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Windpark Friedrichsgabekoog II: Rückläufige Anlagenwerte, hohe Abhängigkeit von Gesellschafterdarlehen und stabile, aber enge Liquiditätssituation
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Windpark Friedrichsgabekoog II: Rückläufige Anlagenwerte, hohe Abhängigkeit von Gesellschafterdarlehen und stabile, aber enge Liquiditätssituation

geralt (CC0), Pixabay

Der Jahresabschluss der Windpark GmbH & Co. Friedrichsgabekoog II KG zum 31. Dezember 2024 zeigt ein strukturell solides, aber finanziell angespanntes Projekt. Die Bilanzsumme sinkt deutlich von 6,47 Mio. Euro im Vorjahr auf 5,90 Mio. Euro. Für Anlegerinnen und Anleger bedeutet dies: Der Windpark ist im Betrieb, generiert offenbar laufende Einnahmen, steht jedoch vor Herausforderungen hinsichtlich Abschreibungen, Liquiditätsentwicklung und Fremdkapitalquote.

Der wichtigste Posten auf der Aktivseite ist das Anlagevermögen, das von 4,51 Mio. Euro auf 3,99 Mio. Euro zurückgeht. Dieser Rückgang ergibt sich aus den planmäßigen linearen Abschreibungen auf die Windkraftanlagen. Für einen laufenden Windpark ist dies normal, zeigt aber zugleich, dass das Projekt zunehmend an bilanzieller Substanz verliert – ein typischer Effekt bei älteren Anlagen, die sich dem Ende ihrer Nutzungsdauer nähern.

Das Umlaufvermögen bleibt nahezu stabil. Der Kassenbestand steigt leicht von 593.000 Euro auf 882.000 Euro, was zunächst positiv wirkt. Allerdings wurden gleichzeitig die Forderungen deutlich abgebaut – ein Hinweis auf ausstehende Zahlungen, die nun eingegangen sind. Zugleich zeigt es, dass die Gesellschaft Liquidität eher hortet, statt größere Rücklagen oder Investitionen aufzubauen.

Auffällig ist die aktive latente Steuer von 392.059 Euro – ein Zeichen dafür, dass aufgrund von Bewertungsdifferenzen künftig steuerliche Entlastungen erwartet werden. Allerdings bestehen solche Posten nur so lange, wie der Betrieb fortgeführt wird und steuerpflichtige Gewinne entstehen.

Auf der Passivseite ist das Eigenkapital mit 1,2 Mio. Euro unverändert geblieben. Dass es in voller Höhe erhalten geblieben ist, deutet darauf hin, dass die Gesellschaft weder Verlustvorträge noch Jahresfehlbeträge ausweist – ein Hinweis auf grundsätzlich positive oder zumindest ausgeglichene Jahresergebnisse.

Kritisch zu bewerten ist jedoch die Fremdkapitalstruktur. Die Verbindlichkeiten betragen zum Stichtag 4,34 Mio. Euro und machen damit fast 74 Prozent der Bilanzsumme aus. Besonders relevant ist der hohe Anteil der Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern: Rund 1,67 Mio. Euro stammen aus internen Finanzierungen. Dies zeigt, dass das Projekt stark von seinen Gesellschaftern abhängig ist. Externe Banken spielen zwar ebenfalls eine Rolle – das Bankdarlehen beträgt 2,38 Mio. Euro –, allerdings wurde im Vergleich zum Vorjahr der langfristige Anteil reduziert. Die Laufzeiten der Bankverbindlichkeiten verteilen sich auf bis zu fünf Jahre, es besteht jedoch keine langfristige (>5 Jahre) Kreditbindung mehr. Das reduziert Risiken, kann aber zu Anschlussfinanzierungsbedarf führen.

Die Rückstellungen von 288.000 Euro sind typisch für Betriebs- und Rückbauverpflichtungen. Ihre Größenordnung deutet darauf hin, dass wesentliche Rückbaukosten noch ausstehen und bisher nur teilweise angespart wurden.

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen von rund 1,42 Mio. Euro – insbesondere langfristige Nutzungs- und Betriebsführungsverträge – belasten die Liquidität des Windparks in den kommenden Jahren zusätzlich.

Das Geschäftsmodell ist geradlinig: Einspeisung von Strom, laufende Betriebskosten, Schuldendienst. Auffällig ist die klare Konzernintegration über die Alterric GmbH, die Dienstleistungen erbringt, Cash-Pooling steuert und steuerliche sowie finanzielle Strukturen vorgibt. Diese enge Konzernbindung bedeutet Effizienz in der Betriebsführung, birgt aber strukturelle Abhängigkeiten und Interessenkonflikte.

Aus Investorensicht zeigt die Bilanz ein funktionierendes, aber eng kalkuliertes Projekt. Die Ergebnisse werden offenbar nicht ausgeschüttet, sondern dienen der Stabilisierung der Liquidität. Die hohe Fremdkapitalquote und die zunehmende Reduzierung der Anlagenwerte erfordern jedoch Aufmerksamkeit: Je weiter die Nutzungsdauer fortschreitet, desto knapper werden die Spielräume für zukünftige Erträge und Tilgungen. Langfristig wird entscheidend sein, ob ein Repowering möglich und wirtschaftlich attraktiv ist.

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