgezehrt.

Fortlaufende Verluste

Der Jahresfehlbetrag 2024 beträgt 2.865 Euro (Vorjahr: 1.968 Euro).

Der Verlust steigt damit an. Der Verlustvortrag summiert sich auf –5.108 Euro.

Es handelt sich um eine Gesellschaft ohne operative Tätigkeit, die offenbar ausschließlich Verwaltungskosten verursacht.

Erste Verbindlichkeiten ausgewiesen

Neu sind Verbindlichkeiten in Höhe von 506 Euro (Vorjahr: keine).

Zwar sind diese gering, doch in Relation zur Gesamtbilanz sind sie nicht unerheblich.

Rückstellungen steigen leicht auf 1.255 Euro.

Konzernabhängigkeit

Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der wpd GmbH einbezogen.

Damit ist sie klar als Projekt- oder Beteiligungshülle innerhalb eines größeren Windenergie-Konzerns einzuordnen.

Ohne Konzernrückhalt wäre die Eigenkapitalbasis bereits kritisch niedrig.

Bewertung aus Anlegersicht

Stärken:

  • Keine Bankverbindlichkeiten

  • Einbindung in einen etablierten Projektentwickler

Risiken:

  • Sehr geringe Kapitalausstattung

  • Teilweise nicht eingezahltes Stammkapital

  • Wiederkehrende Jahresverluste

  • Kaum Liquidität

  • Keine erkennbare operative Substanz

Fazit

Die Windpark Drensteinfurt Beteiligungs GmbH ist bilanziell schwach kapitalisiert und weist eine kontinuierliche Substanzminderung auf. Ohne operative Erträge oder Kapitalzuführungen wird sich dieser Trend fortsetzen.

Für Anleger bietet die Gesellschaft isoliert betrachtet kein eigenständiges Investmentprofil. Ihre wirtschaftliche Bedeutung hängt vollständig von der Werthaltigkeit der Beteiligung und der Konzernstrategie der wpd GmbH ab.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

„Und mit nur 250 Euro bist du dabei“ – Wie Betrüger im WhatsApp-Gruppenchat zuschlagen

Next Post

Rückruf von Spielfiguren „Stretcherz Slammerz“ wegen möglicher Kontamination