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Milde Winter, mehr Risiko: Warum die Zeckengefahr in Deutschland spürbar zunimmt

Elionas (CC0), Pixabay

Mit den steigenden Temperaturen wächst in Deutschland auch eine oft unterschätzte Gefahr: Zecken breiten sich weiter aus – und sie sind inzwischen fast ganzjährig aktiv. Experten führen diese Entwicklung maßgeblich auf den Klimawandel zurück.

Milde Winter sorgen dafür, dass viele Zeckenarten die kalte Jahreszeit problemlos überleben. Während früher längere Frostperioden die Population deutlich reduzierten, bleiben die Parasiten heute häufig selbst in den Wintermonaten aktiv. Die Folge: Die Zeckensaison beginnt früher, endet später – und wird insgesamt intensiver.

Zecken fast das ganze Jahr aktiv

Früher galt: Von etwa März bis Oktober ist Zeckenzeit. Inzwischen melden Gesundheitsbehörden auch in den Wintermonaten vereinzelte Stiche – insbesondere in Regionen mit dauerhaft mildem Klima.

Zecken werden bereits bei Temperaturen von etwa sieben Grad Celsius aktiv. Wenn diese Marke über längere Zeit überschritten wird, suchen sie nach Wirten – also Menschen oder Tieren.

Durch die Erderwärmung verlängert sich damit nicht nur die Aktivitätsphase, sondern auch das geografische Verbreitungsgebiet.

Neue Arten auf dem Vormarsch

Neben dem Gemeinen Holzbock, der hierzulande am weitesten verbreiteten Art, breiten sich zunehmend auch andere Zeckenarten aus. Dazu zählen beispielsweise wärmeliebende Arten, die ursprünglich aus südlicheren Regionen stammen.

Einige dieser Arten können neue Krankheitserreger übertragen. Das erhöht die gesundheitliche Relevanz zusätzlich.

FSME-Risikogebiete nehmen zu

Besonders besorgniserregend ist die Entwicklung bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), einer durch Zecken übertragenen Virusinfektion. Die Zahl der Risikogebiete in Deutschland hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen – nicht mehr nur in Süddeutschland, sondern auch in weiteren Regionen.

Auch die bakterielle Erkrankung Borreliose bleibt ein Problem. Sie ist deutschlandweit verbreitet und kann unbehandelt schwerwiegende Folgen haben.

Klimawandel als Treiber

Der Zusammenhang zwischen steigenden Durchschnittstemperaturen und der Ausbreitung von Zecken gilt als wissenschaftlich gut belegt. Mildere Winter bedeuten:

  • Höhere Überlebensraten der Zecken

  • Schnellere Vermehrung

  • Längere Aktivitätsphasen

  • Ausbreitung in höhere Lagen und nördlichere Regionen

Hinzu kommt, dass veränderte Ökosysteme – etwa durch trockene Sommer oder neue Vegetationsformen – das Vorkommen von Wildtieren beeinflussen. Diese dienen Zecken als Wirte und tragen zur Verbreitung bei.

Was bedeutet das für die Bevölkerung?

Experten raten, das Risiko ernst zu nehmen – ohne in Panik zu verfallen. Schutzmaßnahmen sind vergleichsweise einfach:

  • Lange Kleidung bei Aufenthalten im Grünen

  • Nutzung von Repellents

  • Absuchen des Körpers nach Aufenthalten im Freien

  • FSME-Impfung in Risikogebieten

Insbesondere Kinder, Outdoor-Sportler und Hundebesitzer sollten aufmerksam sein.

Zecken als Symbol einer neuen Realität

Die zunehmende Zeckengefahr ist ein Beispiel dafür, wie sich der Klimawandel direkt im Alltag bemerkbar macht. Es geht nicht nur um Hitzerekorde oder Extremwetter – sondern auch um schleichende Veränderungen, die Gesundheitsrisiken erhöhen.

Was früher eine klar begrenzte Saison war, ist heute zu einer fast ganzjährigen Herausforderung geworden. Und Experten gehen davon aus: Mit weiter steigenden Temperaturen dürfte sich dieser Trend fortsetzen.

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