Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt aktuell vor massiven Betrugsaktivitäten im Zusammenhang mit der Website polencapital-aml.mzgw(.)cc, der App „PCAM.pro“ und mehreren zugehörigen WhatsApp-Gruppen. Dort werden Anlegerinnen und Anleger gezielt in sogenannte Investment-Communities gelockt – angeblich betreut von einer Person mit dem Namen „Harrison T Blake“.
Doch die Realität sieht anders aus: Hinter den Angeboten stehen unbekannte Betreiber, die ohne jede Erlaubnis Finanz- und Wertpapierdienstleistungen erbringen.
Fake-App, Fake-Plattform, Fake-Berater: Ein Fall von Identitätsdiebstahl
Besonders perfide ist, dass die Täter den Namen des in den USA ansässigen Vermögensverwalters Polen Capital Management LLC missbrauchen. Zwischen dem echten Unternehmen und den dubiosen Angeboten besteht keinerlei Verbindung – es handelt sich eindeutig um Identitätsdiebstahl.
Die Täter nutzen die WhatsApp-Gruppen, um Anlegern vermeintlich lukrative Investments vorzuschlagen. Danach sollen die Gelder über die gefälschte Handels-App „PCAM.pro“ oder die Website polencapital-aml.mzgw(.)cc eingezahlt werden. Einmal überwiesen, verlieren Betroffene meist rasch die Kontrolle über ihr Geld.
Unerlaubte Finanzdienstleistungen – BaFin ermittelt
Die BaFin stellt klar:
In Deutschland dürfen Finanz- und Wertpapierdienstleistungen nur mit behördlicher Erlaubnis erbracht werden. Die Betreiber von „PCAM“ verfügen über keine Zulassung – ein klassisches Merkmal unseriöser Online-Trading-Betrugsmodelle.
Der Warnhinweis erfolgt auf Basis von § 37 Absatz 4 Kreditwesengesetz (KWG) und bedeutet, dass konkrete Hinweise auf verbotene oder betrügerische Aktivitäten vorliegen.
Typische Warnsignale bei PCAM & Co.:
-
Unaufgeforderte Kontaktaufnahme über WhatsApp
-
Verweis auf angeblich exklusives Trading-Wissen
-
Nutzung gefälschter Markenidentitäten (hier: Polen Capital Management)
-
Keine nachvollziehbare Firmenadresse, kein Impressum
-
Druck, schnell Geld zu überweisen
-
„Garantierte Gewinne“ oder „100 % sichere Investments“
Solche Merkmale sind typisch für betrügerische Trading-Communities, die systematisch Anleger täuschen.
Was Betroffene jetzt tun sollten
Wer Zweifel hat oder bereits auf der Plattform investiert hat, sollte umgehend:
-
Keine weiteren Zahlungen leisten.
-
Zugänge, Passwörter und Konten sichern.
-
Beweise sichern (Screenshots, Chatverläufe, Transaktionsdaten).
-
Strafanzeige erstatten.
-
Bei Verlusten: rechtliche Unterstützung in Anspruch nehmen.
Die BaFin empfiehlt, vor jeder Investition die Unternehmensdatenbank der BaFin zu prüfen, um sicherzugehen, dass der Anbieter wirklich eine gültige Zulassung besitzt.