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Ermittler durchsuchen Sparkasse nach Millionenraub: Neue Spur im Tresor-Coup von Gelsenkirchen

422737 (CC0), Pixabay

Nach dem spektakulären Einbruch in eine Sparkassenfiliale in Gelsenkirchen-Buer, bei dem Täter kurz vor Silvester Beute in dreistelliger Millionenhöhe gemacht haben sollen, haben die Ermittlungen eine neue Eskalationsstufe erreicht. Am Montagnachmittag durchsuchten Beamte der Sonderkommission „Kernbohrer“ die Geschäftsräume der betroffenen Filiale. Grundlage war ein richterlicher Beschluss, den die Staatsanwaltschaft Essen beantragt hatte.

Gegen 16.24 Uhr, kurz nach Schalterschluss, betraten die Ermittler das Gebäude. Rund zehn Polizeibeamte waren im Einsatz. Ziel der Durchsuchung war es, umfangreiche digitale und technische Daten sicherzustellen. Dazu zählen Computer, Festplatten sowie Informationen aus dem elektronischen Sicherheitssystem der Bank. Nach Angaben aus Ermittlerkreisen hatte das Geldinstitut zuvor Teile dieser Daten nicht freiwillig herausgegeben. Als Begründung seien Datenschutz und der Schutz der geschädigten Kunden angeführt worden.

Für die Polizei sind diese Informationen jedoch zentral. Noch immer ist ungeklärt, wie es den Tätern gelingen konnte, unbemerkt in die Filiale einzudringen und sich offenbar über einen Zeitraum von zwei Tagen in dem Gebäude aufzuhalten, ohne einen Alarm auszulösen. Die Täter hatten sich mit einem Spezialbohrer Zugang zum Tresorraum verschafft und zahlreiche Schließfächer geplündert.

Ein besonderer Fokus der Ermittlungen liegt nun auf den Zugangssystemen der Bank sowie auf den Bewegungsdaten rund um den Tatort. Auch Kundendaten der betroffenen Schließfächer werden ausgewertet, um Rückschlüsse auf das Vorgehen der Täter und mögliche Mitwisser ziehen zu können. Die Polizei betont, dass diese Auswertungen mit äußerster Sorgfalt erfolgen.

Parallel dazu hat sich eine neue mögliche Schwachstelle herauskristallisiert. Hinweise deuten darauf hin, dass der Zugang zur Tiefgarage der Sparkasse kurz vor der Tat gestört war. Anwohner berichten, dass das mit einem Stahlrolltor gesicherte Einfahrtssystem zeitweise nicht funktionierte. In dieser Phase sollen Fahrzeuge nur nach manuellem Öffnen durch Klingeln eingelassen worden sein. Da es an dieser Zufahrt keine Videoüberwachung gibt, könnten die Täter diese Situation ausgenutzt haben, indem sie sich als berechtigte Nutzer ausgaben.

Videoaufzeichnungen belegen zumindest, dass die Täter Zugang zur gesicherten Tiefgarage hatten. Ob sie dort gezielt Schwachstellen auskundschafteten oder Unterstützung von innen erhielten, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Die Sonderkommission bittet deshalb dringend um Hinweise aus der Bevölkerung. Gesucht werden Zeugen, die in den Tagen vor der Tat verdächtige Personen im Bereich des Parkhauses beobachtet haben, insbesondere Männer, die an Zufahrtsanlagen hantierten oder den Eindruck von Handwerkern erweckten.

Der Millionen-Coup hatte in Gelsenkirchen für große Unruhe gesorgt. Nach Bekanntwerden des Einbruchs musste die Filiale zeitweise unter Polizeischutz gestellt werden, da aufgebrachte Kunden Antworten forderten und Zugang zu ihren Schließfächern verlangten. Die Ermittler stehen nun unter hohem Druck, den bislang außergewöhnlich professionell wirkenden Tätern auf die Spur zu kommen. Die Durchsuchung der Sparkasse gilt als wichtiger Schritt auf dem Weg zur Aufklärung eines der größten Bankeinbrüche der vergangenen Jahre.

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